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Zell

Die Schwarze-Katz-Stadt hat eine neue Mitte

Die Schwarze-Katz-Stadt Zell hat einen neuen Mittelpunkt. Nach zehnmonatiger Bauzeit konnte am Samstag der neu gestaltete Marktplatz vor dem Rathaus seiner Bestimmung übergeben werden. Bei strahlendem Sonnenschein fanden sich zahlreiche Gäste auf der "Moart-Breck", wie der Platz im Volksmund genannt wird, ein, um gemeinsam mit Vertretern der Stadt die Eröffnung zu feiern. Trotz harscher Kritik im Vorfeld konnten die Stadtväter sich mit ihrem Vorhaben durchsetzten und das letzte Projekt in der Fördermaßnahme Stadtkernsanierung mit der Übergabe des umgestalteten Marktplatzes erfolgreich abschließen.

Von Ulrike Platten-Wirtz

Besonders dankte Stadtbürgermeister Hans Schwarz seinem Vorgänger Peter Döpgen, der durch sein politisches Wirken die Stadtkernsanierung erst ermöglicht hatte. Nun lädt Zells neue Mitte Einheimische und Gäste zum Verweilen im Herzen der Stadt ein, lobte auch Landrat Manfred Schnur die Baumaßnahmen. Großzügig präsentiert sich der Platz vor dem historischen Rathaus. Basaltfarbene Steinplatten sowohl auf dem Platz als auch in der neuen Weinlounge bestimmen das Bild und spiegeln den Charakter der Region wider. Gemütliche Sitzgruppen aus wetterfestem Polyrattan sind mit Sonnenschirmen überdacht und laden die Gäste ein, Platz zu nehmen, die Aussicht auf die Mosel zu genießen und sich vom Angebot der Winzer aus der benachbarten Weinlounge bewirten zu lassen.

"Mit der Fortschreitung der Stadtkernsanierung trat bereits vor fünf Jahren die Umgestaltung des Marktplatzes in den Vordergrund", so Stadtbürgenmeister Hans Schwarz. Das nicht vorhersehbare bauliche Ausmaß und die finanziellen Belastungen hätten Stadtrat, Verwaltung und Planer allerdings vor immer neue Herausforderungen gestellt. Immerhin hat die Stadt Zell trotz Fördergeldern für die gesamte Stadtsanierung 3,3 Millionen Euro aus eigener Tasche finanzieren müssen. Das Augenmerk der Stadt lag bei der Baumaßnahme vor allem darin, mit dem Marktplatz einen Mittelpunkt zu schaffen, der zur guten Gemeinschaft der Moselstadt beitragen solle, erklärte der Erste Beigeordnete Karlheinz Weis. Außerdem sollte der Lauf des Zeller Bachs, wie in früheren Zeiten, wieder über den Platz fließen. Durch den Abriss des leer stehenden Hotels "Zum Ruude Hous" konnte eine offene Weinlounge entstehen, die den Blick auf das lange verdeckte Rathaus wieder freigibt. Der niederländische Investor John van der Voort hatte das "Ruude Hous" ursprünglich gekauft. Da die Vorstellungen des Investors aber nicht mit denen der Stadt einhergingen und die Kosten ausuferten, schenkte der Holländer der Stadt Zell das Grundstück in der Balduinstraße. Nach dem Abriss musste die Stadt die Verantwortung übernehmen. Die an selber Stelle neu entstandene Weinlounge mit Sonnenterrasse bietet heute den ortsansässigen Winzern die Gelegenheit, ihre Weine zu präsentieren, und lässt außerdem den Blick auf das historische Rathaus zu.

Als besondere Attraktion auf dem neuen Marktplatz erweist sich die Freilegung des Bachlaufs. Als Zells Weinmajestäten bei der Eröffnungszeremonie feierlich aufs Knöpfchen drückten und damit den Wasserlauf in Gang setzten, freuten sich vor allem die Kinder, die sofort anfingen, im Wasser zu spielen. Der Einlauf befindet sich zwischen dem Café Bauer und dem Juweliergeschäft Müller. Von dort aus fließt der Zeller Bach, eingefasst in einer breiten Rinne, bis zum Schwarze-Katz-Brunnen, der nach seiner Sanierung an den Rand des Platzes verlegt wurde.

"Es war also doch nicht alles für die Katz", ulkte Bernd Heichel vom beauftragten Planungsbüro nach der gelungenen Eröffnung in Anspielung auf das Zeller Wahrzeichen.

Die Einsegnung von Brunnen und Marktplatz nahmen Pfarrer Thomas Werner und Diakon Alfons Friderichs vor. Dabei stellten die beiden Kirchenvertreter die wichtige Bedeutung eines Marktplatzes als Ort der Begegnung und des Austausches heraus.

Der Marktplatz mit dem Schwarze-Katz-Brunnen als Wahrzeichen von Zell hat eine lange bedeutungsvolle Geschichte, erklärte auch Lothar Schneider, der Erste Beigeordnete der Verbandsgemeinde. Als Ausgangspunkt für Wanderungen und als Mittelpunkt für kleine Feste habe der Platz in Zell schon immer eine zentrale Bedeutung gehabt. Schneider, der heute die Polizeiinspektion in Zell leitet, erzählte dann zur Freude der Gäste eine unterhaltsame persönliche Anekdote, bei der er selbst in jungen Jahren nach einer feuchtfröhlichen Feier mit Freunden den Brunnen mit Waschmittel zum Überschäumen brachte, bis der gesamte Platz sich mit weißem Schaum füllte.

Cochem Zell
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