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    Ochtendung

    Verkehr: Anwohner wehren sich gegen Umwidmung

    Die meisten Anwohner der Friedrich-Ebert-Straße in Ochtendung sind verärgert. Ihre verkehrsberuhigte Straße soll als Zubringer für das künftige Neubaugebiet "Seibertspfad II" genutzt werden. Der Bebauungsplan befindet sich derzeit im Genehmigungsverfahren. Das wollen sie nicht hinnehmen. In einer Unterschriftenaktion haben sie sich daher an die Gemeinde gewandt.

    Wird die verkehrsberuhigte Friedrich-Ebert-Straße in Ochtendung zum "Rennweg", wenn das südwestlich gelegene Ackerland für ein großes Wohnbaugebiet erschlossen wird? Die Anwohner wehren sich mit einer Unterschriftenaktion gegen eine Umwidmung, sie wollen das nicht hinnehmen. Foto: Heinz Israel
    Wird die verkehrsberuhigte Friedrich-Ebert-Straße in Ochtendung zum "Rennweg", wenn das südwestlich gelegene Ackerland für ein großes Wohnbaugebiet erschlossen wird? Die Anwohner wehren sich mit einer Unterschriftenaktion gegen eine Umwidmung, sie wollen das nicht hinnehmen.
    Foto: Heinz Israel

    Von unserem Mitarbeiter Heinz Israel

    Das Gelände für das Baugebiet "Seibertspfad II" ist die letzte bisher als Ackerland genutzte große Freifläche in der südlichen Ortshälfte und liegt zwischen dem Ruitscher Weg, den bereits bebauten Neubaugebieten "Polcher-Straße-West I und II" sowie der ehemaligen Bahntrasse. Bei der Vorstellung des Bebauungsplanentwurfs im Rat 2013 ist man bei der Erschließung des zweiten Teilabschnitts von bis zu 70 Baugrundstücken ausgegangen.

    Pia Schütz, eine Anwohnerin der Friedrich-Ebert-Straße, hat die jüngste Einwohnerfragestunde dazu genutzt, die Einwände der Betroffenen vorzutragen. 80 Prozent der Grundstückseigentümer hatten eine Petition unterschrieben. Darin heißt es, ein wichtiges Argument beim Bau oder Kauf ihrer Häuser in der Friedrich-Ebert-Straße sei die Widmung als verkehrsberuhigter Bereich gewesen. Als Zufahrtsstraße zum Neubaugebiet "Seibertspfad II" könne die Straße nicht mehr als verkehrsberuhigter Bereich ausgewiesen sein. Dies bedeute, die Anwohner hätten nicht nur mit einem eklatant erhöhten Verkehrsaufkommen zu rechnen, sondern auch mit höheren Geschwindigkeiten, die dem Charakter eines Wohngebietes widersprechen. Außerdem stiegen die Lärmemission und die Gefährdung. Es sei auch mit einem schnelleren Verschleiß zu rechnen und die Abstände der Unterhaltungsmaßnahmen würden kürzer. Dafür hätten die Anwohner mit Straßenausbaubeiträgen aufzukommen.

    Verkehrszählung veranlasst

    Ortsbürgermeisterin Rita Hirsch hat die Einwände mit der beigefügten Unterschriftenliste an die Verbandsgemeindeverwaltung weitergeleitet. Außerdem hat sie eine Verkehrszählung veranlasst. Die jetzige Verfahrensweise resultiere aus den alten Bebauungsplänen "Polcher-Straße-West" vom Anfang der 80er-Jahre, sagt sie. Damals habe man die Straße so breit ausgelegt, weil sie die "südliche Entwicklung" mit aufnehmen sollte. Den künftigen Bewohnern des Baugebietes "Oberpflug II" böten sich ja drei Möglichkeiten abzufahren. Dadurch werde sich der Verkehr verteilen. "Die Fahrzeugführer suchen sich ihre eigenen Wege, darauf können wir keinen Einfluss nehmen", erklärt Hirsch. Den Vorschlag, das gesamte Neubaugebiet über den Wirtschaftsweg südlich der Bahntrasse anzubinden, hält sie für abwegig. Außerdem geht sie nicht von den ursprünglich genannten 70 Grundstückseinheiten aus. Ihrer Einschätzung nach sind nur 42 bis 45 Parzellen zu erwarten. Was das Verhalten der Autofahrer in der Friedrich-Ebert-Straße angeht, so seien es fast ausschließlich Anlieger, die diese nutzten. "Jetzt sind die Verbandsgemeinde und die Gemeinde in Zusammenarbeit gefordert, um herauszufinden, was möglich ist", verspricht Hirsch. Die Bewohner in der Oberpfort- und Polcher Straße hätten vier mal so viel Verkehr zu ertragen. Sie sieht allerdings Möglichkeiten, eine Lösung für die Problematik zu finden.

    Bauarbeiten frühstens Ende 2016

    Mit der Bebaubarkeit der Grundstücke "Seibertspfad II" wird frühestens Ende 2016 gerechnet. Aber es gibt schon eine Bewerberliste.

    Pia Schütz kann sich in Anbetracht der Nachfrage nach Bauland in Ochtendung vorstellen, dass eine weitere Erschließung in Richtung Bahntrasse nicht ausgeschlossen ist. Bei ihrer Recherche in den Bebauungsplänen der 80er-Jahre hat sie keinen Hinweis auf eine Nutzung des Distrikts "Seibertspfad" entdecken können. Ihre konkrete Sorge gilt den Kindern aus dem Neubaugebiet "Polcher-Straße-West II", die verstärkt einen Spielplatz in der Nachbarschaft ihres Anwesens nutzen und dabei die Friedrich-Ebert-Straße überqueren. "Wir können dem lieben Gott danken, dass bisher nichts passiert ist", meint Schütz. Sie appelliert an die Verantwortlichen, die Straße nicht umzuwidmen.

    Erhebliche Gebrauchsspuren

    Schon jetzt seien erhebliche Gebrauchsspuren im Pflaster - trotz Bitumenunterbau - erkennbar. "Was ist, wenn noch weitere 40 oder 70 Einheiten dazukommen?", fragt sich die Anwohnerin. Sie möchte nicht, dass die Friedrich-Ebert-Straße später "Rennweg" heißt. Ihrer Meinung nach genügt es nicht, neue Baugebiete anzubinden, ohne die Belange der Dorfbewohner zu berücksichtigen.

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