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    Illerich

    AfD-Kandidat: Bei Martin Fischer steht die Heimat hoch im Kurs

    Er ist ein „Landkind“, sagt Martin Fischer von sich selbst. Einer, der sich am wohlsten mitten in seinem Heimatdorf Illerich fühlt. Dort, am Basaltbrunnen, ist sein Lieblingsplatz. In dessen Umfeld hat er sich als Jugendlicher oftmals mit Gleichaltrigen getummelt, hat in der Jugendgruppe das Wort erhoben. Jetzt will sich der 26-Jährige wieder einbringen – diesmal auf politischer Ebene.

    Im Herzen seines Heimatdorfes Illerich fühlt er sich am wohlsten: Martin Fischer, Direktkandidat der AfD für den Bundestag.
    Im Herzen seines Heimatdorfes Illerich fühlt er sich am wohlsten: Martin Fischer, Direktkandidat der AfD für den Bundestag.
    Foto: Thomas Brost

    Als Direktkandidat der Alternative für Deutschland (AfD) strebt er nach einem guten Ergebnis. An diesem Spätsommertag bläst der Wind dem Kandidaten am Basaltensemble heftig ins Gesicht. In der Politik ist es genau andersherum. Fischer: „Wir verspüren gerade in den letzten Wochen viel Zulauf. Und im Häuserwahlkampf haben wir viel Zuspruch erfahren, wir sind oft hereingebeten worden“, sagt der Wirtschaftsingenieur für Betriebstechnik.

    Was die AfD-Leute zu hören bekommen haben? „Viel Unmut, die Bürger haben uns ihr Herz ausgeschüttet.“ Vor allem ehemalige CDU-Mitglieder würden mit wehenden Fahnen überwechseln, aber auch „zwei Grüne, deren Ideale verraten wurden“. Fischer hat schon als junger Mensch politisch gedacht, mal kurz mit der Jungen Union geliebäugelt. Erst als er einen AfD-Leitfaden mit 20 Fragen in die Hand bekommen hat und „hinter jedem Punkt einen Haken setzen konnte“, stand für ihn seine politische Heimat fest.

    Wo es den Wirtschaftsingenieur beruflich hintreiben wird, ist offen. Eigentlich würde er am liebsten in seinem Heimatdorf in der Eifel bleiben. Da hat er in der Hauptstraße zusammen mit Vater Alfred – auch er ist in der AfD in einer Führungsrolle – das Haus der Mutter renoviert. Ob er jemals darin auf Dauer wohnen wird? Er gibt sich keinen Illusionen hin: „Ich werde wohl Dauerpendler werden und weite Strecken auf mich nehmen müssen.“ Denn Jobs für Ingenieure sind in der Region selten. 184 Initiativbewerbungen hat er gemeinsam mit einem Kommilitonen geschrieben – Zusagen Fehlanzeige. Reine Wirtschaftsingenieure hätten hier „keine Chance, in Stuttgart dagegen sofort“. Ein Manko der Eifel/Mosel/Hunsrück-Region aus Fischers Sicht: „Die A 1 in der Eifel müsste dringend fertig gebaut werden, ebenso der Ausbau der Hunsrückhöhenstraße.“ Dann würde der Anschluss an Rhein-Main und an den Raum Köln/Bonn besser geschafft.

    Politisch gesehen ist die Energiepolitik seine Herzensangelegenheit. Das war seine politische Triebfeder und „der Hauptgrund, dass ich in die AfD gegangen bin“. Die aktuelle Form der Energiewende sei „undurchdacht und unsozial“. Sie bevorteile durch die Subventionierung im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) nur wirtschaftlich Betuchte. Sinnvoller wäre es, wenn der Staat mehr Geld in die Forschung für Speichertechnik stecken würde. „Wir brauchen Speicher, wenn die Elektromobilität kommt“, sagt der gelernte Elektroniker.

