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Bernkastel-Kues

Die Jüngste macht das Rennen: Laura Gerhardt ist die neue Gebietsweinkönigin an der Mosel

Thomas Brost

Eine junge Frau aus Traben-Trarbach repräsentiert jetzt in erster Linie den Moselwein: Laura Gerhardt ist die neue Gebietsweinkönigin des Anbaugebietes. Die erst 19 Jahre alte Studentin der Weinwirtschaft setzte sich in Bernkastel-Kues gegenüber den Konkurrentinnen Bärbel Ellwanger (24, Trier) und Denise Wagner (25, Veldenz) durch. Die unterlegenen Kandidatinnen vergossen keine Tränen, sie amtieren an der Seite von Laura Gerhardt als Gebietsweinprinzessinnen.

Drei strahlende Gesichter, denn alle drei Frauen dürfen an herausgehobener Stelle für den Wein von Mosel, Saar und Ruwer werben. Neue Gebietsweinkönigin ist die erst 19 Jahre alte Laura Gerhardt (Mitte) aus Traben-Trarbach. Ihr stehen Bärbel Ellwanger (links) und Denise Wagner als Prinzessinnen zur Seite. Foto: Brost
Drei strahlende Gesichter, denn alle drei Frauen dürfen an herausgehobener Stelle für den Wein von Mosel, Saar und Ruwer werben. Neue Gebietsweinkönigin ist die erst 19 Jahre alte Laura Gerhardt (Mitte) aus Traben-Trarbach. Ihr stehen Bärbel Ellwanger (links) und Denise Wagner als Prinzessinnen zur Seite.
Foto: Brost

Hotel Moselpark, Freitag kurz nach 18 Uhr: Ohrenbetäubende Stimmung, als die Namen der Kandidatinnen von Moselweinbaupräsident Rolf Haxel aufgerufen werden. Drei große Fangruppen stärken den jungen Frauen den Rücken. Fans der Veldenzerin Denise Wagner halten die Anfangsbuchstaben des Vornamens in Leuchtdiodenschrift nach oben, die Traben-Trarbacher haben gut 50 Mini-Transparente dabei, auf denen zu lesen steht: „Laura for Mosel Queen“.

Derweil muss sich Kathrin Hegner ihre Krone von Rolf Haxel abstreifen lassen – ihre Amtszeit endet nach einem Jahr. Wie sie den letzten Abend verbracht hat, will Moderator Ludger Peters wissen. „Ich habe den letzten Abend mit der Krone genossen und Freunde eingeladen. Jetzt habe ich einen Kater“, sagt Hegner lächelnd. Für sie steigt allerdings die Spannung wieder: Sie bewirbt sich am 22. September für das Amt der Deutschen Weinkönigin. Und der ganze Saal wird ihr den Daumen drücken, versichert Peters.

Die Neuerungen: Anfang August hat es einen Vorentscheid gegeben, bei dem zwei Kandidatinnen nach einer Befragung durch Experten den Kürzeren zogen. Ebenso neu ist der Krönungsort: Statt der angestammten Europahalle in Trier, in der Umbauarbeiten anstehen, wich die Moselweinwerbung aufs Kueser Plateau aus.

Die Kandidatinnen: Denise Wagner ist die Erste, die „in die Bütt“ muss. Sie stammt zwar nicht aus einem Weingut, aber die Angestellte des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDK) hat sich viel Fachwissen angeeignet – so brilliert sie bei der Blindverkostung und ordnet Grauburgunder, Elbling und Riesling korrekt zu. Sie redet flüssig, etwas beherrscht, wirkt entschlossen. Rosé ist ihr Lieblingswein, aber auch einen Riesling Kabinett verachtet die 25-Jährige nicht.

Bärbel Ellwanger könnte Weinbotschafterin für einen Wachstumsmarkt in Fernost werden: Die 24-Jährige spricht fließend Chinesisch, hat China-Studien fertig studiert und auf Weinproben im Karl-Marx-Jahr in Trier für Gäste aus dem Reich der Mitte übersetzt. „Ich freue mich, wenn Menschen aus anderen Kulturen zu uns kommen“, sagt die Triererin, die fast immer ein Lächeln auf den Lippen hat. Auch sie trifft bei der Blindverkostung ins Schwarze.

Als auch Laura Gerhardt die gestellte Aufgabe löst, ist klar: Es wird wieder recht knapp werden, die 30-köpfige Jury ist um ihre Entscheidung nicht zu beneiden. Auch Laura ist zweisprachig, ihre Mutter stammt aus den Niederlanden. Ihr Opa war Winzer, sagt die 19-Jährige, die ohne Ruckeln klar und deutlich spricht. „Ich will die Leute begeistern für unseren Wein“, verspricht sie selbstbewusst. Jetzt hat die groß gewachsene Blondine („Riesling Kabinett ist mein Lieblingswein“) erst mal die gesamte deutsche Weinwelt zu beackern.

Als ihr Name als Siegerin fällt, hält sie sich bescheiden mit Gesten zurück, aus Rücksicht auf ihre neuen Co-Majestätinnen. „Ich bin überwältigt“, sagt sie etwas zögerlich, bevor der jubelnde Gratulationschor aus der Doppelstadt mit dem Beigeordneten Hajo Weinmann und Bürgermeister Marcus Heintel an der Spitze rhythmische Sprechchöre anstimmt und die Bühne erstürmt. Lauras Mutter Linda ist einfach nur „stolz und überglücklich“. Und sie verrät: „Laura hat sich so was immer erträumt. Jetzt ist sie am Ziel.“

Von unserem Chefreporter Thomas Brost
Cochem Zell
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