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Andernach

Stadtwerke Andernach brauchen wieder Millionenkredit

Auch im kommenden Jahr erwarten die Stadtwerke Andernach ein Defizit. Der Verlust beträgt laut Wirtschaftsplan rund 187.000 Euro. Zudem muss das Unternehmen für Investitionen einen ordentlichen Kredit aufnehmen. Der Stadtrat stimmte dem Plan bei seiner jüngsten Sitzung einstimmig zu.

Von unserer Redakteurin Yvonne Stock

Das operative Betriebsergebnis wird mit einem Minus von rund 1 Million Euro noch schlechter erwartet, es werden aber Finanzerträge in Höhe von rund 826 000 Euro erwartet. Diese setzen sich unter anderem zusammen aus einem Plus von der Mitte des Jahres als Tochterunternehmen ausgelagerten Energiesparte und einer Beteiligung an der Energiebeteiligungsgesellschaft Mittelrhein (EBM).

"Das finanzielle Tal der Tränen ist noch nicht ganz durchschritten", meinte Gerhard Masberg, CDU-Fraktionsvorsitzender. Er sieht die Stadtwerke aber auf dem richtigen Weg. Marc Ruland, SPD-Fraktionsvorsitzender, freute sich, dass das Defizit im nächsten Jahr kleiner ausfällt als vor Jahren noch prognostiziert. Er lobte zudem, dass der Hafen auf gutem Kurs sei. Die Stadtwerke befinden sich in einer großen Umbruchphase, seit Ende 2013 der lukrative Pachtvertrag mit der RWE fürs Strom- und Gasnetz auslief. Um die finanziellen Ausfälle aufzufangen, stieg das Unternehmen in das Strom- und Gasgeschäft ein. Die Marktdurchdringung bei den Gasverträgen in Andernach liegt derzeit nach Angaben von Oberbürgermeister Achim Hütten inzwischen bei rund 20 Prozent, bei Strom knapp darunter. Vor einem Jahr lag sie noch bei rund 10 Prozent.

Im kommenden Jahr wollen die Stadtwerke rund 6,9 Millionen Euro in den Hafen investieren, 650 000 Euro in die Wasserversorgung, 70 000 Euro ins Hallenbad, 20 000 Euro in die Tiefgarage und jeweils 10 000 Euro in den Stadtbusverkehr und das Parkhaus. Die Energietochter will rund 1,1 Millionen Euro in das Stromnetz investieren, 655 000 Euro in das Gasnetz, 125 000 Euro in die Betriebsführung Wasser, 110 000 Euro in die Verwaltung und 45 000 Euro in die Fernwärmeversorgung. Masberg betonte, dass viele Aufträge an Firmen aus Andernach und der Region vergeben werden und die regionale Wirtschaft so auch profitiert.

Die Stadtwerke brauchen für die geplanten Investitionen im kommenden Jahr einen Kredit von rund 5,7 Millionen Euro. Die mittelfristige Finanzplanung lässt bis zum Jahr 2020 einen Finanzierungsbedarf von rund 15,9 Millionen Euro erwarten. Die Energietochter benötigt für die Investitionen im kommenden Jahr voraussichtlich einen Kredit von rund 1,3 Millionen Euro. Insgesamt weist ihre mittelfristige Planung bis zum Jahr 2020 einen Finanzierungsbedarf von rund 8,8 Millionen Euro aus.

Die Zahl der Mitarbeiter soll im kommenden Jahr im Vergleich zu diesem Jahr steigen. Zum Ende dieses Jahres sind laut Stellenplan 41 Mitarbeiter bei den Stadtwerken und 35 Mitarbeiter bei der Energietochter beschäftigt, im kommenden Jahr sollen es 47 beziehungsweise 41 werden. Hinzu kommen insgesamt 13 Auszubildende.

Hartmut Dressel, Fraktionsvorsitzender der FWG, kritisierte, dass in der im Jahr 2014 von den Stadtwerken auf die Stadt übertragenen Mittelrheinhalle ein "nicht unerheblicher Investitionsstau existiert" (die RZ berichtete). Der belaste jetzt die Stadt. "Hier wäre es schön gewesen, wenn man in den finanziell besser gestellten Zeiten vor dem Auslaufen der Strom- und Gaskonzession den einen oder anderen Euro investiert hätte."

Das Beteiligungssystem

Die Stadt Andernach hält 100 Prozent an der Stadtwerke Andernach GmbH. Die Stadtwerke Andernach GmbH hält 74,9 Prozent an der Stadtwerke Andernach Energie GmbH und 25,1 Prozent an der Energiebeteiligungsgesellschaft Mittelrhein mbH (Tochter der EVM). Die EVM hält die übrigen 25,1 Prozent an der Stadtwerke Andernach Energie GmbH.

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