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    Andernach/RegionNur wenige Maßnahmen gegen Bahnlärm im Unteren Mittelrheintal: BI sieht ungleiche Behandlung

    63 Millionen Euro wollen Bund, Bahn und Länder in Maßnahmen stecken, die den Bahnlärm im Mittelrheintal reduzieren sollen. Eine entsprechende Absichtserklärung wurde Ende vergangenen Jahres unterzeichnet (die RZ berichtete). Davon profitiert vor allem das Obere Mittelrheintal, aber zum Beispiel auch Weißenthurm und Leutesdorf. Doch dabei soll es im Unteren Mittelrheintal nicht bleiben. Bürgerinitiativen und politische Verantwortliche wollen mehr.

    Vor allem alte Güterzüge sorgen für Lärm. Bürgerinitiativen kämpfen dafür, dass die dicht an den Gleisen wohnenden Bürger (unser Foto zeigt das Umfeld des Andernacher Güterbahnhofs) in Zukunft entlastet werden.
    Vor allem alte Güterzüge sorgen für Lärm. Bürgerinitiativen kämpfen dafür, dass die dicht an den Gleisen wohnenden Bürger (unser Foto zeigt das Umfeld des Andernacher Güterbahnhofs) in Zukunft entlastet werden.
    Foto: Sascha Ditscher

    Darauf verständigte man sich bei einem Treffen in der Verbandsgemeindeverwaltung Weißenthurm. Ziel ist es, die Deutsche Bahn dazu zu bewegen, eine Machbarkeitsstudie zur Reduzierung des Bahnlärms im Unteren Mittelrheintal zu erstellen. Das hat vor allem den Grund, dass die Grundlage für die im erwähnten 63-Millionen-Euro-Paket festgezurrten Maßnahmen auf einer Machbarkeitsstudie basieren, die einst für das Unesco-Welterbe erstellt worden ist. Die Bahnlärmgegner aus dem Unteren Mittelrheintal hoffen, dass sich eine solche Machbarkeitsstudie auch für sie positiv auswirken könnte.

    Andernacher Bürger sollen mitentscheiden

    In Andernach gäbe es durchaus Bedarf an wirksamen Maßnahmen, um Anwohner vor Bahnlärm zu schützen. Das macht auch der Vorsitzende des SPD-Stadtverbands, Marc Ruland, deutlich: „Jede Maßnahme wäre ein Gewinn für die Stadt.“ Gemeinsam mit dem Chef der Staatskanzlei Clemens Hoch hatte er sich bereits vor zwei Jahren dafür stark gemacht, dass die Stadt Andernach eine Bahnlärm-Resolution verabschiedet. Im Rahmen einer Machbarkeitsstudie sollen nach Rulands Wunsch in Andernach auch die Anwohner ein Mitspracherecht haben: „Wir sollten gezielt mit den Bürgen überlegen, was möglich und erwünscht ist.“

    Weißenthurm hat von der Studie fürs Obere Mittelrheintal schon profitiert: Im Rahmen des 63-Millionen-Pakets soll in der Stadt eine Gabionenwand im Bereich der Bahnhofsstraße entstehen, deren eigentlich für Ende August geplanter Baubeginn sich aber wegen Problemen bei der Ausschreibung um ein Vierteljahr verzögert, wie Rolf Papen, der Vorsitzende der Bürgerinitiative „Wir gegen Bahnlärm in der VG Weißenthurm“ erklärte. Außerdem sind in Weißenthurm auch Schienenstegdämpfer und bis 2020 auch weitere Lärmschutzwände vorgesehen. Welche positiven Effekte solche Lärm reduzierenden Maßnahmen haben, zeigen bereits installierte „Flüsterweichen“.

    Unteres Mittelrheintal "guckt in die Röhre"

    Mit den Fortschritten, die man in Weißenthurm macht, will sich die BI aber nicht zufriedengeben. „Der Rest im Unteren Mittelrheintal guckt nämlich in die Röhre“, sagt Papen in Anbetracht der Tatsache, dass inzwischen nicht nur Bundes- und Landtagsabgeordnete Mitglieder in der BI, sondern auch Städte und Verbandsgemeinden bis nach Bad Breisig. Auch für diesen Teil des Tals habe man daher Verantwortung. Die Tatsache, dass man solche Maßnahmen vorwiegend im Oberen Mittelrheintal angeht, im unteren Teil aber nicht, empfindet er als Ungleichbehandlung. Argumente, die das Unesco-Welterbe als Grund für die Umsetzung der Maßnahmen im Oberen Mittelrheintal anführen, lässt er nicht gelten. „Wir schützen in erster Linie Menschen und nicht Landschaften“, so Papen.

    Optimistisch stimmt Papen, dass die betroffenen VG-Bürgermeister im Team mit der BI zusammenarbeiten. Wann die angestrebte Machbarkeitsstudie umgesetzt wird – dazu kann er keine Prognose abgeben, er sagt aber: „Da wir sämtliche Bürgermeister und Landräte auf unserer Seite haben, werden wir den Druck sicher aufrechterhalten können.“

    Die Bahnlärmgegner wollen nun zudem Kontakt zu Kommunen und Politikern aus Nordrhein-Westfalen aufnehmen, um der Bahnlärmproblematik zukünftig ein noch größeres Gewicht zu verleihen. Des Weiteren soll ein gemeinsames Treffen mit dem Leiter des Umweltbereiches und Lärmschutzbeauftragten im DB-Konzern, Andreas Gehlhaar, arrangiert werden. Erste Schritte seien bereits eingeleitet worden, informiert die VG Weißenthurm in einer Pressemitteilung.

    Von folgenden Forderungen wollen VG-Bürgermeister Georg Hollmann und Rolf Papen nicht abrücken:

    • Sofortiger Stopp einer weiteren Zunahme des Güterzugverkehrs im Mittelrheintal und Nutzung beziehungsweise Ertüchtigung oder Bau von Entlastungsstrecken;
    • Durchsetzung des Verbotes lauter Güterzüge ab 2020, sonst Fahrverbote, Nachtfahrverbote, Geschwindigkeitsreduzierung;
    • Einrichtung von mindestens zwei Zugmessstationen auch im Unteren Mittelrheintal – links- und rechtsrheinisch;
    • Geschwindigkeitsreduzierung aller Züge bei Ortsdurchfahrten auf maximal 70 km/h;
    • Unverzügliche Fortsetzung der bereits zugesagten Machbarkeitsuntersuchung im Unteren Mittelrheintal.

    „In Verantwortung für unsere durch zunehmenden Bahnlärm betroffenen Menschen und die Zukunft unseres Unteren Mittelrheintals müssen wir unser Engagement fortsetzen. Es ist ein deutliches Zeichen, wenn sich die Bürgermeister und Bundestagsabgeordneten einer ganzen Region über alle Parteigrenzen hinweg zusammentun und sich für ein gemeinsames Ziel einsetzen“, so Georg Hollmann.

    Von unseren Redakteuren Volker Schmidt und Martina Koch

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