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    Fliegerhorst Büchel mit neuem Radarsystem Pilot für alle Standorte

    Der Hersteller preist es als Radarsystem, „das weltweit seinesgleichen sucht“. Nun soll die neue Technologie ASR-S vom Fliegerhorst Büchel aus weitere Standorte der Bundeswehr erobern.

    Das ist das neue Radarsystem ASR-S auf dem Fliegerhorst der Bundeswehr in Büchel: Hauptmann Christian Kohnen (rechts), Flugsicherheitskontrolloffizier, erläutert (links, von vorne) Generalleutnant Martin Schelleis, Thomas Müller (Airbus Defence & Space) und Harald Stein (BAAInBw) die Vorzüge.  Foto: Ditzer
    Das ist das neue Radarsystem ASR-S auf dem Fliegerhorst der Bundeswehr in Büchel: Hauptmann Christian Kohnen (rechts), Flugsicherheitskontrolloffizier, erläutert (links, von vorne) Generalleutnant Martin Schelleis, Thomas Müller (Airbus Defence & Space) und Harald Stein (BAAInBw) die Vorzüge.
    Foto: Ditzer

    Von David Ditzer

    Radartechnisch ist der Fliegerhorst Büchel am Morgen offiziell in eine neue Ära aufgebrochen: Dort wird der Luftraum fortan dauerhaft mit dem ersten neuen Flugplatzrundsichtgerät "Aerodrome Surveillance Radar Mode S" (ASR-S) überwacht. Das voll digitalisierte System ersetzt das alte ASR-910, das in Büchel seit dem 3. April 1981, also 33 Jahre lang, im Einsatz war. Die Neuerung in der Eifel ist für die gesamte Bundeswehr von Bedeutung. Bis 2017 sollen nämlich 18 weitere Standorte sowie der Nato-Flugplatz Geilenkirchen das in Büchel erprobte System erhalten.

    Schon seit dem 1. Oktober liegt die Betriebserlaubnis für das neue Radarsystem ASR-S vor. Die Soldaten des Taktischen Luftwaffengeschwaders (TaktLwG) 33 hätten damit bislang "positive Erfahrungen" gemacht, unterstrich Generalleutnant Martin Schelleis. Er führt das Kommando Einsatzverbände Luftwaffe und kam zur Übergabe des neuen Luftraumüberwachungssystems nach Büchel. Verband und Standort in der Eifel sind ihm keineswegs fremd. Schließlich war Schelleis hier von 2001 bis 2003 tätig, unter anderem als Stellvertretender Kommodore und Kommodore des damaligen Jagdbombergeschwaders 33.

    Generalleutnant Schelleis: Projekt läuft seit 18 Jahren

    Schon als Schelleis das Kommando abgab, war das neue Radarsystem ASR-S in Büchel ein Thema. "Das Projekt läuft inzwischen seit 18 Jahren, wenn ich das richtig überblicke", sagte Schelleis. Doch nun sei der "Quantensprung über zwei Generationen von Flugüberwachungsgeräten" gelungen. Die neue Technologie minimiert nicht nur Störeffekte und erlaubt eine aufgeräumtere Bildschirmdarstellung von Flugobjekten im überwachten Luftraum, sondern erlaubt auch eine enge Vernetzung der Daten von militärischer und ziviler Flugsicherheitskontrolle.

    Bis zum Pilotbetrieb des ASR-S in der Eifel galt es für alle Beteiligten allerdings viele Hürden zu überwinden. Wohl auch deshalb klangen die Redner bei der offiziellen Übergabe gestern auf dem Fliegerhorst erleichtert, übten jedoch zugleich Selbstkritik. Man sei anfangs "mit zu optimistischen Annahmen" in das Projekt gegangen, räumte etwa Harald Stein ein. Der Präsident des Koblenzer Bundesamtes für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr hielt fest, es habe sich eben nicht um eine "triviale Umsetzung technischer Standards in das Anforderungsprofil des Auftraggebers gehandelt".

    Überschallvögel? Nein, doch keine ornithologische Sensation in der Eifel

    Beispielsweise führte die hohe Sensibilität des Radarsensors zu Beginn dazu, dass sich "kaum sichtbare Objekte" in Schallgeschwindigkeit im Überwachungsgebiet zu tummeln schienen, so Stein. Doch aus ornithologischer Sicht gab er Entwarnung: "Auch rund um Büchel gibt es keine Überschallvögel." Die Gäste der Übergabefeier blieben ihm das Gelächter nicht schuldig. Mit "Sachkunde, technischem Geschick und hohem Einsatz" hätten Techniker des Geschwaders und des ASR-S-Herstellers "Airbus Defence & Space" die Anfangsschwierigkeiten letztlich überwunden.

    Am Ende stand und steht die Fertigstellung "eines Radars, das weltweit seinesgleichen sucht", konstatierte Thomas Müller als Vertreter des Herstellerunternehmens. Für die Einführung des ASR-S habe man den Fliegerhorst Büchel "durchaus mit Bedacht gewählt", so Müller, gerade wegen der vielfältigen Herausforderungen, etwa der Topografie, des Wetters und des Vogelzugs. Das sei ideal gewesen, um die "Leistungsfähigkeit des Systems" auf die Probe zu stellen. Nun sei das Interesse am ASR-S weltweit groß, verkündete Müller.

    Schelleis: Kritik tat der Bundeswehr gut

    Dass es künftig "eine führende Rolle in der vernetzten Flugsicherheitskontrolle" einnehmen wird, glaubt auch Harald Stein. Generalleutnant Schelleis befand, wenn die Bundeswehr endlich neues Gerät bekomme, sei es auch von hoher Qualität. Aus seiner Sicht hat die zuletzt vielfach öffentlich geübte Kritik an den Streitkräften, der Rüstungsindustrie und der Politik "uns, der Bundeswehr, gutgetan". Schließlich habe sie die Bevölkerung für die Bedeutung funktionstüchtiger Sicherheitstechnik sensibilisiert. Allen Piloten wünschte Schelleis "many happy landings", viele glückliche Landungen – auch mithilfe des neuen Radarsystems.

    Erster Vertrag wurde schon im Jahr 2004 unterzeichnet

    Bereits 2004 schloss die Bundeswehr Harald Stein zufolge mit „Airbus Defence & Space“ einen Vertrag zur Bereitstellung von ASR-S als sogenanntes Truppenversuchsmuster (TVM) in Büchel. Ein Kontrakt über den Serienbetrieb folgte im Juli 2008. Von Juni bis Juli 2012 wurden der Betriebsraum, die drei Meter hohe Turmplattform sowie die sechs Meter hohe Serienantenne montiert. Das neue System hat eine Reichweite von circa 55 Kilometern (30 Meilen). Wie viel seine Einführung insgesamt kostet? Diese Info lag der RZ noch nicht vor. dad

    Cochem Zell
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