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Andernach

Von Marktplatz bis Schwimmbad: Das erwarten die Andernacher vom neuen OB

Elvira Bell

Am kommenden Sonntag, 19. November, werden die Bürger in Andernach an die Wahlurnen gerufen, um ihren Oberbürgermeister zu wählen. Unsere Zeitung hat die nahende Wahl zum Anlass genommen und sich schon einmal umgehört. Welche Themen treiben die Bürger in der Bäckerjungenstadt zurzeit um? Welche Erwartungen haben die Wähler an ihren künftigen Bürgermeister? Wo ist mehr Engagement angesagt?

So sieht der Andernacher Marktplatz heute aus. Viele Bürger wünschen sich eine ansprechendere Gestaltung für das Zentrum der Innenstadt.
So sieht der Andernacher Marktplatz heute aus. Viele Bürger wünschen sich eine ansprechendere Gestaltung für das Zentrum der Innenstadt.
Foto: Martina Koch

Eins wurde durchweg bei allen Befragten klar: Es gibt etliche Baustellen in der Bäckerjungenstadt, die den Einwohnern am Herzen liegen. Den Bürgern brennen zahlreiche Themen unter den Nägeln, um die sich der künftige OB kümmern sollte: Belebung des Marktplatzes, die Rheinstraße als Schandfleck, fehlende öffentliche Toiletten, leerstehende Ladenlokale und ein fehlendes digitales Leitsystem, um auswärtigen Besuchern die Schönheiten von Andernach aufzuzeigen. „Touristen finden kaum unseren schönen Marktplatz“, so die Aussage mehrerer Befragter. Es müsse irgendein ein Besuchermagnet geschaffen werden, sodass die Auswärtigen auch außerhalb der Saison in die Innenstadt kommen, meinte ein Anwohner. Der Marktplatz müsse attraktiver gestaltet werden und für jeden als solcher erkennbar sein.

Öffentliche Toiletten fehlen

Viele Andernacher bemängelten zudem, dass die Besucher des Geysirs, erst gar nicht bis in die Innenstadt kommen. „Die meisten von denen werden mit den Bussen direkt nach Mendig in den Lava-Dome und in die Vulkanbrauerei gebracht. Unsere Gastronomie hat so gut wie gar keinen Profit von den Geysir-Touristen.“ Ärgerlich ist für die Ladenbesitzer und Dienstleister rund um den Marktplatz nach deren Bekunden das Fehlen von mobilen Toiletten bei Großveranstaltungen, wie etwa beim Feierlichen Gelöbnis. „Wir fungieren dann als öffentliche Toiletten.“

Beklagt wurde auch die innerstädtische Busverbindung zum Friedhof. Diese sei völlig unbefriedigend. Die Linie dorthin wurde vor rund zwei Jahren eingestellt. „Die älteren Leute kommen so gut wie gar nicht mehr auf den Friedhof“, so drei Andernacher mittleren Alters. „Wir gehen auf keinen Fall wählen. Es würde sich ja eh nichts ändern“, monierten sie, während sie am Samstagmorgen einen Cappuccino tranken.

Auch „Ons Schwemmbad“, wie das Freibad liebevoll genannt wird, zählt zu den Sorgenkindern der Wähler. Die Renovierung des in die Jahre gekommenen Freibades ist aus Sicht von Hildegard Boos unabdingbar. „Ich gehe im Sommer fast jeden Tag ins Freibad und im Winter ins Hallenbad“, erzählt die 64-Jährige.“

Alkoholisierte Jugendliche sorgen für Ärger

Auf eine Lösung bezüglich lärmender und offenbar alkoholisierter Jugendlicher hofft Viktor Michel. „Bei uns in der Friedrichstraße geht es an den Wochenenden nachts hoch und laut her. Da liegen am nächsten Morgen überall leere Flaschen herum.“ Beschwerden sind bisher im Sande verlaufen, erzählt der 37-Jährige. Sorgen bereiten ihm auch die nicht energetisch renovierten Altbauwohnungen. Viele Mieter müssten, weil ihre Wohnungen immer noch mit Nachtspeicheröfen beheizt werden, hohe Stromrechnungen begleichen. „Hier müssten die Stadtwerke finanziell schlechter gestellten Menschen sozialverträgliche Strompreise anbieten.“

Mehr Geschäfte in der Innenstadt, die diese beleben, wünscht sich Tina Frank. „Ansonsten ist es gut so, wie es in Andernach ist“, sagt die 40-jährige Bürokauffrau. „Der Geysir und die Rheinanlagen, die sind doch super schön.“ Zufrieden ist auch Daniel Frank. Der 39-jährige Technische Angestellte freut sich, wenn auswärtige Besucher die Schönheit von Andernach bewundern und honorieren. Auch mit den Parkgebühren – samstags ist das Parken in der Innenstadt kostenlos – ist Daniel Frank zufrieden. „Da bin ich von Koblenz ganz andere Parkgebühren gewohnt.“

Von unserer Mitarbeiterin Elvira Bell

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