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Mayen

Neujahrskonzert: Musikalische Reise von Mayen nach Paris

Julia Heinrich

Innerhalb der Oktave, der Acht-Tages-Frist, darf man noch zum Geburtstag gratulieren. Auch dem neuen Jahr. Somit war der vergangene Montagabend der letzte Termin, an dem man ein Neujahrskonzert guten Gewissens noch als ein solches bezeichnen konnte. Auch das der Rheinischen Philharmonie, die in Mayen eine Reihe von Auswärtsterminen mit ebendiesem Konzert beschloss.

Mitreißende Musik und Solisten, die begeistern – so lässt sich das Neujahrskonzert zusammenfassen, das die Rheinische Philharmonie in der St.-Veit-Kirche in Mayen gegeben hat. Foto: Andreas Walz
Mitreißende Musik und Solisten, die begeistern – so lässt sich das Neujahrskonzert zusammenfassen, das die Rheinische Philharmonie in der St.-Veit-Kirche in Mayen gegeben hat.
Foto: Andreas Walz

„Ganz Paris träumt von der Liebe“, so lautete das Motto für 2018. Bei so klangvollen Namen wie Carsten Huschke (Dirigat), Markus Dietze (Moderation) und den Komponisten Strauss, Offenbach und Lehar fühlten sich sehr viele Mayener eingeladen mitzuträumen. Offenbar mehr, als der Veranstalter erwartet hatte, denn die St.-Veit-Kirche war noch nicht gänzlich gefüllt, da waren Programmhefte schon Mangelware. Ganz spontan Entschlossene fanden dann noch auf Klappstühlen beziehungsweise dank eng zusammenrückender Mitmenschen in den Kirchenbänken Platz und wurden mit einem erwartungsgemäß mitreißenden Hörgenuss für eventuelle Einschränkungen der Bequemlichkeit mehr als entschädigt.

Nach minimalen technischen Anlaufschwierigkeiten lief es dann doch recht rund. Einen großen Anteil daran hatte nicht zum ersten Mal der Koblenzer Theaterintendant Dietze. Durch und durch Conférencier, gelang ihm das Kunststück, die eigene Unpässlichkeit in Form einer Erkältung höchst elegant Teil der Moderation werden zu lassen.

Nach einer stimmungsvollen Lehar-Ouvertüre zur „Lustigen Witwe“, in der große Teile des Publikums lieb gewonnene Melodien erkennen konnten, gab es dann wieder einmal die einmalige Mischung aus Information und Unterhaltung. Dietze stellte die Werke, Epochen und Künstler sowie die jeweilige Verbindung zur titelgebenden Stadt Paris höchst anschaulich dar, bevor die Philharmoniker unter der Leitung von Carsten Huschke das Kunsterlebnis dann komplettierten. Dass das Genre „Operette“, das mit dem Neujahrstermin auf ganz besondere Weise verwachsen ist, andere Stilrichtungen an die Seite gestellt bekam, machte den Abend besonders charmant.

Natürlich begeistert Bariton Peter Rembold als Danilo mit „Da geh ich zu Maxim“, selbstverständlich macht es Spaß, die neu kennengelernten Instrumente „Windtrommel“ und „Eufonium“ zur Musik von Emile Waldteufel in Aktion zu erleben. Der Kontrast zu etwa einem Chanson von Kurt Weill oder dem titelgebenden Cole-Porter-Song ist die eigentliche Stärke des Programms, an dem speziell Sängerin Monika Stasiak einen gehörigen Anteil hat. Bei dem Weillschen „Je ne t’aime pas“ hat sie sich merklich am großen Jacques Brel orientiert, um wenig später die Aura der ebenso großen Caterina Valente heraufzubeschwören. Bei Teilen des Publikums wird da sicherlich manch Jugenderinnerung lebendig. Bei anderen Teilen ist das bei einem Musicaltitel aus „Les Misérables“ der Fall, den sie im französischen Original vorträgt. Auch diese Art des Gesangs steht Stasiak ausgezeichnet.

Auf der Zielgeraden gibt es noch ein Stelldichein aller Beteiligten. Das „Moulin Rouge“ vereint zum großen Finale, das, dem Konzert absolut angemessen, umjubelt wird. Den großen Wurf als Moderator bringt Markus Dietze in der Überleitung zur Zugabe. Die Art, wie er das Publikum bittet, auf die lieb gewonnene Tradition des vermeintlich rhythmischen Mitklatschens zu verzichten, ist herrlich entwaffnend und lehrbuchreif. Ein Kompliment haben sich auch Musiker und Dirigent verdient, die bei dem berühmten „Can Can“ so spielen, als hätten sie selbst am meisten Spaß – was vermutlich sogar stimmt. Um mit einem weiteren Titel aus dem Programm zu sprechen: C’était magnifique!

Von unserer Mitarbeiterin Julia Heinrich

Mayen-Andernach
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