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    Cochem

    Die Reichsburg rüstet sich für die Saison

    Rund 200 000 Gäste schauen sich pro Jahr die Cochemer Reichsburg an. Doch damit das Wahrzeichen der Kreisstadt auch künftig in einem historisch wertvollen Zustand erhalten bleibt, sind immer wieder Reparaturen und Erneuerungsarbeiten vonnöten. Dieser Tage wird eine aufwendige Sanierung an dem Altan unterhalb des Hexenturms abgeschlossen. Alles in allem fließen in diesem Winter brutto rund 60 000 Euro in Arbeiten, die dem Erhalt der Touristenattraktion dienen.

    Von David Ditzer

    Mit dem Ergebnis der aufwendigen Renovierung sind Wolfgang Lambertz, Bürgermeister der Stadt Cochem, und Theo Lechtenfeld, Geschäftsführer der Gesellschaft Reichsburg Cochem, überaus zufrieden. Es ist "wichtig für das Gesamtensemble Küchentrakt, Altan und Hexenturm", hält der Stadtchef fest. Wer, den Berg hinaufkommend, das dritte Burgtor sowie das daran anschließende ehemalige Burgmannshaus passiert hat und nach rechts blickt, sieht recht schnell, was er meint. Denn hier sieht eine Mauer deutlich heller und neuer aus als andere. Den Abschluss dieser hohen Wand bilden Zinnen, die sich direkt an den Treppenturm, den sogenannten Hexenturm anfügen.

    "Diese Zinnen wurden wieder geöffnet", erläutert Lambertz. Nun habe der Altan, den die zinnenbewehrte Mauer einfasse, wieder die Form, die sie unter Dr. Louis Ferdinand Auguste Ravené hatte, dem Sohn Louis Ravenés. Letzterer hatte die frühere Ruine in den Jahren 1868 bis 1877 nach historischen Vorgaben wiedererbauen lassen. 1943 ließ das Deutsche Reich, das kurzzeitig im Besitz der Burg war, hier ein spezielles NS-Schulungsheim einrichten. Bäder wurden dafür an den Hexenturm angebaut, die Zinnen des Altans zugemauert.

    Jetzt sind sie wieder zu sehen. Und ein Schaden ist behoben, der schon Ende vergangenen Jahres aufgefallen war. Wasser war in die Wand unterhalb des Altans eingedrungen und hatte das Mauerwerk massiv beschädigt. Die notwendigen Sicherungsarbeiten wurden in Absprache mit der Landesdenkmalpflege und dem Reichsburg-Ausschuss der Stadt an das Unternehmen Torkret Substanzbau aus Klausen vergeben. Mit ihr hatte die Stadt auch bei Arbeiten an der Winneburg und der Stadtmauer schon positive Erfahrungen gesammelt.

    Mitarbeiter des Betriebs bliesen und wuschen im vergangenen November und Dezember Fugen aus. Sie setzten dort, wo es nötig war, Anker, um die Mauer zu sichern, erläutert Lambertz. Mit einem speziellen Mörtel wurden die Mauersteine neu verfugt. Doch damit war's nicht getan. Schließlich galt es auch noch zu verhindern, dass künftig weiterhin Wasser die Wand entlangläuft. Den Auftrag dazu erhielt der Cochemer Dachdeckerbetrieb Marx. Dazu mussten sie unter anderem Kies auf der Hochfläche des Altans abtragen und mit einer Wasserdichten Matte unterlegen. Diese Arbeiten waren am vergangenen Dienstag fast abgeschlossen. Sie führt das Wasser an die Seiten, zwei ebenfalls frisch installierte Wasserspeier führen es nach außen ab.

    Selbstverständlich durften auch das nicht irgendwelche Wasserspeier sein. An dem Altan gab es nämlich schon einmal Wasserspeier, die beim Umbau desselben entfernt worden waren. "Die Originalspeier sind jedoch verloren gegangen", hält Lambertz fest. Von ihnen gab es nur noch Fotos. Also verständigte man sich mit der Landesdenkmalpflege auf Nachbildungen, angefertigt vom Brauhecker Steinmetzbetrieb Arenz. Eine weitere Mauer am Küchentrakt, für die man aus der Ferne ebenfalls einen Wasserschaden diagnostiziert hatte, entpuppte sich bei näherem Hinsehen als intakt.

    Lambertz: "Dafür haben wir Mauerteile dazugenommen, die sich zum Burgtor hinziehen und ein ähnliches Schadensbild hatten." Das Dach der Hausmeisterwohnung war ebenfalls leck. Heilfroh sind Lambertz und der Burgherr Lechtenfeld darüber, das Ende vergangenen Jahres eine komplizierte Notreparatur am Bergfried mithilfe der Firma Marx und Höhenkletterern gelungen war: Sie wechselten in luftiger Höhe einen Kragstein aus, den ein Blitzschlag am 11. September 2011 beschädigt hatte, und stabilisierten das Mauerwerk an dieser Stelle. Nun ist die Statik des Hauptturms erst einmal nicht mehr in Gefahr. Doch letztlich führe an der Generalsanierung desselben kein Weg vorbei.

    Bis die in Angriff genommen werden könne, müssten allerdings noch viele Absprachen getroffen werden, nicht nur mit der Denkmalpflege. Einstweilen erfreuen sich Lambertz, Lechtenfeld und künftige Besucher der Burg einfach am neuen Erscheinungsbild des Hexenturm-Altans.

    Die nächste Not-OP steht an: Delfter Kacheln platzen ab

    Die Stadt Cochem und die Reichsburg-Gesellschaft sind Bürgermeister Wolfgang Lambertz zufolge dazu verpflichtet, aus den Gewinnen des Museumsbetriebs der Reichsburg Rücklagen zu bilden. Diese werden für die Arbeiten verwendet, die zum Erhalt der Burg nötig sind. Das funktioniert gut, ohne einen Euro Förderung oder sonstige Unterstützung. Die nächste Notinstandsetzung steht auch schon fest, im Innern der Hochburg: In der Kemenate platzen von einem nicht mehr genutzten Kamin wertvolle Delfter Wandkacheln ab. Ausblühungen und Kondenswasser führen dazu. An dieser Stelle hat Julius Carl Raschdorff, einer der Architekten des Wiederaufbaus der Burg, nachweisbar an der Innengestaltung mitgewirkt. Ein Gutachten, wie der Kamin sach- und fachgerecht wiederhergestellt werden kann, läuft. dad

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