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    Experte: Statistisch hat Zell genug Parkplätze

    Rein statistisch mangelt es der Moselstadt Zell nicht an Parkplätzen, obwohl das viele Einheimische – vor allem während der Tourismussaison – anders empfinden. Doch was nun anfangen mit dieser Kluft zwischen Gefühltem und Gemessenem?

    Noch dominieren asphaltierte oder gepflasterte Parkplätze das Bild am Zeller Moselufer. Noch.  Foto: Kevin Rühle
    Noch dominieren asphaltierte oder gepflasterte Parkplätze das Bild am Zeller Moselufer. Noch.
    Foto: Kevin Rühle

    Für Prof. Dr.-Ing. Jörg von Mörner vom Darmstädter Planungsbüro von Mörner ist der Schluss eindeutig: „Die geplante Moseluferumgestaltung kann wie von den Kollegen geplant durchgeführt werden. Aber Sie brauchen in jedem Fall die Tiefgaragenplätze unter dem neuen Dienstgebäude der Verbandsgemeinde.“ Von Mörner stellte jetzt dem Zeller Stadtrat die Resultate einer Nacherhebung zur Auslastung der vorhandenen Parkplätze vor. Bei einigen der Ratsmitglieder im Saal des Rathauses löste er damit allerdings ungläubiges Staunen aus.

    Darum geht es: Die Stadt Zell will das rechte Moselufer zwischen der Fußgängerbrücke und der VG-Verwaltung/dem Corray in den nächsten Jahren maßgeblich attraktivieren. Finanziell sollen ihr dabei Geld aus dem Förderprogramm „Historische Stadtbereiche“ entscheidend helfen. Voraussetzung dafür, dass der Stadt daraus Geld zufließen kann, ist ein schlüssiges Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept (Isek). 310 öffentlich erreichbare Parkplätze gibt es zurzeit in dem Uferabschnitt, der verschönert werden soll.

    Die 1. Auslastungsanalyse: Ende November vergangenen Jahres hatte das Büro von Mörner die Grundlast dieser 310 und weiterer 220 öffentlicher Parkplätze ermittelt. Letztere liegen ebenfalls im Sanierungsgebiet, das von der Fußgängerbrücke flussaufwärts noch bis zum Abzweig Brandenburg/Balduinstraße reicht. Zur Ermittlung der Grundlast dienten den Experten am Analysetag stündliche Rundgänge zwischen 6 und 20 Uhr. Ergebnis: Die maximale Auslastung der Parkplätze zwischen Fußgängerbrücke und Corray lag im Mittel bei nur 64 Prozent. Diese Parkraumanalyse floss in einen Isek-Zwischenbericht ein, dem der Zeller Stadtrat in einer Sitzung am 21. März zugestimmt hatte. Allerdings war schon damals eine Nacherhebung eingeplant worden, denn Ratsmitglieder monierten, der Analysetag liege außerhalb der Tourismussaison und sei mithin wenig aussagekräftig.

    Die Nacherhebung: Am 2. Juni, dem Freitag vor Pfingsten, ermittelten die Fachleute des Büros von Mörner erneut die Grundlast der Parkplätze. Jörg von Mörner: „Das Überraschende für uns war, dass die Auslastungsquoten nicht deutlich hochgegangen sind.“ Sie hätten im Mittel nur 4 Prozent über den Werten von Ende November gelegen.

    Erklärungsansätze: Es gab am 2. Juni Parkzonen mit viel höheren Auslastungsquoten, etwa um den alten Bahnhof herum (mehr als 90 Prozent) oder an der südlichen Moselpromenade (80 Prozent, trotz Gebühren). Im Laufe des Analysetages wechselten die Parkplatznutzer: Am Vormittag führten vorrangig Berufstätige oder Einheimische, die Besorgungen erledigten, die Spitzenlasten herbei. Am Nachmittag belegten Besucher der Moselstadt die Stellplätze. Eng werde der Parkraum in Teilen der Altstadt vor allem bei Veranstaltungen und insbesondere dann, wenn auf dem und rund um den Festplatz unter Umständen noch Plätze wegfielen.

    Der Schluss: Im zu attraktivierenden Uferabschnitt soll es nach dem Umbau 190 Parkplätze im Freien geben. Hinzu kommen 80, die in einer Tiefgarage unter dem geplanten Ensemble VG-Dienstgebäude, Rathausplatz, Hotelneubau liegen sollen. Von Mörner: „Wenn Sie 80 Parkplätze in einer Tiefgarage herstellen, sollten Sie auch nach der Uferumgestaltung für die Zukunft gerüstet sein.

    Die Reaktion: Höchst erstaunt über den geringen Auslastungsunterschied zwischen der November- und der Junianalyse waren unter anderen Lothar Bremm und Hendrik Weinbach von der CDU- Fraktion. Bremm schienen die Zahlen komisch bis unglaubwürdig, ohne jemandem zu nahetreten zu wollen. Weinbach merkte an: „Während Veranstaltungen ist es mit dem Parken zum Teil Chaos pur.“

    So geht es weiter: Die Nacherhebungszahlen fließen in die weitere Ausarbeitung des Iseks ein. Ein Isek-Entwurf liegt zwecks Prüfung bei der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion in Trier, die dazu Rückmeldungen geben wird, erläutert Andreas Schorn, der Büroleiter der Verbandsgemeinde Zell. Eine Isek-Endversion wird Entscheidungsgrundlage aller Details des Uferumbaus sein. Ob und wie etwas verwirklicht wird, entscheidet wiederum der Stadtrat. „Ein gutes Dreivierteljahr an Planung“ dürfte jedoch noch vergehen, bis tatsächlich etwas geschieht, so Schorn.

    Von unserem Redakteur David Ditzer

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