40.000
Aus unserem Archiv
Mayen-Hausen

Silvestertradition: 50 Teilnehmer umrunden hoch zu Ross die Hausener Kirche

Axel Holz

Liegt Pferdeäpfelduft in der Luft, und liegen Pferdeäpfel auf dem Straßenpflaster, dann ist Silvesterritt in Hausen. Der traditionsreiche Termin beendet das Jahr im Stadtteil, und dieses Mal kamen genau 50 Reiter auf ihren großen und kleinen Pferden herbei, um sich und die Tiere segnen zu lassen und um anschließend dreimal um die St.-Silvester-Kirche zu reiten.

Die zweite Runde um die Kirche wird in Angriff genommen: Dechant Matthias Veit auf Stute Emma.
Die zweite Runde um die Kirche wird in Angriff genommen: Dechant Matthias Veit auf Stute Emma.
Foto: Axel Holz

Bei 11 Grad Außentemperatur und zartem Nieselregen schauten rund 100 Bürger zu, wie zum Beispiel Dechant Matthias Veit das Muttertier Emma bestieg, sich im weiß-grünen Messgewand im Sattel hielt und tapfer drei Runden um die Kirche ritt. Am Tag zuvor noch hatte er sich mit der 19-jährigen Irish-Tinker-Stute angefreundet und erste Reitversuche unternommen. Das Tier steht im Stall des Betzinger Hofes von Elisabeth und Herbert Barz; es ist das Muttertier von Enya, das dem Geistlichen – nach Aussage von Elisabeth Barz – etwas zu unruhig war.

Dechant Veit sprach erst Gebete und ging dann von Pferd zu Pferd, um jedes einzelne Tier und seinen Reiter zu segnen. Er berichtete aus dem Buch „Sankt Silvester, Papst und Kirchenpatron“ (erschienen 1999) von Franz-Josef Barlage. Darin wird erstmals im Jahr 1337 von einer „Pärdmess“ in Hausen erzählt. Der Brauch der Pferdesegnung ist vermutlich noch viel älter.

Elisabeth Barz stand an Silvester schon um sieben Uhr im Stall, um ihre drei Tiere silvesterritt-tauglich zu machen. Die spätere Zeremonie war dann um 10.55 Uhr nach 25 Minuten zu Ende. Bis dahin und noch etwas darüber hinaus verkaufte der Förderverein des Kindergartens Hausen belegte Brötchen und Getränke. Die Freiwillige Feuerwehr und deren Jugendabteilung waren im Einsatz, um die Innerortsstraßen von Fahrzeugverkehr freizuhalten. So waren am Silvestervormittag viele Hausener unterwegs, um der Tradition zu huldigen sowie um Freunden, Nachbarn und Bekannten schon einmal ein gutes neues Jahr zu wünschen. Danach begann die Messfeier zum Patronatsfest St. Silvester samt Jahresabschluss und dem Auftritt des Kirchenchores unter Leitung von Hildegard Hau-Strehle.

Von unserem Mitarbeiter Axel Holz

Patron der Pferde und Reiter

Der Legende nach reiste Papst Silvester (314–335) durchs Römische Reich; sein Ritt führte ihn auch durch die Rheinlande. Auf dem Weg nach Hausen verlor sein Pferd ein Hufeisen; in Hausen wurde das Tier neu beschlagen. Später fand man das verlorene Hufeisen und bewahrt es bis heute als Reliquie.

Seither wird Papst Silvester I. als Schutzpatron der Pferde und der Reiter verehrt. axe

Mayen-Andernach
Meistgelesene Artikel
Anzeige
Anzeige
Online regional
Nina Borowski

Nina Borowski

Regio-CvD Online

 

Mail

Anzeige
Mayen: 725 Jahre Stadt
epaper-startseite
Regionalwetter
Montag

5°C - 14°C
Dienstag

5°C - 15°C
Mittwoch

7°C - 18°C
Donnerstag

10°C - 21°C
News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach