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Schauren

Einblick ins neue Gerätehaus: Wo Schaurens Wehr bald daheim ist

Patrick Henrici, Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Schauren, ist höchst zufrieden mit dem Fortgang der Bauarbeiten in einer ehemaligen Lagerhalle am Höhenweg. „Das hier ist eine 100-prozentige Verbesserung für uns“, sagt der 37-Jährige. „Die Leute können es kaum abwarten, bis wir hier zum ersten Mal unsere Schulungen abhalten können.“ In dem einstöckigen Gebäude mit einer Fläche von circa 115 Quadratmetern entsteht seit dem Sommer ein neues Gerätehaus für die Wehr mit ihren 23 aktiven Mitgliedern. Derzeit ist sie in einer zu engen und feuchten Bleibe untergebracht.

Patrick Henrici, Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr des Hunsrückdorfes Schauren, gibt Einblicke ins neue Gerätehaus, das gerade entsteht.
Patrick Henrici, Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr des Hunsrückdorfes Schauren, gibt Einblicke ins neue Gerätehaus, das gerade entsteht.
Foto: David Ditzer

Es ist der typische, etwas beißende und die Nasenflügel leicht verklebende Geruch, der einem entgegenströmt, wenn man die Baustelle betritt. „Der Estrich ist drin und muss noch ein wenig trocknen“, sagt Wehrführer Henrici, in einem Raum stehend, den eine Wand aus Holzbalken und Rigipsplatten begrenzt. Kabel baumeln von der Decke herab. An einem Querbalken hängt eine Metallhalterung, die für einen Beamer gedacht ist. Im hinteren Teil entstehen, abgetrennt vom Rest, eine Damen- und eine Herrentoilette.

In dem Raum mit der Beamerhalterung werden Schaurens Feuerwehrleute künftig in theoretischen Fragen der Brandbekämpfung geschult, voraussichtlich vom Januar oder Februar nächsten Jahres an. „Derzeit nutzen wir für Schulungen das Bürgerhaus“, hält Henrici fest. Denn im bisherigen Feuerwehrgerätehaus, dem alten Backes des Dorfes, ist dafür absolut kein Platz. Doch nicht nur das: Dort habe man mit Feuchtigkeit zu kämpfen, Schimmelbildung inklusive. „Unsere Schutzbekleidung für Einsätze lagern wir schon zu Hause“, erzählt Schaurens Wehrführer. Sonst bekomme sie nämlich Stockflecken und rieche muffig.

Seit einem Großbrand Ende Oktober 2013 habe sich das Feuchtigkeitsproblem noch verschärft. Damals fiel ein Wohnhaus den Flammen vollends zum Opfer, ein anderes wurde schwer beschädigt, genau wie zwei Scheunen. In einer Senke mittendrin liegend, sei das alte Gerätehaus zwar von dem Feuer verschont geblieben, nicht jedoch vom Löschwasser, erzählt Henrici. Im Grunde sei das alte Gerätehaus inzwischen nicht mehr als eine Garage für die Gerätewagentragkraftspritze (GWTS) der Schaurener Feuerwehr, einen Citroën Jumpy. „Da ist bis unters Dach alles drin, was man braucht.“

Das hier ist eine 100-prozentige Verbesserung für uns.

Schaurens Wehrführer Patrick Henrici zum entstehenden neuen Gerätehaus

Die Suche nach einer Bleibe läuft also schon länger. Man fand eine ehemalige Lagerhalle, die zum Verkauf stand. Doch unter anderem Abmachungen, die vonseiten des Verkäufers nicht eingehalten wurden, haben „uns fast ein Jahr gekostet, bis wir so weit waren, dass wir loslegen konnten“, hält Karl Heinz Simon, Bürgermeister der Verbandsgemeinde (VG) Zell, fest. Darüber hinaus verteuerten verschiedene Faktoren den Umbau, voraussichtlich um 28.500 Euro. Die GWTS wird neben dem Schulungstraum untergebracht. Ein rotes Tor trennt den Stellplatz von der Straße ab. Ein Mannschaftstransportfahrzeug (MTF), das der 42 Mitglieder starke Förderverein der Wehr angeschafft hat, wird im neuen Gerätehaus keinen Platz finden. Dafür bietet es nicht den vorgeschriebenen Platz. Und aus Sicht der VG braucht die Schaurener Wehr kein MTF. Zwei Mann passen in die GWTS, alle weiteren Kräfte fahren bei Bedarf mit Privatautos zum Einsatzort.

Die Zahl der Einsätze, die die Wehr des 400-Einwohnerortes jährlich zu fahren hat, ist überschaubar. „In den vergangenen zehn Jahren gab's drei größere Brände“, sagt Henrici. Sonst gibt es nur kleinere Ereignisse rund um Schauren. Henrici, der als Maschinenbauer in Cochem-Brauheck arbeitet, ist auch in der Blankenrather Feuerwehr, um mehr Praxis zu bekommen. Mit dieser sowie den Wehren aus Grenderich, Liesenich, Strimmig und Tellig absolvieren die Schaurener Wehrleute dreimal im Jahr eine Gemeinschaftsübung. Das neue Gerätehaus „wird die Motivation in der Truppe noch einmal steigern“, ist Henrici sicher.

Von unserem Redakteur David Ditzer

Umbau kostet mehr Zeit und Geld als erhofft

In die Haushaltspläne 2014 und 2016 hatte die VG Zell für Gebäude- und Grunderwerb sowie Umbau der Ex-Lagerhalle insgesamt 101.000 Euro eingestellt (das Land stellte 31.000 Euro Baukostenzuwendung in Aussicht). Bis Ende April 2016 waren die nötigen Kaufverträge geschlossen. Doch laut VG kam der Verkäufer - trotz mehrfacher Aufforderungen - nötigen Vorarbeiten nicht nach (unter anderem Räumung der Halle und Erneuerung des Daches).

Folge: Die VG musste sie ebenfalls ausschreiben, was zu Verzögerungen führte. Beim Streichen und Lackieren der Deckenbalken wirkte auch die Wehr mit, die vom Gemeinderat stets Rückhalt erfuhr, so Henrici. Nach Submission belief sich die Kostenerhöhung auf 28.500 Euro. Eine Eilentscheidung des VG-Chefs hierüber hat der VG-Rat abgesegnet. dad

Cochem Zell
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