40.000
  • Startseite
  • » Region
  • » Aus den Lokalredaktionen
  • » RZ Mayen/Andernach
  • » Nahversorgungskonzept erntet in Polch Kritik
  • Aus unserem Archiv
    Polch

    Nahversorgungskonzept erntet in Polch Kritik

    Der Stadtrat hat in seiner Sitzung das Nahversorgungskonzept für die Verbandsgemeinde (VG) Maifeld einstimmig verabschiedet. Dabei fielen jedoch auch kritische Töne.

    Für Polch sieht das Konzept Nahversorgungsbereiche an der Straße "Vor Geisenach" (Foto) und im Stadtkern vor.
    Für Polch sieht das Konzept Nahversorgungsbereiche an der Straße "Vor Geisenach" (Foto) und im Stadtkern vor.
    Foto: Heinz Israel

    Von unserem Mitarbeiter Heinz Israel

    Das 40-seitige Papier, das vornehmlich den Istzustand der Versorgung der Maifelder mit den Gütern des täglichen Bedarfs beschreibt, soll eine wichtige Grundlage für die weitere Einzelhandelsentwicklung sein und zukünftige Entscheidungen in der kommunalen Planung absichern.

    Ausgelöst wurde das Konzept durch Vorgaben des Landesentwicklungsprogramms (LEP) IV in Verbindung mit dem Regionalen Raumordnungsplan Mittelrhein-Westerwald. In der Bewertung der Situation wird im Konzept der Umsatz in der VG Maifeld der Kaufkraft der Bevölkerung gegenübergestellt. Werte über 100 deuteten auf einen Kaufkraftzufluss von außerhalb hin, heißt es. Werte unter 100 dagegen bedeuteten, dass Kaufkraft an andere Standorte abließt. Für das Maifeld wird ein Wert von 109 Prozent ermittelt. 48,95 Millionen Euro Umsatz bei den Lebensmitteln stünden 44,76 Millionen Euro Kaufkraft der Bevölkerung gegenüber. Daraus wird geschlossen, dass die Umsatz-Kaufkraft-Relation bei 109 Prozent liegt und rechnerisch eine Vollversorgung anzunehmen ist. Für die Stadt Polch wird diese "Zentralität" beim Lebensmitteleinzelhandel sogar mit 128 Prozent angegeben. Anzunehmen sei daher ein Kaufkraftzufluss aus umliegenden Gemeinden des Maifelds. Bei den Drogeriewaren sei mit 179 Prozent die höchste Zentralität in der Stadt Polch festzuhalten. Rein rechnerisch geht das Gutachten davon aus, dass die Nahversorgung in der VG Maifeld vollständig durch Angebote in deren Bereich gedeckt werden kann.

    Die Ratsmitglieder sahen die forcierte Aufstellung des Nahversorgungskonzepts durchweg kritisch. "Wir haben durch den LEP IV schon Einschränkungen erfahren", bedauerte Walter Weber (CDU). Ratskollege Robert Brand, Sprecher der SPD-Fraktion, wurde noch konkreter: "Wenn ich das Konzept hier sehe, ist das eine gelenkte Marktwirtschaft", so Brand. Mit anderen Worten heiße dies: "Ich kann nicht mehr das tun, was ich möchte." Referent Oliver Knebel von der Firma, die das Gutachten im Auftrag der VG erstellt hatte, verteidigte die Landesplanung. Diese sei gegenüber der Vorgängerversion nicht restriktiver geworden; der LEP stellten die gesetzlichen Bedingungen dar, an denen sich die Gemeinde orientieren müsse. Gino Gilles, Sprecher der CDU-Fraktion, verwies auf die Geschichte: "Der LEP ist vor 15 Jahren als Rechtsverordnung vom Ministerrat erlassen worden und nicht vom Parlament." Sein Fazit: "Die kommunale Planungshoheit wird damit eingeschränkt." Dennoch solle man sich bewusst machen, dass das Konzept aufgestellt werden müsse, um Planungssicherheit zu haben.

    Mayen-Andernach
    Meistgelesene Artikel
    Online regional
    Nina Borowski

    Nina Borowski

    Regio-CvD Online

     

    Mail

    Anzeige
    Mayen: 725 Jahre Stadt
    epaper-startseite
    Regionalwetter
    Montag

    2°C - 4°C
    Dienstag

    4°C - 4°C
    Mittwoch

    6°C - 5°C
    Donnerstag

    5°C - 8°C
    News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
    wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach
    Anzeige