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Cochem-Zell

Als Testfahrer durch den Kreis Cochem-Zell düsen

Möchten Sie einmal in Ihrem Leben Testfahrer werden? Auf vier Reifen kostenfrei den Kreis erfahren? Wer auf rasante Stunden in einem Sportflitzer spekuliert, wird enttäuscht sein. Die Reifen sind zwar breitwandig, gehören aber zu einem Bus – die Rhein-Mosel-Verkehrsgesellschaft (RMV) und der Verkehrsverbund Rhein-Mosel (VRM) suchen Testfahrer, die einen Monat lang mit einem Probeabo kostenlos zu ihrer Arbeitsstätte und zurück pendeln.

„Wir wollen damit eine Zielgruppe gewinnen, die üblicherweise nicht in Bussen sitzt“, sagt RMV-Pressesprecherin Gabriele Rau zur Intention der Aktion, die im Mai laufen wird. Und die ausgesuchten Testfahrer sollen frank und frei am Ende des Probemonats ein Fazit ziehen: Lohnt es sich, als Berufspendler auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen? Für Edi Reiz liegt die Antwort auf der Hand. „Bei diesen Spritpreisen ist das schon jetzt eine Alternative“, sagt der Abteilungsleiter des ÖPNV-Referates des Kreises. Ein Monatsabo für die Strecke Kaisers-esch – Cochem kostet zurzeit 79 Euro, die Kosten fürs Privatauto inklusive Unterhaltung betragen bei einem Spritpreis von 1,65 Euro ganze 270 Euro im Monat. Das Modellprojekt wird von der Kreisverwaltung unterstützt.

Die Testfahrer dürfen die Vorzüge des Probeabos, das identisch mit einem üblichen Monatsabo ist, weidlich auskosten: Neben der kostenlosen Fahrt vom Startpunkt zu ihrem Arbeitsort (überall im Kreis) an Werktagen gibt es am Wochenende die Möglichkeit, fünf Leute mitzunehmen – überallhin ins Gebiet des VRM. Also theoretisch von Altenkirchen bis nach Bullay oder von Ahrweiler bis nach Oberwesel. Diese Option gilt auch für den Bahnverkehr.

Das Modellprojekt hat einen ernsten Hintergrund: Der Kreis Cochem-Zell hat das dichteste ÖPNV-Netz in den ländlichen Kreisen von Rheinland-Pfalz – und das geht ins Geld. Jetzt naht, so Timo Henes von der RMV, „die Stunde der Wahrheit“. Wenn mehr Touristen und Berufstätige für das Verkehrsangebot begeistert werden können, ist das Netz dauerhaft zu halten.

Zwei Argumente sprechen zudem für den Kreis Cochem-Zell als „Spielwiese“ für das Modellprojekt. Zum einen sind mit 25 Prozent relativ viele ÖPNV-Nutzer keine Schüler. Zum anderen hat der Cochem-Zeller ÖPNV in der Vergangenheit neue Standards gesetzt und, so Rau, „Themen besetzt, die es vergleichbar nicht gibt“. Jetzt gelte es, „Gas zu geben“. Das muss sich jedoch mittelfristig in Kundenzahlen abbilden lassen.

Interessenten am Probeticket melden sich bis zum 22. März per E-Mail an probeabo@cochem-zell.de

Von unserem Redakteur Thomas Brost

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