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    Streit im Vorstand bedroht Existenz der Alten Großen

    Abseits der närrischen Bühnen ist den Mitgliedern der Alten Großen Mayener Karnevalsgesellschaft das Lachen vergangen. Innerhalb der Gesellschaft brodelt ein Streit, der den Verein lähmt - und ihn sogar in seiner Existenz bedroht. Eine Mitgliederversammlung, die im April hätte stattfinden müssen, ist deswegen nicht zustande gekommen. Damit war das Mandat des bis dahin amtierenden Vorstands abgelaufen. Zudem sind in den vergangenen Monaten mehrere Vorstandsmitglieder zurückgetreten. Das Amtsgericht hat für die Übergangszeit einen Notvorstand bestellt.

    Auslöser des Streits, der eine Kluft im ehemaligen Vorstand aufgerissen hat, sind die Finanzen des Vereins. Während die eine Seite von Handlungen im kriminellen Bereich spricht, sieht die andere Seite in diesen Vorwürfen eine Rufmordkampagne und spricht von Lügen. Beide Fronten werden am kommenden Mittwoch aufeinander treffen, wenn von 20 Uhr an die Mitgliederversammlung im Hotel "Alter Fritz" nachgeholt wird.

    Die Vorwürfe haben es in sich. Sie entzünden sich an der Buchführung für das Jahr 2010, bei der Einnahmen des Vereins nicht korrekt verbucht worden sein sollen. So soll im Laufe des Jahres ein Fehlbetrag von rund 20.000 Euro entstanden sein. Diese Summe nennt Schatzmeister Hermann Wagner auf Anfrage der Rhein-Zeitung. Wagner hat die Geldbewegungen der Alten Großen für das Jahr 2010 überprüft und die Summe ermittelt. Wagner sagt aber auch: "Wir wissen nicht genau, wie viel Geld tatsächlich fehlt, weil die Belege fehlen. Und für das Jahr 2009 gibt es überhaupt keine Abrechnung."

    Hinzu kommt, dass der Karnevalsverein mit Spenden nicht ordnungsgemäß umgegangen sein soll. Das könnte laut Wagner den Status der Gemeinnützigkeit gefährden und damit Steuernachzahlungen zur Folge haben, wenn die Gemeinnützigkeit rückwirkend aberkannt werden sollte. Das Finanzamt Mayen prüft derzeit turnusgemäß den Status der Gemeinnützigkeit der Alten Großen.

    Die undurchsichtige Situation soll Ex-Präsident Peter Hermann verursacht haben, der die Finanzen des Vereins geführt hat. Auf die Vorwürfe angesprochen, sagt der jedoch: "Ich kann ruhigen Gewissens sagen, dass diese Behauptungen nicht stimmen." Die Vorwürfe seien absurd und völlig aus der Luft gegriffen. Seinen Kritikern sei es nur darum gegangen, ihn aus dem Amt zu bringen. "Und das haben sie ja auch geschafft." Hermann ist vor einigen Wochen als Präsident zurückgetreten. Dass er sich zuvor selbst um die finanziellen Belange der Alten Großen gekümmert hat, erklärt Peter Hermann im Gespräch mit der RZ wie folgt: "Der Schatzmeister war ja nie da."

    Das Verhältnis zwischen Ex-Präsident und Schatzmeister ist tief zerrüttet - ein Bruch, der sich durch den gesamten Verein zieht. Peter Hermann glaubt, dass ihm der Schatzmeister seinen Erfolg als Präsident der Alten Großen missgönnt. Hermann Wagner hingegen sagt, er schätze Peter Hermann als Mensch. "Aber wenn Fehler gemacht wurden, dann sollten sie korrigiert werden."

    Das möchte auch Peter Hermann, der angekündigt hat, auf der Mitgliederversammlung alle Vorwürfe zu entkräften. Beide, Ex-Präsident und Schatzmeister, wollen an diesem Abend Klartext reden. Es geht um die Zukunft der Alten Großen.

    Von unserem Redakteur Hilko Röttgers

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