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    Pläne für das Alte Mayener Rathaus: Kommt ein Bürgerbegehren gegen Bierhaus?

    Die Mayener Stadtverwaltung soll weitere Verhandlungen mit der M&R Gastro GmbH über den Einzug eines Bitburger Bierhauses ins Alte Rathaus führen. Das hat der Stadtrat in seiner Sitzung am 6. Dezember mit großer Mehrheit beschlossen. Aber hatten die Ratsleute für ihre Entscheidung auch alle relevanten Informationen?

    Das Alte Rathaus in Mayen ist ein Schmuckstück der Stadt. Seine mögliche neue Nutzung stößt nicht nur auf Gegenliebe.
    Das Alte Rathaus in Mayen ist ein Schmuckstück der Stadt. Seine mögliche neue Nutzung stößt nicht nur auf Gegenliebe.
    Foto: Andreas Walz

    Diese Frage wirft ein Leserbrief auf, der unserer Zeitung vorliegt. In seinem Schreiben beklagt der Verfasser Michael Schütte aus Mayen „zahlreiche Informationslücken, die der zeitnahen Aufklärung bedürfen“. Unter anderem stellt Schütte fest, dass das Bitburger Bierhaus in Prüm, das ebenfalls von M&R Gastro betrieben wird, geschlossen werden soll. Das sei mit Blick auf die Mayener Pläne „sicherlich interessant zu wissen“, schreibt Schütte. Und weiter: „Warum haben die Herren Müller und Raskob nicht informiert (oder etwa doch?)“.

    Michael Müller und Marco Raskob sind die Geschäftsführer von M&R Gastro. Auf Anfrage unserer Zeitung bestätigt Raskob das Aus für das Bierhaus in Prüm und nennt die Gründe. M&R Gastro werde das Pachtvertragsverhältnis, das im Mai 2018 endet, nicht verlängern. „Wir bekommen kein ausreichend qualifiziertes Personal, insbesondere Köche“, teilt Raskob mit, der auch finanzielle Gründe anführt. So sei, gemessen an den durchschnittlichen Monatsumsätzen, der Pachtzins zu hoch. Und weiter: „Prüm sowie das Umfeld sind nicht hinreichend, um in der Zeit von Oktober bis April entsprechende Umsätze zu generieren, welche wir mit unserem Gastrokonzept benötigen.“

    Auch die Nähe zu Bitburg habe bei der Entscheidung eine Rolle gespielt, teilt Raskob mit. Dort betreibt M&R Gastro ebenfalls ein Bierhaus. Dritter Bierhaus-Standort ist Bad Münstereifel. In Prüm wird das Bierhaus nun vom 1. Januar 2018 an temporär geschlossen und nur an „bestimmten Tagen effizient geöffnet sein“, sagt Raskob.

    Wussten Rat und Verwaltung in Mayen von dieser Entwicklung, als das Thema im Stadtrat diskutiert wurde? Nein, sagt Oberbürgerbürgermeister Wolfgang Treis. Er habe erst fünf Tage nach der Sitzung, am vergangenen Montag, durch ein Gespräch mit einem Mayener Bürger davon erfahren. Daraufhin habe er „unmittelbar am Dienstag Kontakt zu Herrn Raskob aufgenommen, der die Schließung bestätigt hat“, schildert Treis. Wiederum einen Tag später habe er den Sitzungsdienst beauftragt, die Stadtratsmitglieder entsprechend zu informieren. Dass die Entwicklungen in Prüm Auswirkungen auf das Vorhaben in Mayen hat, stellen sowohl Treis als auch Raskob in Abrede. Raskob betont, dass jeder Standort immer isoliert zu betrachten und zu bewerten sei. Treis stellt fest: „Gutes unternehmerisches Handeln ist auch dadurch geprägt, dass Veränderungen vorgenommen werden, sofern sich Erwartungen nicht erfüllen.“

    In seinem Leserbrief kündigt Michael Schütte weitere Schritte an, falls die Pläne für das Mayener Bierhaus weiter vorankommen. In den vergangenen Tagen hätten sich „bereits einige Mayener Bürger darauf verständigt, dass eine eventuelle Fehlentscheidung des nur teilweise informierten Stadtrates und ein schlechtes Verhandlungsergebnis der vom Rat bevollmächtigten Verwaltung durch ein Bürgerbegehren verhindert werden muss“. Dieses Bürgerbegehren werde sich „mit vielen Aspekten der geplanten Maßnahmen befassen. Mit Sicherheit werden der Verwaltung und den Fraktionen Fragen gestellt, die den Bürger brennend interessieren“, schreibt Schütte.

    Welche Fragen das unter anderem sein könnten, listet er in seinem Leserbrief auf. Insgesamt hat Schütte einen Katalog von 15 Fragen zusammengetragen. Die Bandbreite reicht von der Frage, an welchen Ort die Tourist-Info umziehen soll, wenn im Alten Rathaus das Bierhaus einzieht, über mögliche Folgekosten, die auf die Stadt zukommen, bis hin zu Aspekten des Denkmalschutzes und einer eventuellen Beeinträchtigung von Veranstaltungen auf dem Markplatz. Dass dieser Fragenkatalog nicht abschließen ist, macht Schütte ebenfalls deutlich: „In nächster Zeit wird es sicherlich noch mehr Fragen geben, deren Beantwortung den engagierten Bürger stark interessiert und eine Sinnhaftigkeit der Rathauskneipe in Frage stellt“, schreibt er.

    Dass es noch Einiges zu klären gibt, bevor der Stadtrat grünes Licht für ein Bierhaus im Alten Rathaus geben kann, das hatten Rat und Verwaltung während der Sitzung am 6. Dezember auch selbst so gesehen. Im Beschlussvorschlag heißt es, die Verwaltung solle „die Verhandlungen mit den Geschäftsführern der M&R Gastro GmbH Raskob und Müller zur Umsetzung des Konzeptes Bitburger Bierhaus im Alten Rathaus fortsetzen und nach Möglichkeit für den ersten Sitzungslauf eine Vorlage erarbeiten, die eine finale Entscheidung erlaubt“. Bis zur Stadtratssitzung am 21. März 2018 sollen demnach alle Unklarheiten beseitigt werden.

    Michael Schütte hält das für Zeitverschwendung. Rat und Verwaltung sollen ihrer Verantwortung für Mayen gerecht werden, schreibt er: „Die für Verhandlungen und Besprechungen aufzuwendende Zeit lässt sich zum Wohle unserer Stadt – und nur um diese geht es – sinnvoller nutzen.“

    Von unserem Redakteur Hilko Röttgers

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