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Bürger begegnen Bahn mit großen Vorbehalten

Cochem/Ediger-Eller – Auf zwei Bürgerversammlungen informierte die Deutsche Bahn diese Woche die von der Erneuerung des Alten Kaiser-Wilhelm-Tunnels in Ediger-Eller und Cochem betroffenen Anwohner. Die Bürger äußerten viele und detaillierte Bedenken, vor allem in Ediger-Eller kochten die Emotionen hoch.

Von Cochem aus wird Beton per Lkw in den Tunnel gebracht, über Ediger-Eller werden Schotter und Gestein abtransportiert. Der zu erwartende Verkehr ruft viel Kritik hervor.  Foto: Kevin Rühle
Von Cochem aus wird Beton per Lkw in den Tunnel gebracht, über Ediger-Eller werden Schotter und Gestein abtransportiert. Der zu erwartende Verkehr ruft viel Kritik hervor.
Foto: Kevin Rühle

Von Kevin Rühle

Tausende Tonnen Schotter, Gleise und Gestein raus, Tausende Tonnen Beton rein. Was so einfach klingt, bereitet den Anwohnern in Ediger-Eller Kopfzerbrechen. "Wir haben August, und Sie beginnen im September. Wann wollen Sie eigentlich planen?", fragte ein Moselaner provokativ, nachdem der technische Projektleiter Bodo Tauch die zu erwartenden Lkw-Fahrten pro Stunde präsentiert hatte. Die Antwort: Im Spätherbst sollen die Routen für An- und Abtransport stehen. Probleme sehen die Anwohner auch in der möglichen Staubentwicklung nahe der Baustelle. So habe die Bahn bereits beim Bau der neuen Röhre Häuser entlang dem Ellerbach reinigen müssen. Um dies zu verhindern, regte Wolfgang Wolpert aus Ediger-Eller an, die Gesteinsmassen bereits im Tunnel zu befeuchten.

Auch Staatssekretärin Heike Raab forderte die Bahn auf, ihr Baustellenkonzept zu überarbeiten. "Wenn die DB, wie bislang geplant, Abbruchmaterial mit bis zu 27 Lkw-Fahrten pro Stunde abtransportieren will, läuft dies auf eine außerordentliche Belastung der Innenstadt von Cochem und auch der Ortslage Ediger-Eller durch Anlieferverkehre hinaus und wird auf erhebliche Widerstände der betroffenen Bevölkerung stoßen", so Raab in einem Schreiben an den Vorstandsvorsitzenden der DB Netz AG, Frank Sennhenn. Es solle geprüft werden, ob durch "geeignete Sperrpausen auf den Betriebsgleisen" Raum für den Abtransport auf der Schiene geschaffen werden könne. Kreistagsmitglied Bernd Schuwerack sagte: "Ich hätte mir erwartet, dass die Bahn konkreter wird. Die L 98 ist jedenfalls schon jetzt sehr belastet, das wird nicht funktionieren."

In Cochem zweifeln Anwohner daran, dass die geplanten Sprengungen keine Schäden an den Häusern in der Oberstadt verursachen. Die Sprengungen sind nötig, damit zwei Meter Fels aus der Tunnelsole abgetragen werden können. Bodo Tauch und der Vertreter der ausführenden Firma Subterra aus Tschechien sind überzeugt, dass die Sprengungen keine Schäden hinterlassen werden. Trotzdem wird nun ein zweites Beweissicherungsverfahren eingeleitet. Jedoch sind die Schäden, die während des Baus der neuen Tunnelröhre entstanden sind, längst noch nicht abgewickelt. Selbst auf der Informationsveranstaltung in Cochem meldete eine Anwohnerin weitere Wasserschäden an ihrem Haus.

Laut Bahn wird die Erneuerung der alten Röhre keinen Einfluss auf die unterirdischen Wasserströme in der Cochemer Oberstadt haben. Eine wartbare Dränage soll sicherstellen, dass sich kein Wasser aufstaut. Denn der alte Tunnel soll nach der Erneuerung wasserdicht sein, aktuell wirkt der Kaiser-Wilhelm-Tunnel wie ein riesiges Abflussrohr. Es wurden allerdings bisher keine Ergebnisse der Messstellen, die in der Oberstadt eingerichtet wurden, veröffentlicht. Es soll ein Jahr lang beobachtet werden.

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