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    Treffen auf dem Maifeld: Landwirte fordern weniger Bürokratie

    Weniger Bürokratie und mehr finanzielle Anreize: Zum Auftakt der 55. Maifelder Landwirtschaftswoche haben mehrere Redner diskutiert, wie sich das Spannungsfeld zwischen Ökologie und Ökonomie für die Bauern überbrücken lässt. Rund 190 Besucher verfolgten am Montagnachmittag eine Podiumsdebatte im Forum in Polch zum Thema. Die Kritik richtete sich dabei vor allem an die Vorgaben der Politik. Auch Julia Klöckner, Fraktionsvorsitzende der CDU im Landtag, sparte nicht an deutlichen Worten.

    Auf dem Podium der Maifelder Landwirtschaftswoche in Polch diskutierten Bauer Tobias Fuchs (links), Biologin Bianca Goll vom BUND und Jurist Marcus Hehn (rechts). Die Moderation übernahm Florian Krings, der Vorsitzende des Vereins Landwirtschaftlicher Fachbildung Mayen-Koblenz. Foto: Heinz Israel
    Auf dem Podium der Maifelder Landwirtschaftswoche in Polch diskutierten Bauer Tobias Fuchs (links), Biologin Bianca Goll vom BUND und Jurist Marcus Hehn (rechts). Die Moderation übernahm Florian Krings, der Vorsitzende des Vereins Landwirtschaftlicher Fachbildung Mayen-Koblenz.
    Foto: Heinz Israel

    Von unserer Redakteurin Anne Fuhrmann

    Zuvor hatte Biologin Bianca Goll, Referentin beim Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND), auf eine Abnahme der Artenvielfalt hingewiesen. Vogelbestände gingen zurück, sagte sie. Wegen intensiver Grünlandnutzung gebe es kaum noch Brutplätze für selten werdende Arten wie den Kiebitz. "Im Kreis Mayen-Koblenz reicht der Bestand an Rebhühnern noch aus, dass sie bejagbar sind. In anderen Kreisen sind sie bereits sehr rar geworden", erläuterte Goll. Auch weiteren Tier- und Pflanzenarten wird nach ihrer Aussage das Überleben durch eine intensive Landwirtschaft erschwert. Sie appellierte an die Bauern, die Einträge von Nitrat und Phosphor in die Gewässer zu verringern und Uferrandstreifen einzurichten. Einige erfolgreiche Kooperationen zwischen Umweltschutz und Landwirten haben bereits stattgefunden, lobte Goll. Nun wünschen sich die Naturschützer noch mehr Zusammenarbeit und weitere freiwillige Projekte.

    Gegen die Vorurteile, er und seine Kollegen seien Tierquäler und Umweltverschmutzer, richtete sich der Vortrag von Tobias Fuchs. Der Kehriger Landwirt ist Kreisvorsitzender des Bauernverbands. Seit drei Jahren führt er in seinem Betrieb Messungen an seinen Äckern durch. Dabei habe sich gezeigt, dass die Böden eher unter- als überversorgt mit Düngemitteln sind. Die "Hysterie um Dünger und Gülle" könne er daher nicht nachvollziehen. Zudem könne nur durch das Einbringen von Humus der optimale Ertrag erreicht werden.

    Fuchs kritisierte, dass es oft Probleme beim Beantragen von Fördermitteln gibt, zum Beispiel zum Anlegen von Randstreifen an Gewässern. Die Kooperation mit dem Naturschutz werde auch dadurch erschwert, dass Vorwürfe der Umweltschützer zum Teil eine Frechheit seien. "Ich fühle mich als Landwirt von einigen Naturschützern beleidigt", sagte er. Die Vorwürfe kämen von allen Seiten. Vor diesem Hintergrund sei es nicht verwunderlich, dass einige Kollegen nicht zu einer Zusammenarbeit bereit sind.

    Dass schon einiges auf diesem Gebiet getan wurde, warf Rudolf Schneichel, ehemaliger Vorsitzender des Kreisbauernverbandes, ein. Man sei beim Umweltschutz schon unterwegs. Allerdings würden die Bemühungen nicht anerkannt.

    Dass die Umweltgesetzgebung zu wenig die Bedürfnisse und Zwänge der Landwirtschaft berücksichtigt, sagte Jurist Marcus Hehn vom Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau in seinem Vortrag. Durch viele Ge- und Verbote sowie hohe Flächenverluste würden Bauern quasi enteignet und in ihrer Existenz bedroht. Darüber hinaus gehen die Landwirte schon aus eigenem Interesse sparsam und nachhaltig mit natürlichen Ressourcen um, so Hehn.

    Von zu vielen Vorschriften und Dokumentationspflichten sprach auch Julia Klöckner. Um die Interessen auf EU-Ebene ordentlich zu vertreten, müsse es künftig in Brüssel einen Beauftragten für Landwirtschaft und Weinbau geben. Ökologische und konventionelle Landwirtschaft sollten künftig gleichermaßen gefördert werden, meinte sie.

    Schon am Dienstag geht das Programm der Landwirtschaftswoche weiter. Der Tag dreht sich um den Pflanzenbau. Von 13.30 Uhr an geht es um das Beseitigen von Problemunkräutern sowie Empfehlungen zum Einsatz von Fungiziden und Herbiziden. Von 15 Uhr an werden Gesundheitsrisiken für Anwender von Pflanzenschutzmitteln angesprochen und Sortentipps zur Frühjahrsaussaat erläutert. Das Programm am Mittwoch ist identisch. Der Donnerstag, 18. Februar, widmet sich der Zuckerrübe. Von 13.30 Uhr an stehen der Anbau nach Quotenende 2017 sowie resistenter Flughafer im Fokus, von 15 Uhr an werden Ergebnisse aus Sortenversuchen vorgestellt. Über die veränderte Düngeverordnung wird unter anderem am Freitag ab 13.30 Uhr gesprochen.

     

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