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Maifeld

Thema auf Maifelder Landwirtschaftswoche: Werden Ackerflächen zu Spekulationsobjekten?

Heinz Israel

Droht den bäuerlichen Betrieben bald Konkurrenz durch finanzkräftige Investoren, die versuchen, Ackerflächen als Spekulationsobjekte zu erwerben? Solche Ängste treiben die Landwirte um. Auch in der Region wird daher Diskussionsbedarf gesehen.

Schon
 jetzt gibt es immer weniger landwirtschaftliche Betriebe. Droht Bauern 
in der Region bald auch noch Konkurrenz durch Investoren, die 
Ackerflächen als Spekulationsobjekte erwerben wollen? Solche 
Entwicklungen sollen bei der Maifelder Landwirtschaftswoche angesprochen
 werden. ​
Schon jetzt gibt es immer weniger landwirtschaftliche Betriebe. Droht Bauern in der Region bald auch noch Konkurrenz durch Investoren, die Ackerflächen als Spekulationsobjekte erwerben wollen? Solche Entwicklungen sollen bei der Maifelder Landwirtschaftswoche angesprochen werden. ​
Foto: Heinz Israel

Solche Entwicklungen an den Bodenmärkten werden eines der Themen sein, die bei der Maifelder Landwirtschaftswoche im Mittelpunkt stehen. Das Programm für die mehrtägige Veranstaltung, die am Montag, 19. Februar, in Polch beginnt, wurde nun vorgestellt. Bei der Pressekonferenz hieß es: „Je größer die Flächen, umso höher der Preis, mit dem Spekulanten den Landwirten auf dem Bodenmarkt Konkurrenz machen.“

Gregor Brings vom Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR) Westerwald-Osteifel sieht im hiesigen Raum zwar aktuell noch keine derartigen Tendenzen, will sie aber für die Zukunft nicht ausschließen. Eine Tendenz ist dagegen schon jetzt mehr als deutlich: In der von Gregor Brings vorgelegten aktuellen Statistik über die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe im Landkreis Mayen-Koblenz zeigt sich zwischen 2010 und 2016 ein deutlicher Rückgang der Betriebe von insgesamt 706 auf 604. Die Zahl der Betriebe, die mehr als 100 Hektar bewirtschaften, stieg dagegen nur leicht von 106 auf 109. Der „stetige Landfraß“ werde auch durch die permanente Abnahme der landwirtschaftlich genutzten Fläche in der Zeit zwischen dem Jahr 1960 mit 45.564 Hektar über 1979 mit 37.086 Hektar bis hin zu 2016 mit 36.265 Hektar aufgezeigt.

Geradezu dramatisch zeigt sich der Einbruch bei der Tierhaltung. Hier ging der Bestand an Schweinen von 1980 mit 121.868 Tieren auf 25.991 im Jahr 2016 zurück. Auch bei den Rindern ergab sich ein rückläufiger Trend. Hier sank die Zahl der Tiere von 19.507 im Jahr 1980 auf 9294 im Jahr 2016.

Bei der 57. Maifelder Landwirtschaftswoche steht eine ganze Reihe von weiteren aktuellen Themen auf dem Programm. Bevor es am Dienstag, 20. Februar, bei zwei Vorträgen um 13 und 15 Uhr um die Bodenmärkte geht, stehen am ersten Tag zunächst die Eröffnung durch Florian Krings, Vorsitzender des Vereins landwirtschaftliche Fachbildung (VLF), und Dr. Johannes Noll, Dienststellenleiter des DLR, und agrarpolitische Themen auf der Tagesordnung. Zur Neuausrichtung der Gemeinsamen Agrar-Politik (GAP) werden drei Sichtweisen vorgestellt. Michael Horper, Präsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau, spricht für den Bauernverband. Die Haltung der rheinland-pfälzischen Landesregierung erklärt Dr. Hans-Werner Baur vom Referat Grundsatzfragen der Agrarpolitik des Landwirtschaftsministeriums. Die Sicht des BUND vertritt Sonja Schütz. Anschließend gibt es eine Podiumsdiskussion, die Andrea Adams, die Hauptgeschäftsführerin im Bauern- und Winzerverband Rheinland-Pfalz Süd, moderiert.

Die Digitalisierung hat längst in der Landwirtschaft Einzug gehalten. Wie junge Maifelder Betriebsleiter im Pressegespräch erklärten, steht man dem Einsatz der Navigation über GPS bei der Steuerung von Schleppern und Gerät sehr positiv gegenüber. Dies spart Zeit und Diesel, entlastet den Fahrer, verhindert Überlappungen beim Ausbringen von Pflanzenschutzmitteln oder Dünger und hilft bei der Dokumentation, hieß es. Deshalb wird die „Digitale Landwirtschaft“ am Mittwoch, 21. Februar, neben Empfehlungen beim Pflanzenschutz thematisiert. Weil die Vorträge als Nachweis für die gesetzlich vorgeschriebene Teilnahme an Fortbildungen anerkannt werden, ist dieser Veranstaltungstag bereits ausgebucht.

Der Donnerstag, 22. Februar, ist den Zuckerrübenanbauern gewidmet. Neben einem Kampagnenrückblick und Rahmenbedingungen für den Anbau 2018 steht der Einsatz frischer Zuckerrüben in Biogasanlagen auf der Tagesordnung. Am Freitag, dem letzten Tag der Landwirtschaftswoche, beschäftigen sich die Referenten mit Vorschriften beim Einsatz von Klärschlamm, Kompost und importierten Wirtschaftsdüngern. Nach einer halbstündigen Mitgliederversammlung widmet sich der letzte Vortrag den Herausforderungen der novellierten Düngeverordnung.

Die Veranstaltungen beginnen täglich um 13.30 Uhr im Forum der Stadt Polch in der Vormaystraße 32. Weitere Infos: www.dlr-westerwald-osteifel.rlp.de

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