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    Kruft/Koblenz

    Prozess um Überfall auf Krufter Senioren: Mittäter fühlt sich bedroht

    Es hatte etwas von Kino-Atmosphäre im Sitzungssaal 102 des Landgerichts Koblenz. Aber natürlich ganz ohne Popcorn, und der Krimi, der dort über die Bildschirme flimmerte, war leider real. Denn der Prozess gegen einen 50-jährigen, der mit drei Mittätern ein Rentnerpaar in Kruft überfallen und ausgeraubt haben soll, wurde fortgesetzt. Und zwar auf ungewöhnliche Art und Weise.

    Die Kriminalpolizei Koblenz ermittelte – und sicherte Spuren in der Umgebung.
    Die Kriminalpolizei Koblenz ermittelte – und sicherte Spuren in der Umgebung.
    Foto: Andreas Walz

    Per audiovisueller Zeugenvernehmung wurde einer der drei bereits verurteilten Täter angehört. Der inzwischen 24-jährige Zeuge sitzt in den Niederlanden für den Krufter Überfall eine sechseinhalbjährige Jugendstrafe ab. Da er nicht bereit war, zur Vernehmung nach Deutschland zu kommen, wurde eine Befragung per Video-Konferenzschaltung beschlossen. Richterin Katja Major konnte so dank Bild- und Tonverbindung den Mann befragen. Dieser sagte in Anwesenheit einer niederländischen Untersuchungsrichterin aus. Sowohl in Koblenz als auch in den Niederlanden stand eine Übersetzerin zur Verfügung. Die Prozessbeteiligten und die Zuschauer konnten im Gerichtssaal auf vier Bildschirmen das Geschehen verfolgen.

    Der 24-Jährige schilderte erneut, wie er mit seinem Cousin nach Deutschland fuhr, um dort Einbrüche zu verüben. Als Tippgeber habe der jetzige Angeklagte fungiert, mit ihm und dessen Sohn habe man dann in Kruft am 11. Juni 2013 zugeschlagen. Insgesamt dreimal drangen die Täter an diesem Tag in das Haus des Rentnerpaares ein.

    Beim ersten Mal löste einer der Einbrecher die Alarmanlage aus. Als es daraufhin aber offenbar ruhig blieb, folgte die zweite „Begehung“, bei der die Täter auf zwei Tresore stießen. Da sie diese nicht öffnen konnten, kaufte der 24-Jährige in der Nähe des Tatorts erst einmal in aller Ruhe ein Brecheisen und einen Hammer, dann brachen sie erneut in das Anwesen ein. Als das Rentnerpaar nach Hause kam, überwältigten zwei der dreisten Diebe die über 80-Jährigen.

    Wie genau konnte der Zeuge nicht sagen, er will zu diesem Zeitpunkt im Obergeschoss gewesen sein. Aber er sagte aus, dass der jetzige Angeklagte den Mann bedroht habe, indem er ihm ein Messer an den Hals hielt. Und auch er selbst fühle sich, sagte er weiter, nicht mehr sicher. Er sei von der Großfamilie des 50-Jährigen massiv bedroht worden. „Eines möchte ich anfügen: Wenn ich ermordet werde, hat er den Auftrag dafür gegeben“, sagte der 24-Jährige.

    Die Beute sei übrigens durch fünf geteilt worden, sagte der Mann aus. Er habe einen ihm unbekannten Mann gesehen und gesagt bekommen, dass auch der einen Teil der Beute erhalten würde. Der 24-Jährige war schon kurz nach der Tat in den Niederlanden verhaftet worden, weil er am Tatort Blutspuren hinterließ und dort außerdem seinen Ausweis vergaß. Nach längerer Zeit hatte er die Namen seiner Mittäter preisgegeben.

    Für den Prozess sind weitere zwei Verhandlungstage angesetzt.

    Von unserem Mitarbeiter Thomas Krämer

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