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    Cochem

    Bewaffneter Mann auf Hausdach hält Polizei stundenlang in Atem [ausführlicher Bericht]

    Staus in der Stadt. Feuerwehrleute leiten den Verkehr um. Mehr ist zunächst nicht zu sehen. Ein größerer Polizeieinsatz sorgt am Freitagmorgen in Cochem für Aufsehen. Die Endertstraße ist weiträumig gesperrt, weil ein schreiender Mann mit einer Waffe auf einem Hausdach gesichtet wird.

    Cochem. Was ist da los? Keiner der Autofahrer ahnt wohl auf dem Weg zur Arbeit, was sich zu diesem Zeitpunkt am Ende der Endertstraße abspielt. Ein Großeinsatz der Polizei hat am Freitagmorgen im Berufsverkehr und noch einige Stunden danach für Aufregung gesorgt. Ein bewaffneter Mann hat sich gegen 5.30 Uhr auf das Dach eines Mehrfamilienhauses in der Enderstraße zurückgezogen. Bis 13 Uhr wird dieser Einsatz dauern. Es sollen am frühen Morgen auch zwei Schüsse gefallen sein. Dieses Gerücht macht um die Mittagszeit in Cochem die Runde. Die Polizei wird es später weder bestätigen noch dementieren.

    Tatsächlich hat der Mann eine Schreckschusspistole bei sich, die einer Pistole täuschend ähnlich sieht. Ob Schüsse fielen? Oder die Leute die auffallend lauten Schreie die Mannes dafür hielten? Pure Spekulation. Aber was ist passiert?

    5.30 Uhr: Bei der Polizei in Cochem geht ein Anruf ein: Am Stadtrand von Cochem steht ein Mann auf dem Dach und schreit. Die Cochemer Beamten bezeichnen das Verhalten des Mannes, der nicht aus dem Kreis Cochem-Zell kommt, als äußerst außergewöhnlich, können es nicht einordnen. Ist hier Gefahr im Verzug? Die völlig unklare Situation fordert schnelles Handeln – auch um Dritte, nämlich die Anwohner in dem Bereich, zu schützen. Die Anwohner müssen am Morgen in ihren Häusern bleiben. Rollläden runter. Dass bei einer solchen Lage eine Art Stillstand in einem abgesperrten Bereich herrschen muss, ist der Sicherheit geschuldet. Und hat oberste Priorität. Die Endertstraße in Cochem ist vom Abzweig Stadtwaldstraße in Fahrtrichtung Landkern und aus Richtung Landkern am Abzweig Wildpark stundenlang gesperrt. „Es geht dann nicht nur darum, dass dort keine Autos fahren, sondern dass auch keine Menschen auf der Straße herumlaufen“, wird Lars Brummer, Polizeidirektion Mayen, später auf RZ-Nachfrage erklären. Der Polizeihauptkommissar ist an diesem Freitag für die Pressearbeit zuständig.

    10.05 Uhr: Die Polizei sammelt Fakten. Die Frage „Was passiert hier eigentlich gerade?“ bleibt zunächst offen. Aus ermittlungstaktischen Gründen. Die Absperrung ist nach Angaben der Polizei eine Sichermaßnahme. Aber: Spekulationen machen schnell die Runde. Der Mann soll angeblich mit einer Pistole und mit einem Messer bewaffnet sein. Offiziell bestätigt wird das aber nicht. Von der Polizei ebenfalls unbestätigten Angaben zufolge ist, das sickert jedoch schnell durch, als die ersten Fotos auftauchen, ein Spezialeinheitenkommando (SEK) vor Ort. Speziell ausgebildete Beamte versuchen an diesem Morgen herauszufinden, was den Mann bewegt hat, auf das Dach zu steigen. „Es kann alle möglichen Gründe dafür geben“, sagt Lars Brummer. Freundlich, aber bestimmt. Keine Details. Nicht zum jetzigen Zeitpunkt. Nur so viel: Es sind Polizisten aus Cochem und Verstärkung aus Koblenz, Feuerwehr und Rettungskräfte im Einsatz.

    11.14 Uhr: Der Verkehr fließt mittlerweile wieder etwas flüssiger in Cochem. Neues zu dem Fall gibt es nicht. „Er steht noch auf dem Dach. Unsere Leute lassen sich Zeit, reden in aller Ruhe mit ihm“, sagt Brummer, bei dem an diesem Vormittag die Drähte heiß laufen. Geduld ist jetzt bei den Journalisten gefragt. Besonnenheit aufseiten der Polizei.

    11.26 Uhr: Ein unscharfes Foto, das einen Mann auf einem Dach zeigt, kommt per E-Mail in der Redaktion an. Sollen wir das bringen? Indiskutabel. Dieser Mensch befindet sich in einer absoluten Ausnahmesituation, das gehört respektiert. Punkt.

    12.09 Uhr: Nichts Neues. Polizist Brummer, mit dem die stündlichen Nachfragen übrigens abgestimmt sind, ist gelassen. „Die Kollegen reden immer noch mit dem Mann auf dem Dach.“ Wie wird es weitergehen?

    13.13 Uhr: Letzter Stand der Dinge. Der Mann ist vom Dach runter. Hat es einen Zugriff des SEK gegeben? Was ist genau geschehen? Noch immer gibt es keine offiziellen Details. Der Sprecher der Polizei bittet um Geduld. Das Polizeipräsidium in Koblenz muss die Informationen erst absegnen.

    14.36 Uhr: Die Pressemitteilung der Polizei kommt per E-Mail. Jetzt aber. Bis kurz vor 13 Uhr befand sich der Mann auf dem Dach des Wohnhauses, bis es zu einem gezielten Zugriff durch die Polizei kam. Die Spezialkräfte hatten keine Chance, den Mann zum Reden zu bringen.

    14.52 Uhr: Nachfrage bei Brummer. Gezielter Zugriff, was bedeutet das? Wurde geschossen? Der Sprecher der Polizei verneint. Alles gut gegangen. Offen bleibt die Frage, was den Mann bewogen haben mag, auf das Dach zu steigen? Das werden weitere Ermittlungen ergeben. Brummer ordnet ein. „Das geht jetzt seinen Gang. Befragung und sicher auch eine ärztliche Untersuchung stehen an.“ Was wird dann mit dem Mann passieren? Kommt auf die Situation an. Könnte schon sein, das er in eine Fachklinik eingewiesen werden muss.

    Von unserer Redakteurin Petra Mix

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