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Kruft

Während Rückbau der Bundesstraße Sperrungen ignoriert: Falschfahrer kommen Kruft teuer zu stehen

Martina Koch

Wenn Autofahrer eine bestehende Straßensperrung bewusst ignorieren und dadurch Bauarbeiter behindern, ist das für die Betroffenen äußerst ärgerlich. Dass ein solches Fehlverhalten auch teuer für die Allgemeinheit werden kann, diese Erfahrung machte jüngst die Ortsgemeinde Kruft.

Nicht alle Autofahrer, die während des Rückbaus der ehemaligen Bundesstraße in Kruft unterwegs waren, hielten sich an die geltenden Verkehrsregelungen. Dadurch verzögerten sich die Bauarbeiten, argumentiert die ausführende Firma und verlangt eine Nachzahlung.
Nicht alle Autofahrer, die während des Rückbaus der ehemaligen Bundesstraße in Kruft unterwegs waren, hielten sich an die geltenden Verkehrsregelungen. Dadurch verzögerten sich die Bauarbeiten, argumentiert die ausführende Firma und verlangt eine Nachzahlung.
Foto: Andreas Walz (Archiv)

Weil es immer wieder Verkehrsteilnehmer gab, die trotz bestehender Straßensperrungen im Zuge des Rückbaus der ehemaligen Bundesstraße durch den Ort den Baustellenbereich befuhren, stellte die ausführende Firma der Ortsgemeinde Mehraufwandskosten in Höhe von 20.000 Euro in Rechnung. Berthold Junglas, Fachbereichsleiter im Bauamt der Verbandsgemeinde Pellenz, gab in der jüngsten Sitzung des Krufter Ortsgemeinderats einen Überblick über die Kostenentwicklung bei der Umsetzung des Großprojekts.

Für die betroffenen Anwohner hatte Junglas zunächst gute Nachrichten im Gepäck: Die Arbeiten an den ersten drei Bauabschnitten sind bis auf die Innengestaltung des Kreisverkehrs und eine fehlende Asphaltdeckschicht in der Fahrbahn fertiggestellt. Die Arbeiten am vierten Bauabschnitt zwischen den Einmündungen Jahnstraße und Tubag-Allee laufen derzeit auf Hochtouren. Nach deren Abschluss wird die fehlende Asphaltschicht zwischen Kreisverkehr und Tubag-Allee aufgebracht, danach erfolgen die Restarbeiten am Kreisel. Bis Ende Juni sollen die Arbeiten nach rund anderthalb Jahren Bauzeit abgeschlossen werden.

Auch im Bezug auf die vorläufige Schlussrechnung für die ersten drei Bauabschnitte konnte Junglas Positives vermelden: 1,26 Millionen Euro kostete der Rückbau der ehemaligen Bundesstraße zur neuen Alten Chaussee durch Kruft voraussichtlich. „Wenn nichts Unvorhergesehenes passiert, kommen wir insgesamt bei rund 1,8 Millionen Euro raus“, schätzt Junglas.

Ursprünglich hatte der Ortsgemeinderat einen Auftrag über 1,6 Millionen Euro an das ausführende Unternehmen vergeben. Dazu kamen jetzt nachträglich abgestimmte Mehrleistungen. So entschloss man sich etwa kurzfristig für den Einbau eines hochwertigeren Pflasters (wir berichteten), welches mit zusätzlichen Kosten in Höhe von 50.000 Euro zu Buche schlägt. Eine zweite Asphaltschicht im kompletten Fahrbahnbereich verursacht zusätzliche Kosten in Höhe von 110.000 Euro.

Das beauftragte Unternehmen macht aber auch Mehrkosten für einen erhöhten Arbeitsaufwand geltend: So hätten Autofahrer, die trotz Straßensperrungen in den Baustellenbereich fuhren, die Bauarbeiter massiv behindert, sodass diese 20 Arbeitstage länger als geplant für die beauftragten Arbeiten brauchten, argumentiert das Unternehmen. „Viele ignorierten die Schilder und fuhren trotzdem durch den Ort“, beobachtete auch Junglas bei seinen Baustellenbesuchen.

Doch nicht jedes Ratsmitglied zeigte Verständnis für diese Vorgehensweise: „20.000 Euro wegen erhöhten Verkehrsaufkommens? Das ist nicht gerechtfertigt. Da fällt mir nichts mehr zu ein“, ärgerte sich Ratsmitglied Ottmar Luxem (CDU). Andere Ratsmitglieder von CDU und SPD zeigten Verständnis für die beauftragte Firma und bestätigten aus eigener Beobachtung, dass rücksichtslose Verkehrsteilnehmer die Bauarbeiten immer wieder störten.

Auch Ortsbürgermeister Rudolf Schneichel, der sich täglich persönlich an Ort und Stelle über den Fortschritt der Bauarbeiten informierte, teilte diese Einschätzung: „Es mussten etwa Arbeiter eingesetzt werden, um die Baufahrzeuge beim Rangieren einzuweisen, damit diese nicht mit den Autos zusammenstießen, die unberechtigterweise in der Baustelle unterwegs waren.“ Der Ortschef hält die zusätzlich berechneten Kosten für den erhöhten Arbeitsaufwand deshalb für gerechtfertigt. Davon abgesehen könne man auf den bisherigen Verlauf der Bauarbeiten stolz sein: „Wir haben dieses Projekt ohne Konflikte mit den Anliegern hinbekommen.

Eine große Mehrheit im Gemeinderat teilte Schneichels Einschätzung. Bei einer Gegenstimme nahmen die Mitglieder die nachträglich berechneten Leistungen sowie die vorläufige Schlussrechnung für die ersten drei Bauabschnitte zustimmend zur Kenntnis.

Von unserer Redakteurin
Martina Koch

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