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Zell/Mosel

Auf Kampagnen-Tour durch Moselland: Schweitzer in Zell, damit Heimat Zukunft hat

David Ditzer

Alexander Schweitzer, Vorsitzender der SPD-Fraktion im rheinland-pfälzischen Landtag, ist am Donnerstag mit der Kampagne „Meine Heimat – unsere Zukunft“ nach Pünderich und Zell gekommen. Im Gepäck hatte er vor allem zwei Dinge: vergleichsweise viel Zeit und ein offenes Ohr für die Sorgen und Nöte, die die Menschen dort bewegen. Das Versprechen, das er dazu auf dem Zeller Marktplatz abgab: „Wir werden diese Dinge, die wir erfahren haben, nächste Woche in einer Landtagssitzung zum Thema machen.“ Und dabei allein soll es nicht bleiben.

An einer Sitzgruppe vor der Weinlounge auf dem Zeller Marktplatz hockt Alexander Schweitzer, SPD-Fraktionsvorsitzender im rheinland-pfälzischen Landtag, bei den Menschen und sucht das Gespräch.
An einer Sitzgruppe vor der Weinlounge auf dem Zeller Marktplatz hockt Alexander Schweitzer, SPD-Fraktionsvorsitzender im rheinland-pfälzischen Landtag, bei den Menschen und sucht das Gespräch.
Foto: David Ditzer

Schon seit Juli tourt der aus dem Kreis Südliche Weinstraße stammende Schweitzer mit der Kampagne durch Rheinland-Pfalz. Die Besuche an den einzelnen Stationen sind immer gleich aufgebaut: Zuerst putzt der Chef der SPD-Landtagsfraktion mit dem jeweiligen Wahlkreisabgeordneten Klinken. Schweitzer: „Was ich dabei oft erlebe, ist, dass die Leute überrascht sind, dass die Politik vor der Tür steht. Sie fragen dann zum Beispiel: ,Ist denn schon wieder Wahl, und ich habe meine Wahlbenachrichtigung verlegt?‘“

Nein, noch ist keine Wahl. Bei der Kampagne „Meine Heimat – unsere Zukunft“ geht es darum, den Menschen im Land zu zeigen: Die SPD kümmert sich auch außerhalb der Wahlkampfzeiten um das, was die Menschen bewegt, insbesondere im ländlichen Raum. Für den Fall, dass den Leuten aus dem Stegreif nichts einfällt, wo ihnen der Schuh drückt, halten Schweitzer und der Landtagsabgeordnete Benedikt Oster fertig adressierte und bedruckte Postkarten bereit. Für die SPD-Landtagsfraktion. Auf der Vorderseite stehen drei Fragen: Was läuft gut bei Ihnen vor Ort? Was läuft Ihrer Meinung nach schlecht vor Ort? Welche Vorschläge und Wünsche möchten Sie zum Leben im ländlichen Raum an uns richten? Auf diese Frage haben die Menschen, die Oster und Schweitzer in Pünderich und Zell – sowie am Vortag in Reil – treffen, jedoch meist schon an der Haustür respektive in der Wohnstube oder auf dem Marktplatz Antworten parat.

Die Themen Mobilität und Wohnen (nicht zuletzt im Alter, aber generell auch zu erschwinglichen Preisen) sowie eine wohnartnahe Arzt- und Lebensmittelversorgung spielen immer wieder eine Rolle. War in Pünderich, wo gerade erst der Grundschulstandort Briedel-Pünderich auf der Kippe stand, die weitere Zukunft desselben ein Thema? Schweitzer: „Nein, die Menschen wissen, dass klar ist, dass die Schule bleibt. Sie haben da einen Haken drangemacht.“ Doch gilt das längerfristig? „Wir wollen auch in Zukunft wohnortnahe Grundschulen haben, und dabei bleibt es auch“, unterstreicht Schweitzer. „Das ist eine wichtige Grundlage für die Zukunft im ländlichen Raum.“ Allerdings merkt er auch an: „Wir haben in Rheinland-Pfalz die kleinsten Grundschulklassen in ganz Deutschland.“

Teil zwei der Stationen der SPD-Kampagne besteht immer aus einer Abschlussveranstaltung, bei der man in geselliger Runde miteinander ins Gespräch kommt. In Zell geschieht dies in und vor der Weinlounge am Marktplatz – bei einem Glas Wein, bei Federweißem oder Wasser. Unter anderem wird Schweitzer hier gefragt: Was will die SPD gegen das Erstarken der AfD unternehmen – und anderer Hetzer, die mithilfe einfacher fremdenfeindlicher Parolen auf Stimmenfang gehen? Schweitzers Antwort ist klug, souverän, unprätentiös: Sich der Sorgen und Nöte der Menschen nicht zu verschließen, ist ein Anfang. Noch wichtiger aber: Man wolle sich dieser Probleme auch annehmen. Eine aus der Heimat-Kampagne zu erarbeitende Programmatik soll auch Teil der nächsten Haushaltsdebatte werden. Schweitzer: „Wenn Politik bei den Alltagsfragen schon nichts hinkriegt, dann darf sie sich mit den großen Fragen erst gar nicht befassen.“ Ein Mann in der Zeller Runde applaudiert so kräftig, dass sich andere Gäste zu ihm umdrehen. Dann klatschen alle mit.

Von unserem Redakteur David Ditzer
Cochem Zell
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