    So fasst er einiges an Kritik in Worte: zum Euro-Rettungsschirm („der hat nur die Banken gerettet“) und zur Zeit- und Leiharbeit („wir müssen etwas dagegen tun“). Fischer berichtet von einem 60-Jährigen, der fast drei Jahre lang Zeitarbeiter war und dem jetzt gekündigt wurde. „Der Mann findet doch nie mehr einen Job, das ist menschenunwürdig“, ereifert er sich.

    Wie hält er es mit den gut 900 Flüchtlingen im Kreis Cochem-Zell? Sollten sie keine Wirtschaftsflüchtlinge sein und ein Bleiberecht erhalten, sieht er keine Schwierigkeit, dass sie sich auf den Dörfern „anpassen und eingliedern“ lassen. „Dann gibt es keine Parallelgesellschaften“, sagt er voraus.

    In seiner Freizeit spielt das Land als Rückzugsort eine große Rolle. Am liebsten ist er bei Familie und Freundin. Mit ihnen wandert er auch gern. Freizeitaktivität Nummer eins ist die AfD, daneben powert er sich gern im Fitnessstudio aus. Die AfD-Arbeit sei zurzeit „wie ein Vollzeitjob“, und als er das sagt, strahlt er. Er spüre gerade in den jüngsten Tagen eine Aufbruchstimmung, viele enttäuschte konservative Wähler bescheren ihm viele Gespräche – und Eintritte. Er behauptet, dass die AfD eine christliche Politik macht, sogar „näher an der katholischen und evangelischen Kirche“ sei als die Partei mit dem großen C im Namen.

    Was Fischer nachdenklich macht: Der Wahlkampf werde „immer stärker „bekämpft“, 350 Plakate seien im Straßenwahlkampf gestohlen, 20 abgerissen worden. Der 26-Jährige („Wolfgang Bosbach ist ein Vorbild für mich“) hat Strafanzeige erstattet. Was rechnet er sich selbst mit Blick auf Sonntag aus? Fischer ist optimistisch, glaubt, dass er „mit zehn Prozent plus“ das drittbeste Erststimmenergebnis im Wahlkreis einfahren wird. Die Mobilisierung geht in den letzten Tagen vor der Wahl weiter. Fischer ist überzeugt: „Wir werden viele Nichtwähler an die Urne bringen.“

    Von unserem Redaktionsleiter Thomas Brost

    Auch auf Landesebene aktiv

    Martin Fischer wurde 1991 geboren. Frühzeitig hat er sich in der Illericher Jugendgruppe engagiert, deren Vorsitzender er war. Außerdem hat er im Musikverein Illerich gespielt.

    Nach seiner Ausbildung zum Elektroniker für Betriebstechnik hat er in Trier Wirtschaftsingenieurwesen für Elektrotechnik studiert und jetzt den Abschluss gemacht. Fischer gehört zu den Gründungsmitgliedern des AfD-Kreisverbandes im Februar 2014 und ist seitdem Kreisvorsitzender. Außerdem ist er Schatzmeister der Jungen Alternative in Rheinland-Pfalz. Fischer führt seit 2014 auch die Kreistagsfraktion. bro

    Wie enden die Sätze?

    Die RZ hat die Kandidaten aufgefordert, möglichst spontan drei Sätze zu vervollständigen. Das sind Martin Fischers Antworten:

    Wenn ich Donald Trump treffen könnte …

    ... würde ich ihm gratulieren, was er erreicht hat. Und ihn daran erinnern, dass er nicht nur an sein Land, sondern auch an Europa und die Nato denkt.

    Meine Stärke ist …

    ...die Dinge zu Ende zu bringen. Ich habe Mut zur Wahrheit und keine Angst, für die Ziele der AfD einzutreten und einzustehen.

    Am Tag nach der Wahl werde ich …

    ... entspannen und hoffen, dass die AfD 15 Prozent hat. Dann werde ich ein Bier aufmachen und mich an den Satz von Katrin Göring-Eckhardt erinnern, die gesagt hat, dass sich dieses Land verändern wird. bro

    Cochem Zell
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