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    Bürgermeisterkandidat Hans Bleck (SPD): Wenn das Parteibuch mal keine Rolle spielt

    Er ist der Mittelpunkt des Familienlebens: Der Holztisch im offenen Wohnbereich ist alt, sehr alt. Mindestens 400 Jahre, schätzt Hausherr Hans Bleck.

    Hans Bleck an seinem Stammplatz: Der alte Holztisch ist der Mittelpunkt im offenen Wohnbereich des Hauses der Familie in Cochem-Cond. Bleck fühlt sich hier sehr wohl, mag alte Möbel und restauriert seit Jahren ein alte Mühle selbst. Foto: Kevin Rühle
    Hans Bleck an seinem Stammplatz: Der alte Holztisch ist der Mittelpunkt im offenen Wohnbereich des Hauses der Familie in Cochem-Cond. Bleck fühlt sich hier sehr wohl, mag alte Möbel und restauriert seit Jahren ein alte Mühle selbst.
    Foto: Kevin Rühle

    Die Mischung aus Altem und Neuem, ist das ein Zeichen für die Offenheit des 56-jährigen Anwaltes? Er mag diesen Stilmix. Später wird er noch stolz von der alten Mühle am Ellerbach erzählen, die er seit acht Jahren renoviert. Wenn er 60 Jahre alt ist, soll das alte Gemäuer aus dem Familienbesitz seiner Frau fertig sein. Handwerken, das findet er gut. So sieht er auch seinen Beruf als Anwalt. Ein Querschnitt durch das Leben. Bleck ist kein Anzug- und Krawattentyp. Unkonventionell trifft es wohl am besten, aber bodenständig. Der politikerfahrene Sozialdemokrat möchte Bürgermeister der Verbandsgemeinde (VG) Cochem werden – aus der Überzeugung heraus, dass es möglich sein muss, ohne Ansehen des Parteibuchs gute Arbeit zu leisten.

    Fraktionszwang ist ihm ein Graus, seine langen Haare wird er sich nicht abschneiden lassen, um anderen zu gefallen. Zu seinem Faible für schnelle Autos steht er. Sein Konterfei auf dem Porsche: Das gefällt nicht jedem. Das Logo der SPD findet man auf seinen Plakaten nicht. Die Genossen haben ihn ins Rennen geschickt. „100 Prozent, das macht mich stolz“, sagt Bleck. Das Parteibuch aber hat er nun zumindest symbolisch beiseitegelegt. Sollte er Bürgermeister werden, soll das für ihn keine Rolle spielen. Im Herzen und überhaupt ist er Sozialdemokrat. „Na sicher.“

    Bleck kennt das kommunalpolitische Geschäft, hat Erfahrung als SPD-Fraktionschef in Stadt- und Verbandsgemeinderat, war, wenn auch kurz, Beigeordneter der VG Cochem. Sollte er Bürgermeister werden: Wie wird er es angehen? „Den Gedanken, die Verwaltung umzukrempeln, habe ich nicht, das würde auch gar nicht gehen. Aber so wie ich auch jetzt mit meinem Team arbeite, möchte ich für ein gutes, vertrauensvolles Betriebsklima sorgen.“ Die Arbeit im Rat? „Ein gutes, konstruktives Miteinander – in der Hoffnung, dass in ein, zwei oder drei Jahren das Parteibuch keine Rolle mehr spielt.“

    Also Schmusekurs? Nein, Hans Bleck zeigt klare Kante. Es muss um die Sache gehen. Verbiegen lassen will er sich nicht. Das passt auch nicht zu seinem Leben. Seine Frau Monika Trimborn von Landenberg, ebenfalls Anwältin, und er haben eine Patchworkfamilie, vier Kinder. Sie erden den Anwalt. Sein ältester Sohn ist 35, die Töchter seiner Frau sind 18 und 20, der jüngste gemeinsame Sohn des Paares ist sechs Jahre alt. Bleck, der schon Opa ist, findet es toll, so spät noch einmal Vater geworden zu sein, erzählt lächelnd von seiner Männertour im Campingbus mit dem Jüngsten in die Bretagne. „Wir essen beide gern Meeresfrüchte, das war toll zu sehen, wie er sich dann Miesmuscheln bestellt hat“, lacht Bleck.

    Dass die Familie in vielerlei Hinsicht sehr gut lebt, das weiß er. „Unsere Kinder aber sind so erzogen, dass sie genau wissen, wie lange man für 10 Euro arbeiten muss.“ Das hat er selbst auch nicht anders erlebt. Zehn Jahre hat er in Trier gelebt und studiert. „Ich hatte immer Jobs.“ Tankwart war er unter anderem, später Kassierer. „Ein steiler Aufstieg,“ lacht er, „dann musste ich nicht mehr bei Wind und Wetter draußen stehen.“ Als junger Anwalt stellte sich dann die Frage: Wo lasse ich mich nieder? „In Trier wäre das das 100. Schild an einem Haus gewesen, das konnte ich mir irgendwie nicht vorstellen.“ Als Ende der 80er-Jahre das Brauheckcenter fertig wurde, bezog der Sohn eines Klotteners und einer Cochemerin dort ein Büro. Es ist ihm leicht gefallen, zurück in die Heimat zu kommen. „Ich lebe unheimlich gern hier, mag die Landschaft und die Leute einfach gern.“ Das ist ihm und seiner Frau auch bei ihrer Arbeit wichtig. „Jura ist im Ergebnis das Leben,“ sagt Bleck. „Es gibt nichts, was ausgespart wird.“ Vom Knöllchen bis zum Kindeswohl.

    Er mag Menschen, ist offen. Und lernt dennoch vieles aus einer anderen Perspektive kennen, seit er wahlkämpferisch, wie er selbst sagt, unterwegs ist. „Ich bin sehr angetan davon, wie vielen engagierten Menschen ich begegne.“ Das motiviert ihn. Bleck hofft auf eine hohe Wahlbeteiligung. Wenn er auf Wahlkampftour auch oft hört, dass viele nicht zur Bundestagswahl gehen wollen. Was sagt er den Unschlüssigen? „Na, dann nehmt doch wenigstens die Chance wahr, den Bürgermeister zu wählen.“ Apropos Chancen? Wo sieht sich Hans Bleck? „Ich erwarte ganz klar, dass ich in die Stichwahl komme.“ Wenn nicht? Kurze Pause. „Wenn hier einer den Durchmarsch macht, werde ich von Herzen gratulieren, weil er dann echt was gerissen hat.“ Klingt entspannt. Wie auch immer. Gesprochen wird vor und nach der der Wahl – ob mit der Familie oder Freunden – mit Sicherheit noch des Öfteren. Am großen Esstisch.

    Von unserer Redakteurin Petra Mix

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