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Zell

Die Schloßstraße wird Zells nächste Baustelle

An Baustellen herrscht in der Moselstadt Zell kein Mangel. Und es geht fleißig weiter. Die Straße, die bald unter die Baggerschaufel kommt, hat es allerdings auch bitter nötig.

Läuft alles nach Plan, werden die Erneuerungsarbeiten an der Schloßstraße in Zell schon Ende des Monats beginnen. Der Auftrag ist erteilt.
Läuft alles nach Plan, werden die Erneuerungsarbeiten an der Schloßstraße in Zell schon Ende des Monats beginnen. Der Auftrag ist erteilt.
Foto: Peter Scherer

Von David Ditzer

Die Marientaler Au im Zeller Stadtteil Kaimt ist schon seit geraumer Zeit eine Großbaustelle. Eine weitere soll noch in diesem Monat auf der Schloßstraße in der Kernstadt hinzukommen. Sie soll in drei Bauabschnitten grundlegend ausgebaut werden. Den Auftrag dafür hat Zells Stadtrat während seiner jüngsten Sitzung mehrheitlich ans Hontheimer Bauunternehmen Martin Friedrich vergeben. Es baut auch in der Au. In einem Aufwasch ein Bündelrohr (Leerrohr) für eine Glasfaserinternetleitung verlegen zu lassen – das lehnte der Rat aber mehrheitlich ab.

Planer Michael Brück vom Alfler Ingenieurbüro war in einer undankbaren Lage. Die Planungen zum Ausbau der Zeller Schloßstraße, die er den Mitgliedern des Stadtrats vorstellte, waren an sich nicht das Problem. Gegen Ende des Monats soll damit begonnen werden, die marode Straße auf einer Länge von 400 Metern zu erneuern. Drei Bauabschnitte sind vorgesehen: 1. Vom Finanzamt bis zum Abzweig eines "bituminösen Wirtschaftswegs" auf der Moselseite, der als Umleitung dienen soll. 2. Von dort bis Höhe alter Bahnhof. 3. Die 170 Meter Schloßstraße bis zum Lindenplatz.

Auftragsvergabe durchaus nicht unumstritten

Mindestens bis zur Tragschicht soll der erste Bauabschnitt noch in diesem Jahr fertiggestellt werden. Für die Dauer der Bauarbeiten soll der Verkehr über die Straßen Corray, Lindenplatz und Bahndamm Corray umgeleitet werden. Kurze Bauabschnitte hatten sich die Anwohner während einer Versammlung gewünscht, um Beeinträchtigungen zu minimieren. So weit, so unstrittig.

Doch als es um die Vergabe der Arbeiten an das Unternehmen Friedrich aus Hontheim ging, meldete sich unter anderen Lothar Bremm (CDU) zu Wort. Der Betrieb habe zwar das günstigste Angebot abgegeben. Seine Fraktion sehe jedoch durchaus "ein Problem darin, dieser Firma noch einmal einen Auftrag zu geben". Grund: Aus der Marientaler Au habe man massive Beschwerden darüber vernommen, dass die Bauarbeiten nur schleppend vorangingen.

Grünewald: Verzögerungen gehen nicht zuletzt aufs Konto von RWE und Telekom

Brück versicherte, die Verzögerungen dort hätten nichts mit den Leistungen des Hontheimer Unternehmens zu tun. "Es gab in der Marientaler Au viele unvorhergesehene Arbeiten, die nachträglich hinzugekommen sind", sagte er. Jürgen Grünewald vom Bauamt der Verbandsgemeinde Zell sprang Brück verbal zur Seite. Er sei fast jeden Tag auf der Baustelle in der Au. "Probleme sind mir bisher nicht bekannt geworden", sagte Grünewald. Im Gegenteil, die Anwohner seien sehr zufrieden mit dem Bauunternehmen. Lange Verzögerungen habe hingegen das Verhalten des Energieversorgers RWE und der Telekom zur Folge gehabt. Beide hätten in der Planungsphase trotz Anfrage – anderes als das Kreiswasserwerk – keine Wünsche in Sachen Leitungsverlegung geäußert.

Erst im Januar seien die Konzerne dann doch noch vorstellig geworden: Das RWE wollte die Verkabelung der Häuser in die Erde legen, die Telekom die Hauptleitung erneuern. "Ich habe vier Monate gebraucht, um die beiden Versorgungsträger RWE und Telekom unter einen Hut zu bekommen." Vor dem Hintergrund dieses Fremdverschuldens vergab der Stadtrat den Auftrag für den Ausbau der Schloßstraße letztlich doch an das Hontheimer Unternehmen. Nur Maria Baldes (CDU) und Jutta Koch (FWG) stimmten dagegen.

Verlegen eines Bündelrohrs abgelehnt

Deutlich mehr Ratsmitglieder, nämlich sieben, stimmten dagegen, an der ohnehin aufzureißenden Straße ein Leerrohr für eine Glaserfaserinternetleitung verlegen zu lassen. Bei nur sechs Stimmen dafür und fünf Enthaltungen reichte das, um dieser "Investition in die Zukunft" (Hermann Deisen, SPD) einen Riegel vorzuschieben. Grund waren zum einen die Kosten von rund 50 000 Euro. Zum anderen stellte Dr. Karl Samanek (CDU) die Frage in den Raum, ob andere Internetverbindungsvarianten, etwa Funklösungen, künftig nicht womöglich besser und schneller seien. Überhaupt: die Kosten – in der Schloßstraßen-Ausschreibung waren zusätzlich von Anwohnern angeregte Reparaturarbeiten an der Strecke enthalten, die als Umleitung vorgesehen ist. Sie sollen gut 116 000 Euro kosten.

Wie die Kosten fürs Verlegen des Bündelrohrs sind sie im Haushaltsplan nicht vorgesehen. Karl Heinz Simon (SPD), Bürgermeister der VG Zell, warnte die Ratsmitglieder: "Reparaturen sind keine Ausbauarbeiten." Rechtlich könne man sie nicht einfach in ein Straßenbauprogramm mitaufnehmen, auch wenn es einfacher sei, sie mitauszuschreiben. Von daher riet Simon dringend, den Ratsbeschluss unter den Vorbehalt zu stellen, dass die Kommunalaufsicht zustimmt. So kam es. Bei einer Enthaltung stimmte der Rat für die Reparaturarbeiten.

Cochem Zell
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