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    Versammlung in Andernach: Jägerschaft präsentiert sich in allen Facetten

    Selbst das Geysirschiff „Namedy“ war zu klein: Hunderte Waidmänner und -frauen sind gestern zum Landesjägertag in Andernach zusammengekommen, 350 wollten – einschließlich Partnern – schon beim Empfang am Vorabend dabei sein, als es per Schiff zum Geysirausbruch und weiter nach Koblenz ging. „Wir hatten die ,Namedy' reserviert, mussten aber auf die ,Stadt Vallendar' umschwenken, weil das Interesse so groß war“, sagt Nicole Steffgen-Mannheim, Pressesprecherin der Kreisgruppe Mayen-Koblenz im Landesjagdverband (LJV). 300 Jäger kamen dann am Nachmittag zur repräsentativen Versammlung in die Mittelrheinhalle, wo sie von Ministerpräsidentin Malu Dreyer begrüßt und für ihren Beitrag zur Waldökologie gelobt wurden. Lebhaft ging es trotz Regenwetters auch auf dem Marktplatz zu, wo die Kreisgruppe Mayen-Koblenz als Gastgeber ihre rollende Waldschule aufgebaut hatte und zwei dritten Klassen der Martinschule auch ihre tierischen Helfer vorstellte.

    Als Sissi und Zimti aus ihrem Käfig geholt werden, gibt es für die Kinder kein Halten mehr. Jeder will mal eine der Frettchendamen streicheln, die um Charlotte Wehner und Martin Matthes herumwuseln. „Die sind aber niedlich“, sagt eine Drittklässlerin. Dass die Frettchen zahme Verwandte des Iltis und in der Regel nicht aggressiv gegenüber Menschen sind und in der Jagd zum Aufscheuchen von Kaninchen eingesetzt werden, hat Steffgen-Mannheim den Kindern zuvor schon erklärt. „Wir nehmen mit den Schülern demnächst an den Waldjugendspielen teil und als wir erfahren haben, dass die Waldschule heute hier ist, haben wir das als gute Möglichkeit zur Vorbereitung gesehen“, sagt Klassenlehrerin Alicia Bröker.

    Nicht mit Frettchen, sondern klassisch auf Rot- und Schwarzwild jagt Martin Matthes, der die Kreisgruppe beim Aktionstag unterstützt und selbst erst vor circa eineinhalb Jahren das „grüne Abitur“ abgelegt hat. „Ich bin durch Freunde spät zur Jagd gekommen und finde es sehr schön, spätabends oder frühmorgens allein die Stille des Waldes zu genießen“, sagt der Mülheimer. Erst im Januar habe er die erste Ansitzjagd ohne Begleitung gemeistert. „Ich war vorher ganz schön nervös, weil ich alles richtig machen und das Wild sauber treffen wollte, damit es nicht leidet“, berichtet der 47-Jährige.

    Dass die Jagd keine Nachwuchssorgen kennt – und sei es dank älterer Jungjäger – diese Botschaft geht auch vom Versammlungsort am Rheinufer aus, etwa im Grußwort der rheinland-pfälzischen Jagdkönigin Sarah Wirtz. Gerade in der Altersgruppe der 16-49-Jährigen sei der Zuwachs groß, und der Anteil der Jägerinnen steige stetig. Zu diesem Zeitpunkt steckt Landeschefin Dreyer noch im Stau – und verpasst auch, wie Hartwig Fischer, Präsident des Deutschen Jagdverbands in einer teils markigen Rede den grünen Koalitionspartner aufs Korn nimmt. „In NRW hat es sich ausgeremmelt“ meint er mit Blick auf die Abwahl von Rot-Grün an Rhein und Ruhr mitsamt des Umweltministers Johannes Remmel – und erntet heftige Zustimmung im Saal.

    Dreyer dagegen nehmen es die Grünröcke ab, wenn sie erklärt, sie habe „nie ein seltsames Verhältnis“ zur Jägerschaft gehabt und betrachte sie als zuverlässigen Partner der Politik. Vorbildlich sei beispielsweise die Bereitschaft, freiwillig fünf Jahre auf eine Bejagung des bedrohten Rebhuhns zu verzichten, um eine systematische Erfassung des Bestands zu ermöglichen. Als letzter Redner ist Kurt Alexander Michael, Präsident des LJV, an der Reihe. Er ruft Dreyer zu einer Abschaffung der Jagdsteuer auf und hebt das ökologische Engagement seines Verbands hervor, etwa mit dem Wildschutzprojekt Feld und Wiese, das der zunehmenden Lebensraumzerstörung im Offenland entgegenwirken soll. Mit Ehrungen endet am späten Nachmittag der Landesjägertag, unter anderem für Walter Kemp, Vorsitzender der Kreisgruppe.

    Von unserem Redakteur Michael Fenstermacher

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    Jagdscheininhaber gibt es im Kreis MYK, davon sind 96 aus Andernach. Circa 30 neue Jäger pro Jahr kommen laut Nicole Steffgen-Mannheim, Pressesprecherin der Kreisgruppe, dazu, derzeit mehr als ausscheiden.

    In Rheinland-Pfalz besitzen zum Stichtag 31. Januar 2017 21.529 Personen einen Jagdschein, das ist im Vergleich zum Vorjahr (20.223) eine deutliche Steigerung. mif

    Mayen-Andernach
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