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    Treis-Karden/Moselkern

    Baumpflege und Sicherheit: Cousins treffen Marktlücke

    Die beiden Chefs sitzen sich gegenüber, nur der direkte Blick ist versperrt durch die Computermonitore auf den Schreibtischen. An der Wand hängen Auftragslisten – viele Auftragslisten. Denn Rene Herter und Lars Bogdanski haben ihr Unternehmen zum richtigen Zeitpunkt gegründet, vor etwa fünf Jahren. Die Firma der beiden Männer aus Moselkern pflegt, fällt, pflanzt und begutachtet Bäume. Und vor allem letztgenannte Aufgabe wird für die Kommunen immer wichtiger.

    Foto: Kevin Rühle

    Herter und Bogdanski sind Cousins und gute Freunde, seit 2012 auch Geschäftspartner. „Wir fällen alle wichtigen Entscheidungen gemeinsam, das passt einfach“, sagt der 30-jährige Bogdanski. „Es braucht Vertrauen, sonst hätten wir es nicht geschafft“, ergänzt Herter. Dass sie mittlerweile in ganz Rheinland-Pfalz arbeiten und zwölf Menschen einen guten Arbeitsplatz geben können, darauf sind die Cousins stolz. Denn der Start in die Selbstständigkeit war für den Forstwirt und den Elektriker nicht einfach. „Wir haben viel Lehrgeld bezahlt, und einige Bänker haben über unsere Geschäftsidee gelacht“, sagt der ehemalige Soldat Bogdanski.

    Foto: Forstbetrieb Herter

    Mittlerweile dürfte dem Forstbetrieb Herter das nicht mehr passieren, zu ihren Kunden gehören beispielsweise die Städte Trier, Andernach oder auch Ulmen. Viele Kommunen haben in den vergangenen Jahren Baumkataster erstellt, nachdem 2012 eine Frau in Trier von einer umstürzenden Kastanie erschlagen wurde und sich ein Sachbearbeiter des Trierer Grünflächenamtes vor Gericht verantworten musste. Jetzt werden nach und nach alle Bäume auf Gemeindeflächen auf ihre Standfestigkeit untersucht, zum Beispiel auch von der Firma Herter mit Sitz in Treis-Karden. Dazu haben die Moselkerner auch Ingenieure und Fachagrarwirte eingestellt, die diese Aufgabe übernehmen können. Fäule und Pilze schwächen Bäume, die Experten kontrollieren entweder mit Bohrungen oder einem Ultraschallgerät den Zustand des Stammes. „Der Baum soll wenn möglich erhalten werden, das ist uns wichtig“, erklärt Herter. Das ist allerdings nicht immer möglich, allein in Trier hat die Firma im vergangenen Jahr mehr als 1000 Bäume gefällt. Dabei obliegt die Entscheidung, ob die Verkehrssicherheit gefährdet ist, meist nicht der Firma, die den Baum entfernt. Die Kommunen legen Wert darauf, dass diese Aufgaben getrennt sind, erklärt Bogdanski. „Wir haben beschlossen, jedes Jahr mehr Bäume zu pflanzen, als zu fällen“, sagt der 30-Jährige, was ihnen im vergangenen Jahr auch gelungen ist. Viele Pflanzen können gerettet werden, wenn die Pflege stimmt, sagt der 27-jährige Herter und ergänzt: „Wir achten darauf, dass man unsere Arbeit kaum sieht, der Lkw aber nachher voll mit Ästen ist.“ Denn: „Einen Baum zu fällen, macht keinen Spaß“, betont Bogdanski. Die beiden jungen Firmenchefs sehen zuversichtlich in die Zukunft. „Die Sicherheitserwartung steigt weiter an, da sind fachkundige Firmen gefragt“, sagt Rene Herter. In wenigen Jahren haben die Moselkerner in Sachen Baumpflege eine der führenden Firmen in Rheinland-Pfalz aufgebaut. Jetzt überlegen sie sogar, weiter zu wachsen und eine Zweigstelle in Trier zu eröffnen.

    Foto: Forstbetrieb Herter
    Von unserem Redakteur Kevin Rühle

    Firma hat bisher keine Probleme, Fachkräfte zu finden

    Der Forstbetrieb in Treis-Karden ist schnell gewachsen, andere Unternehmen stöhnen über Fachkräftemangel. „Wir hatten bisher keine Probleme“, sagt Geschäftsführer Bogdanski. Die Cousins sind überzeugt, dass gute Bezahlung, ein familiärer Umgang und bezahlte Weiterbildung der Schlüssel dazu sind, gute Mitarbeiter zu finden.

    Und entgegen anderer Unternehmen ist der Samstag bei Herter und Bogdanski kein Arbeitstag. „Das ist uns wichtig“, sagen die Chefs. Der Altersschnitt der Belegschaft liegt zwischen 26 und 27 Jahren. „Ohne gute Mitarbeiter wäre dieser Betrieb nicht möglich“, sagt Bogdanski. ker

    Cochem Zell
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