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    Prunksitzung: Bei Andernachs Husaren glänzt nicht zuletzt der Nachwuchs

    Während Trump die USA mit einer Mauer von Mexiko abschotten will, standen die Türen der Andernacher Mittelrheinhalle am Samstag offen für die mexikanische Kultur: Mit Sombreros, Ponchos und einem Bühnenbild mit Kakteen und Aasgeiern feierten die Rot-Weißen Husaren bei ihren Prunksitzungen ein Fest der guten Laune – wenngleich das auch die einzigen Referenzen in Richtung Nordamerika bleiben sollten.

    Wer die Husaren kennt, weiß, wie sehr das Korps eine prunkvolle und pompöse Inszenierung liebt – kein Wunder also, dass der Elferrat unter stehenden Ovationen des Publikums zu Fanfarenklängen, minutenlangen Paukenschlägen und Trommelwirbel des Musikzuges in den ausverkauften Saal einlief. Die Marschrichtung war also von Anfang an klar – es sollte ein Abend der närrischen Ekstase werden. „Heiße Rhythmen, heiße Tänze und einen heißen Elferrat“, versprach Husaren-Kommandeur Carsten Meyer gleich zu Beginn des fast fünfstündigen Programms – und behielt recht: Als eine von rund zehn Tanznummern eröffneten die Majorettes, trainiert von Patrizia Krüg und Silke Schäfer, das Programm, um erst in rot-weißen Outfits ganz elegant das Tanzbein zu schwingen, und später dann leuchtende Stäbe durch die Luft der abgedunkelten Mittelrheinhalle rotieren zu lassen – das Ergebnis: eine atemberaubende Lichtershow der Extraklasse.

    Eine ähnlich gute Figur machte der tänzerische Nachwuchs – obgleich die Mädels des Kinderballetts unter der Leitung von Jenny Völkel und Sabine Auer vor lauter Staunen angesichts des vollen Saals manchmal beinahe das Tanzen vergaßen. Am Ende zeigten sie den erwachsenen Karnevalisten dann die lange Nase – und stellten klar, dass sich Husaren um ihren närrischen Nachwuchs keine Sorgen machen müssen.

    Auf eine wesentlich längere Karriere kann sich Dieter Heuft berufen – seit 40 Jahren ist der Bühnenbauer dabei, und führte 2007 sogar als Prinz durch die Session Vom Elferrat wurde er unter Applaus für seine Verdienste um den Andernacher Karneval als einziger mit dem großen Verdienstorden der Husaren geehrt.

    Voll des Lobes war Sitzungspräsident Michael Steil auch für das Kindertanzpaar (Tara Groß und Julian Frank), das auf der Bühne eine Pirouette nach der anderen hinlegte: „Eigentlich sollten wir euch bald nur noch Tanzpaar nennen“, betonte er die tänzerische Entwicklung der beiden.

    Indes präsentierten die Büttenredner Niklas Laux und Yannik Felthaus zwei Seiten einer Medaille: Während Laux in die Rolle des Ex-Schülers schlüpfte und angesichts seiner Erfahrungen in Schule und TV feststellen musste, „dass es nur noch dumme Menschen gibt“, gab sich Felthaus als kauziger Lehrer aus und warnte seine Zuhörer direkt vor: „Ihr habt jetzt Unterricht!“ Der 22-Jährige genoss das Bad im Publikum, und nahm nicht nur die Zuschauer unter tosendem Gelächter aufs Korn, sondern verteilte gleich auch noch ein paar Seitenhiebe gegen die Beichtpraxis der Kirche: „Heute geht man einmal im Jahr in den Wandschrank, hebt den Arm, sagt ein paar Gedichte auf und hat dann wieder ein Jahr Ruhe.“

    Dass die Stimmung zu diesem Zeitpunkt schon bestens war, wusste sich das Tanzmariechen Katharina Versch zunutze zu machen – gekonnt legte sie eine Figur nach der anderen aufs Parkett. Trainiert wurde sie von Luisa Karbach, die einige Momente später selbst schon von Tanzpartner Sebastian Schneider durch die Luft gewirbelt wurde: Zu „M&F“ von den Ärzten und Grönemeyers „Männer“ erzählten sie tänzerisch den Kampf der Geschlechter – oft konfliktbehaftet, aber letzten Endes dann doch im ästhetischen Zusammenspiel verbunden.

    Als dann das lang erwartete Prinzenpaar die Bühne betrat, war die Stimmung längst am Kochen – und Prinz Michael II. setzte noch einen drauf: Erst bewies er mit seiner Version von Andreas Gabaliers „Hulapalu“ sein gesangliches Talent, um dann kurz darauf seinem von Kommandeur Meyer gegebenem Namen „Goethe des Andernacher Karnevals“ alle Ehre zu machen: Mit einem Gedicht unterstrich er die Verbindung der Stadtsoldaten zu den Husaren und stellte fest: „Hier sind wir bei Freunden.“ Bis tief in die Nacht feierten die Husaren die närrische Zeit – nicht im Schatten des diesjährigen Prinzenpaars, sondern stolz an dessen Seite.

    Von unserem Mitarbeiter Raphael Markert

     

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