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Briedel/Zell

Ferienpark Marina in Zell: Beide Seiten geben nicht auf

David Ditzer

Wegen formeller Fehler ist und bleibt der Planfeststellungsbeschluss der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord zum Bau eines Jachthafen zwischen Zell und Briedel rechtswidrig. Das steht seit dem Beschluss des Oberverwaltungsgerichtes Rheinland-Pfalz, keine Berufung des Investors gegen ein Urteil des Verwaltungsgerichts Koblenz zuzulassen, fest. Doch ohne Hafen wird es auch keinen Ferienpark Marina Weingarten geben. Wie reagieren Befürworter und Gegner des Projekts auf den Gerichtsbeschluss? Vor allem jene, die Grundstücke im Plangebiet besitzen? Die RZ hat sich umgehört.

Dunkle Wolken am Zeller Hamm. Hier soll der Ferienpark entstehen. Die Argumente von Befürwortern und Gegner gehen weit auseinander.  Foto: Kevin Rühle
Dunkle Wolken am Zeller Hamm. Hier soll der Ferienpark entstehen. Die Argumente von Befürwortern und Gegner gehen weit auseinander.
Foto: Kevin Rühle

Rund 200 Ferienhäuser und ein Sportboothafen mit 130 Liegeplätzen – so sieht die Vision der Projektgesellschaft Marina Weingarten Zell und des niederländischen Investors John van der Voort für den Zeller Hamm aus. Das Gelände auf der linken Moselseite zwischen Zell und Briedel ist derzeit noch überwiegend mit Reben bepflanzt. Der Kaimter Winzer Jürgen Mesenich besitzt Land im Projektgebiet. Für ihn ist die wichtigste Nachricht nach dem OVG-Beschluss zum Marina-Hafen: „John van der Voort will weitermachen und an dem Projekt festhalten.“ Mesenich ist glühender Befürworter der Marina, sieht ein großes Potenzial positiver Impulse, die das millionenschwere Vorhaben mit sich brächte. Allerdings sagt Mesenich auch: „Die Enttäuschung ist da, dass es da im Moment eine Blockade gibt.“ Doch die beruhe dem OVG-Beschluss zufolge zunächst einmal bloß auf Formfehlern. Eine Sorge äußert der Winzer mit Blick auf den weiteren Fortgang des Projekts jedoch auch: „Das Problem, das wir haben: Wie reagieren die Leute, die hier Land verkaufen wollen?“

Auch der Briedeler Winzer Michael Goeres unterstreicht: „Ich fände es schade, wenn Marina nicht käme. Das wäre ein Rückschlag für die Region.“ In seinem Bekanntenkreis seien alle pro Ferienpark, die möglichen Impulse, insbesondere für Winzer in Sachen Weinverkauf und die sonstige Wirtschaft, könnten den Zeller Raum enorm beleben.

Ganz anders sehen dies aber die Gegner des geplanten Ferienparks mit Sportboothafen. „Dieses Projekt darf auf keinen Fall kommen!“ Peter Stork aus Zell-Kaimt hat hier eine klare Position. „Ein solcher Ferienpark mit Sporthafen wäre eine Förderung des Billigtourismus. Damit kann man nichts verdienen, und der Schaden, den unsere Mosellandschaft hier nehmen würde, wäre viel größer“, ist das Vorstandsmitglied der Bürgerinitiative (BI) Zeller Hamm überzeugt. Darum ist er über den OVG-Beschluss natürlich erleichtert. „Das bestätigt unsere Kritik“, sagt er. Er würde es lieber sehen, die Kommunen würden ihre Energie besser dafür einsetzen, um die Leerstände in der Zeller Innenstadt zu beseitigen, anstatt sich für ein solches Marina-Projekt zu engagieren. „Die BI wird auf jeden Fall weitermachen. Und der Investor wird, wenn er das Projekt weiter betreiben will, noch sicher weitere Schlappen vor Gericht erleben“, ist Peter Stork überzeugt.

„Ich würde dem Investor dringend raten, zurückzurudern und das Projekt aufzugeben“, meint auch Dr. Ulrich Stein aus Alf. Es sei ein Versuch gewesen, der aber nicht klappen würde, ist der Winzer überzeugt und sieht sich durch den OVG-Beschluss bestätigt. Gegen ein solches Feriendorf mit Sportboothafen sprächen ökologische wie auch wirtschaftliche Gründe. „Eine Marina im Zeller Hamm schadet der Region, es schadet der Landschaft und es bringt keine ökonomischen Vorteile“, betont er. Im Gegenteil: Durch den Klimawandel hätte sich gerade im Zeller Hamm das Land deutlich verbessert, gibt Stein zu bedenken.

Kritik äußert er aber auch an den Kommunen. „Hier haben sich die Bürgermeister doch sehr weit aus dem Fenster gelehnt und sich komplett der Gegenseite verweigert“, bemängelt er und betont: „Es sind nicht nur die Ewiggestrigen oder gut bezahlte Beamte, die gegen das Projekt sind, wie es immer wieder unterstellt wird, sondern der Widerstand geht durch die ganze Bevölkerung. Und er wird wachsen“, ist der Winzer überzeugt.

Von David Ditzer und Dieter Junker
Cochem Zell
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