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Cochem

Apolloweg bleibt vorerst umgeleitet

David Ditzer

Der beliebte Apolloweg zwischen Cochem und Valwig ist – nach einem Felssturz im Januar – um die Conder Brauselay herum gesperrt und wird bis auf Weiteres umgeleitet bleiben. Grund: Die nötige Hangsicherung bereitet noch Schwierigkeiten. Da der Apolloweg ein Teil des Moselsteigs ist, kann der Wanderer den Verlauf der Teilumleitung auch auf der Webseite www.moselsteig.de einsehen. An Ort und Stelle jedoch gestaltet sich dies wesentlich schwieriger.

Es waren ordentliche Schieferbrocken, die im Januar in der Nähe der Madonna unterhalb der Brauselay zu Tal polterten. „Seither hatten wir schon zweimal das geologische Landesamt da“, sagt Cochems Stadtbürgermeister Walter Schmitz. Und inzwischen ist auch klar, was auf dem Felssturzabschnitt, wo die Stadt in der Verkehrssicherungspflicht ist, geschehen soll. Gut zwei Meter hohe Fangzäune sollen Wanderer dort künftig vor herabstürzenden Gesteinsbrocken schützen. Die Stadt hat sogar einen betroffenen Wingert gekauft, um in Sachen Hangsicherung adäquat schalten und walten zu können.

Allein: Um das Ganze kostengünstiger zu gestalten, bietet es sich an, eine weitere notwendige Hangsicherung in Richtung Valwig abzuwarten, die nicht in der Zuständigkeit der Stadt liegt. Und dort klemmt es, weil es Probleme in puncto Eigentumsverhältnisse gibt. Von einer provisorischen Alternativlösung auf ihrem Hangsicherungsteil war die Stadt wieder abgerückt, nachdem es zu einem zweiten Felssturz gekommen war.

Damit jedoch zumindest ein Teil des Apollowegs weiter bewandert werden kann, müssen Wanderer, die von Valwig kommen, nun an der Apollohütte vorzeitig ins Tal hinabgehen und dann über den Radweg an der Mosel in Richtung Cochem laufen, eine Querung der B 49 eingeschlossen. Auf dem Apolloweg müssen Wandersleute also einstweilen mit der Umleitung leben. Aber dafür hat der Verein zur Förderung des Feuerwehrgedankens und der Brauchtumspflege in Cond ihnen eine Attraktion wieder ordentlich erschlossen: die Aussichtskanzel auf der Brauselay. Fünf, sechs Leute schufteten dafür sechs, sieben Stunden lang, erzählt Günter Thiel. Mit Freischneider, Harken, Schüppen und anderem Werkzeug befreiten sie den Stationenweg in Cond, der vom Rosenweg abzweigt, von Gestrüpp.

Sie beseitigten Geröll von Treppen und machten den Pfad zur Brauselay-Kanzel wieder gut begehbar. „Dafür kann man den Leuten und dem Verein nur ein großes Dankeschön aussprechen“, sagt Cochems Stadtchef Schmitz. Er selbst kann den sensationellen Ausblick von der Kanzel wegen Höhenangst nicht genießen. Aber vonseiten der Stadt will er mögliche weitere Instandsetzungsarbeiten nach Kräften unterstützen. Was die Umleitung des Apollowegs angeht, merkt Helfer Günter Thiel an: „Die müsste ein bisschen besser ausgeschildert werden. Viele wissen nicht, wo sie langgehen müssen.“

Von unserem Redakteur David Ditzer

Kommentar - Verzweifelt gesucht: die Umleitung

Der Apolloweg ist wegen Felssturzgefahr teilgesperrt, eine Umleitung eingerichtet. Richtig. Aber was nützt das, wenn Wanderer die Sperrung mehr als leicht umgehen (übersehen) können.

Und andererseits ist die Umleitung nur für Ortskundige, die um dieselbe wissen, leicht zu finden. Wer den Apolloweg von Valwig aus beschritten hat, der mag den vorzeitigen Abstieg in Richtung Radweg gut finden. In umgekehrter Richtung gleicht die Wegsuche einem Rätselraten. Das Sperrschild am regulären Conder Apolloeinstieg kann jedermann leicht zur Seite stellen. Eine Sperrung war hier am Freitag nicht erkennbar.

Cochem Zell
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