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    Niedrigwasser: Im Andernacher Hafen wird kaum noch Schüttgut geladen

    Der Rhein führt nur noch wenig Wasser, und das hat Konsequenzen für die Fracht- und Personenschifffahrt. Wer einen Wanderausflug ins Rechtrheinische plant, muss bereits in die Röhre gucken. Der Fährverkehr zwischen Namedy und Leutesdorf ist aufgrund des Niedrigwassers vorerst ausgesetzt.

    Der Wasserstand des Rheins ist derzeit sehr niedrig, wie hier beim Blick von der Bendorfer Autobahnbrücke über das Ufer der Insel Graswerth und hinüber nach St. Sebastian gut zu sehen ist. Für Frachtschiffe bedeutet dies, dass sie mitunter nicht voll beladen werden können.  Foto: Sascha Ditscher
    Der Wasserstand des Rheins ist derzeit sehr niedrig, wie hier beim Blick von der Bendorfer Autobahnbrücke über das Ufer der Insel Graswerth und hinüber nach St. Sebastian gut zu sehen ist. Für Frachtschiffe bedeutet dies, dass sie mitunter nicht voll beladen werden können.
    Foto: Sascha Ditscher

    Von Peter Karges und Michael Fenstermacher

     "Dafür fehlen mindestens 20 Zentimeter Pegelstand", erklärt Werner Gilles, Geschäftsführer des gleichnamigen Betreibers aus Vallendar. Das Risiko einer Grundberührung will er auch deshalb nicht in Kauf nehmen, weil nicht klar ist, ob überhaupt Schlepper zur Hilfe kommen könnten.

    Bislang keine Beeinträchtigung gibt es für das ebenfalls von Gilles betriebene Geysirschiff. "Die knapp 14 Tage bis zum Saisonende werden wir auch sicher noch durchziehen können", sagt der Chef des Familienbetriebs. Sinke der Pegel noch weiter könne das Schiff zudem zum Anlegen zu der Brücke am Bollwerk ausweichen.

    Dass Frachtschiffe aufgrund des Niedrigwassers weniger Tonnage laden können, macht sich zudem bereits im Andernacher Rheinhafen bemerkbar, allerdings vor allem beim Schüttgut. "Hier herrscht kaum Betrieb, weil sich der Transport über den Wasserweg bei den derzeit begrenzten Kapazitäten für die Besteller von Steinen und Erden aus der Osteifel nicht wirtschaftlich darstellt", sagt Stadtwerke-Geschäftsführer Lars Hörnig. Weniger gravierend seien die Auswirkungen beim Containergut. "Hier verteilt sich die Ladung einfach auf mehr Schiffe", berichtet Hörnig.

    Zurzeit ist allerdings keine wirkliche Besserung in Sicht, zumindest kurzfristig. "Für die nächsten Tage sind keine größeren Regenmengen prognostiziert", blickt Michael Schreiner vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) in Koblenz voraus. In Kaub, dessen Pegelstand die Richtgröße für die Schifffahrt auf dem oberen Mittelrhein bis zum Deutschen Eck ist, betrug der Pegel am Mittwoch 78 Zentimeter. "Ein solcher Wert bedeutet, dass wir Niedrigwasser haben, aber es ist noch kein Wert in einem sehr extremen Bereich. Im Jahrhundertsommer 2003 hatten wir in Kaub beispielsweise einen Pegelstand von 32 Zentimetern", ordnet Frank Sodemann vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt in Bingen den Wert ein. Die Höhe des Pegelstands darf dabei nicht mit der Wassertiefe eines Flusses verwechselt werden. "An der höchsten Stelle in Kaub haben wir beispielsweise zurzeit eine Wassertiefe von 1,90 Meter", sagt Sodemann. Dennoch können Frachtschiffe generell zurzeit nicht voll beladen werden, wie Florian Krekel, stellvertretender Leiter des WSA in Bingen der Deutschen Presse-Agentur sagte. Und das Navigieren auf dem Rhein wird bei Niedrigwasser natürlich nicht einfacher. Erst vor einigen Tagen lief ein Tanker nahe der Loreley auf Grund.

    Beeinträchtigt ist auch die Personenschifffahrt flussaufwärts. So berichtet Anatoli Schletgauer, Hafenmeister für den Koblenzer Moselhafen unterhalb der Balduinbrücke, wo vor allem Hotel- und Flusskreuzfahrtschiffe anlegen, dass sie zurzeit recht viele Anfragen erhalten. "Schiffe, die sonst an anderen Orten am Mittelrhein festmachen, fragen jetzt uns, ob sie hier anlegen können, weil es anderswo nicht mehr möglich ist." Am Koblenzer Moselhafen gibt es zurzeit noch keine Probleme. Schletgauer: "Dafür müsste der Wasserstand noch gut 20 Zentimeter sinken, so lange haben wir noch Spiel."

    Kein Spiel mehr hatten jedoch die drei großen Schiffe aus der Gilles-Flotte. "Seit dem Wochenende liegen diese Schiffe nun am Rhein in Koblenz und nicht mehr in unserem Heimathafen in Vallendar. Niederwerth und Vallendar können wir zurzeit nur mit der ,Cäcilia‘ anfahren", sagt Dennis Gilles. Im Gegensatz zum Rhein hat man solche Sorgen an der Mosel nicht. "Man braucht wegen des Niedrigwassers momentan vielleicht etwas mehr Zeit beim An- und Ablegen, aber Einschränkungen haben wir keine", ergänzt Silvia Pietsch von der Personenschifffahrt MS "Goldstück", die auf der Untermosel unterwegs ist.

    Mayen-Andernach
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