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    Andernach

    Patientin zweimal vergewaltigt? In Psychiatrie sollen sich erschütternde Vorfälle abgespielt haben

    Zwei Vergewaltigungen in nur einer Nacht soll eine Patientin auf der psychiatrischen Akutstation der Rhein-Mosel-Fachklinik (RMF) in Andernach erlitten haben – von zwei unterschiedlichen Mitpatienten.

    In der Andernacher Rhein-Mosel-Fachklinik soll eine Patientin gleich zweimal von Mitpatienten vergewaltigt worden sein. 
    In der Andernacher Rhein-Mosel-Fachklinik soll eine Patientin gleich zweimal von Mitpatienten vergewaltigt worden sein. 
    Foto: Martina Koch

    Die Koblenzer Staatsanwaltschaft bestätigte auf Nachfrage unserer Zeitung entsprechende Ermittlungen. Es wurde bereits Haftbefehl gegen einen 23-jährigen deutschen Staatsangehörigen erlassen, der auf freiwilliger Basis auf der Akutstation behandelt wurde. Der zweite Beschuldigte, ein 23-jähriger somalischer Staatsbürger, wurde auf Antrag der Staatsanwaltschaft in eine forensische Fachklinik verlegt. Bei ihm gibt es Anhaltspunkte für eine psychische Erkrankung, die die Schuldfähigkeit einschränkt.

    Die Koblenzer Staatsanwaltschaft geht von folgendem Tatverlauf aus: Der 23-Jährige soll am 29. August gegen Mitternacht in seinem Zimmer eine Mitpatientin vergewaltigt haben. Der 23-jährige Somalier, der im selben Zimmer untergebracht war, beobachtete die Tat. Nachdem sich die Frau in ihr Zimmer zurückgezogen hatte, folgte der Mann ihr und zwang sie ebenfalls zum Geschlechtsverkehr.

    Die diensthabenden Pflegekräfte erfuhren nach Angaben der Klinikleitung erst am Morgen, was sich zugetragen haben soll. „Es handelte sich bei dem Vorfall nicht um eine lautstarke Auseinandersetzung“, erläutert RMF-Pflegedirektorin Rita Lorse. Die Pflegekräfte hätten erst am Verhalten der Patientin gemerkt, dass etwas nicht stimme, und eine weibliche Pflegekraft der Nachbarstation zurate gezogen. Diese informierte die Ärztin vom Dienst, der die Patientin von der ersten Vergewaltigung erzählte.

    Der zweite Tatvorwurf wurde erst später bekannt. Man habe unverzüglich die Polizei hinzugezogen und dafür gesorgt, dass Beschuldigte und Patientin räumlich getrennt werden. Anhaltspunkte für eine mögliche Gefährdungslage habe es zuvor keine gegeben.

    Weibliche und männliche Patienten werden in der RMF auf allen Stationen zusammen behandelt. „Die Trennung nach Geschlechtern hat sich in der Praxis als nachteilig erwiesen“, erklärt der Ärztliche Direktor der RMF, Dr. Stefan Elsner. Auf einzelnen Stationen gebe es allerdings eigene Bereiche für Frauen. Wenn erkennbar ist, dass eine Patientin die Sorge hat, bedrängt zu werden, seien Schutzbereiche vorhanden. Einen solchen Bedarf habe die Patientin aber nicht geäußert.

    Man habe es in der Akutpsychiatrie mit einer Gratwanderung zwischen permanenter Überwachung und dem Bedürfnis nach Privatsphäre zu tun. So sei es etwa üblich, dass Patienten nachts ihre Zimmer verlassen, erklärt Lorse: „Es gibt psychisch Erkrankte, die finden nicht zur Ruhe. Diese dürfen sich im Gang bewegen, alles andere wäre eine Qual.“ Zwei qualifizierte Pflegekräfte sind nachts auf den Akutstationen im Dienst – auch in der Nacht des Übergriffs.

    Die Klinikleitung zeigt sich bestürzt über die Vorfälle und stellt sich hinter die Pflegekräfte. „Ich bin mir sehr sicher, dass unsere Mitarbeiter sachgerecht gehandelt haben“, sagt Lorse.

    Von unserer Redakteurin Martina Koch

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