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    Andernach

    RZ exklusiv: Was wird aus der verfallenden Krahnenburg in Andernach?

    Die Krahnenburg verfällt seit Jahren – jetzt scheint ein Ende in Sicht: Das alteingesessene Andernacher Familienunternehmen Ahsenmacher hat die prominente Immobilie gekauft. Was die drei Brüder dort oben planen, und welche Veränderungen im Fleischmanufaktur- und Cateringbetrieb anstehen, erzählt der jüngste Bruder im Gespräch mit unserer Zeitung.

    Wir treffen Johannes Ahsenmacher an einem der drei Standorte in Andernach – im sogenannten Casino an der Klingelswiese am Rennweg. Der 39-Jährige wirkt etwas aufgeregt: Als Unternehmer hat er schließlich nicht jeden Tag mit der Presse zu tun. Tatsächlich geht es im Gespräch um einen stark beobachteten Ausflugsort, aber auch um Millioneninvestitionen. Der Betrieb ist räumlich im Wandel.

    Die Brüder Ahsenmacher haben die Krahnenburg bereits im Sommer 2016 gekauft. Die konkrete Planung, was dort realisiert wird, startet aber erst im Sommer 2018. Denn das hängt auch mit anderen aktuellen Betriebsentwicklungen zusammen. „Fest steht: Ein Teil der Krahnenburg wird als Eventlocation gestaltet“, sagt Ahsenmacher. Und ihm ist wichtig zu betonen: „Wir schaffen auf jeden Fall auch Möglichkeiten für die Andernacher, dass sie dort kleinere Räumlichkeiten mieten können.“ Zudem soll die Krahnenburg als Ausflugslokal an Sonn- und Feiertagen dienen. „Wir können uns auch gut einen Biergarten vorstellen“, sagt Ahsenmacher.

    Vor Wochen wurden Bauzäune aufgestellt, um Unbefugten den Zutritt zu versperren. Der alte Turm des Gebäudes wurde am Wochenende eingerüstet. Das Dach wird abgedichtet, damit er nicht weiter verfällt. „Wir wollen ihn unbedingt erhalten“, betont der Unternehmer. Eine Steinplakette besagt, dass der Turm von 1885 stammt. Der Rest des Gebäudes soll abgerissen werden. „Die Substanz des Anbaus ist marode und nicht erhaltenswert“, erklärt Ahsenmacher. Und: „Wir wollen ein neues Konzept.“ Dieses soll in Abstimmung mit Stadtrat und Verwaltung umgesetzt werden.

    Mit Spannung dürften die Brüder die Überlegungen des Stadtrats verfolgen, das Aussichtsplateau mit einem Skywalk auszubauen: einer gläsernen Aussichtsplattform. Den Vorschlag hatte die CDU eingebracht. Nach RZ-Informationen soll es bereits Kontakt zu einer Hochschule geben, die das Projekt ausloten wird. Dadurch würde die Umgebung natürlich touristisch aufgewertet. Dazu trägt auch das neu angelegte Traumpfädchen „Kleiner Stern“ bei, das voll ausgeschildert aber noch nicht offiziell eröffnet ist.

    Johannes Ahsenmacher (39) führt das Unternehmen zusammen mit seinen Brüdern Lars und Alexander.
    Johannes Ahsenmacher (39) führt das Unternehmen zusammen mit seinen Brüdern Lars und Alexander.
    Foto: Katrin Steinert

    Ahsenmacher erzählt: „Wir hatten schon länger Interesse an der Immobilie.“ Doch bis zum Kauf war es ein Stück Arbeit. Die Brüder hatten bereits mit dem Gedanken gespielt, die Vorbesitzer wegen einer Altersnachfolge anzusprechen, schildert er. „Als wir dann wussten, dass die Krahnenburg schließt, sind wir sofort aktiv geworden“, sagt der 39-Jährige. Allerdings gab es mehrere Bewerber. Die Verhandlungen bis zum Kauf dauerten zwei Jahre.

    Dass wir Johannes Ahsenmacher im Casino an der Klingelswiese treffen, ist kein Zufall. Dort stehen Veränderungen an, die sich auf den Planungsprozess an der Krahnenburg auswirken. Die Brüder Ahsenmacher sind gerade dabei, das Haus zu kaufen. Seit 2010 sind sie Mieter des Casinos und nutzen es als Eventlocation. Nun planen sie, mit dem Catering und der Großküche im Sommer aus der Altstadt dort hinzuziehen. Ahsenmacher spricht von einer knapp 2-Millionen-Euro großen Investition für Ankauf und Neubau. Der Küchenanbau mit Büros wird ein neuer Gebäudetrakt, der auf der Wiese vor dem Casino entsteht. Die Bauanträge sind gestellt. Das Casino wird weiterhin für Veranstaltungen genutzt. Metzgerei und Fleischerei mit Verkaufsstelle bleiben in der Altstadt, auch die Verkaufsstelle am Schillerring bleibt erhalten.

    Ursprünglich war mal angedacht, Küche, Catering und Büros in die Krahnenburg zu verlagern. „Aber das Grundstück ist zu klein, und die Anfahrt unpraktisch“, sagt Ahsenmacher. Dass sich etwas ändern muss, war aber absehbar. Denn das Unternehmen ist gewachsen, und der Standort Kramgasse mit Metzgerei, Produktion, Küche, Catering und Büros einfach zu eng. „Das Catering- hat das Metzgereigeschäft mittlerweile überholt“, sagt Ahsenmacher. Die Metzgerei laufe aber nach wie vor sehr stabil und stütze auch die Qualität des Caterings.

    Wenn die geschäftliche Entwicklung sich weiter positiv darstellt, beginnen also im Sommer 2018 die Planungsschritte für die Krahnenburg. Ahsenmacher erklärt: „Die Ideen sind da, aber wir sind bodenständig und müssen gucken, was da oben dann auch finanziell drin ist.“

    Von unserer Redakteurin Katrin Steinert

    Betrieb 1873 gegründet - bislang drei Standorte

    Ahsenmacher ist ein Andernacher Familienunternehmen und besteht seit 1873. Im Jahr 2008 haben die drei Brüder Johannes, Lars und Alexander die Geschäftsführung vom Vater übernommen, der ihnen beratend zur Seite steht. Der „Fleischmanufaktur & Catering“-Betrieb hat sich gerade in den vergangenen 20 Jahren stark entwickelt, berichtet Johannes Ahsenmacher.

    Das Unternehmen ist von 15 auf rund 45 fest angestellte Mitarbeiter und Auszubildende gewachsen. Hinzu kommen noch einmal 100 Minijobber, die vor allem im Catering arbeiten. Bislang gibt es drei Standorte: Metzgerei und Catering mit Küche und Produktion sowie Verkaufsstelle und Büros sind in der Kramgasse in der Altstadt untergebracht. Eine weitere Verkaufsstelle gibt es am Schillering. Das Casino (Bild) an der Klingelswiese dient bislang als Veranstaltungsort. Das Haus ist gemietet und wird zurzeit gekauft, die Krahnenburg wird als neuer Standort entwickelt. kst

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