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    VG MendigNach Rock am Ring: Hat Mendig vom Festival profitiert?

    VG Mendig. Für Rock am Ring in Mendig musste die Öffentlichkeit tief in die Tasche greifen. Das stellt Stephan Retterath fest, der Fraktionsvorsitzende der Grünen im Mendiger Stadtrat. „Wir haben ein privates Festival mit öffentlichen Geldern in Höhe von 1,26 Millionen Euro subventioniert“, sagt Retterath. So interpretiert er Zahlen, die er auf Anfrage von der Mendiger Verwaltung erhalten hat.

    Dave Grohl gehörte zu den Topstars, die bei Rock am Ring in Mendig aufgetreten sind. Aber hat sich der Aufwand, das Festival auf den Flugplatz zu holen, am Ende gelohnt? 
    Dave Grohl gehörte zu den Topstars, die bei Rock am Ring in Mendig aufgetreten sind. Aber hat sich der Aufwand, das Festival auf den Flugplatz zu holen, am Ende gelohnt? 
    Foto: Archiv dpa

    Retterath kommt auf die Summe, indem er verschiedene Ausgaben addiert, die in Zusammenhang mit dem Festival in den Jahren 2014 bis 2016 angefallen sind. Dazu zählen Zahlungen von Stadt und Verbandsgemeinde (VG) Mendig und des Zweckverbands Konversion Flugplatz Mendig ebenso wie öffentliche Zuschüsse, die zum Beispiel vom Land Rheinland-Pfalz geleistet wurden. „Denn auch das sind Ausgaben, die aus Steuergeldern bestritten werden“, betont Retterath, auch wenn Stadt und VG diese Gelder für sich als Einnahmen verbuchen können.

    Mendigs Stadtbürgermeister Hans Peter Ammel weist in seiner Antwort auf die Anfrage darauf hin, dass einige der Ausgaben auch ohne Rock am Ring erforderlich gewesen wären, zum Beispiel bei der Infrastruktur und für die Bauleitplanung. Diese Ausgaben schlagen laut Retteraths Berechnung insgesamt mit gut 611.000 Euro zu Buche.

    Bei den hoheitliche Aufgaben – dazu zählen etwa der Einsatz der Feuerwehr, Rechtsberatungen und Gutachten sowie die Lärmüberwachung und die Innenstadtsicherung – beziffert Retterath die Gesamtkosten auf Grundlage der Zahlen aus der Verwaltung mit fast 191.000 Euro. Für freiwillige Leistungen wie Marketing, Öffentlichkeitsarbeit und zusätzliche Toiletten in der Mendiger Innenstadt sind laut Retteraths Berechnung gut 169.000 Euro angefallen.

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    Und die Personalkosten beziffert der Grüne auf Grundlage der Zahlen der Verwaltung mit gut 291.000 Euro. Dazu heißt es in der Antwort von Stadtbürgermeister Ammel, dass „die zusätzlichen und umfangreichen Aufgaben neben dem Tagesgeschäft und ohne Stellenplanmehrung wahrgenommen wurden“.

    Retterath will die Ausgaben für Rock am Ring nicht pauschal kritisieren. Natürlich solle eine Gemeinde ein solches Festival unterstützen, sagt er – „wenn es gut ist, zum Beispiel für das Image der Stadt“. Doch daran hat der Grüne Zweifel. „Die Wertschöpfung für unsere Gemeinde sehe ich nicht.“

    Tatsächlich verweist Mendigs Stadtbürgermeister Ammel in seiner Antwort auf Retteraths Anfrage zunächst auf nicht unmittelbar messbare Einnahmen und positive Effekte. Laut einer Wertschöpfungsprognose liege die regionale Wertschöpfung pro Rock-am-Ring-Jahr bei 2,8 Millionen Euro. Hinzu komme die enorm gesteigerte Bekanntheit von Mendig, die neue Chancen im Stadtmarketing, im Tourismus und in der Vermarktung von Gewerbeflächen eröffnet habe. Und durch Rock am Ring sei es gelungen, die Rahmenbedingungen für künftige Großveranstaltungen zu klären. Auf die gewonnenen Erkenntnisse könne man in Zukunft „vollumfänglich und kostenfrei“ zurückgreifen, schreibt Ammel.

    Darüber hinaus sei eine Steigerung der Übernachtungszahlen durch Rock am Ring statistisch belegt. Lege man dabei anerkannte Messwerte zugrunde, bedeute das allein beim Übernachtungstourismus eine Wertschöpfung von gut 522.000 Euro. Darüber hinaus habe der Veranstalter auch regionale Betriebe und Landwirte in die Veranstaltung einbezogen, die unmittelbar von Rock am Ring profitiert hätten.

    Diese Antwort der Verwaltung überzeugt Stephan Retterath allerdings nicht. Es gebe lediglich Prognosen, aber keine konkreten Zahlen, moniert er. „Was soll ich damit anfangen?“ Zwar räumt er ein dass die Tourismuswirtschaft mehr verdient habe als in den Jahren ohne Rock am Ring. Und auch dass regionale Betriebe profitiert haben mögen, will er nicht abstreiten. Aber anders als die Ausgaben würden diese Gelder eben nicht unmittelbar bei den Kommunen kassenwirksam. Das ist für Retterath ein weiterer Haken an der Sache. Aus seiner Sicht hat Mendig am Ende draufgezahlt.

    Von unserem Redakteur Hilko Röttgers

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