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    Multitalent aus Mayen: Paul Geiermann, der Mann mit der schräg aufgesetzten Melone

    Am Samstag,am 2. April 2011, wäre der Journalist, Buchhändler und Heimatforscher Paul Geiermann aus Mayen 100 Jahre alt geworden. Vielseitig war der Mayener Jung, der im Hombrich geboren wurde, für seine geliebte Vaterstadt bis zu seinem Tode am 3. Juli 1978 rührig. Gerne hemdsärmelig präsentierte er sich, sein Markenzeichen war jedoch der Sakkoanzug mit Fliege und die gern schräg aufgesetzte Melone.

    Mayen - Am Samstag,am 2. April 2011, wäre der Journalist, Buchhändler und Heimatforscher Paul Geiermann aus Mayen 100 Jahre alt geworden. Vielseitig war der Mayener Jung, der im Hombrich geboren wurde, für seine geliebte Vaterstadt bis zu seinem Tode am 3. Juli 1978 rührig. Gerne hemdsärmelig präsentierte er sich, sein Markenzeichen war jedoch der Sakkoanzug mit Fliege und die gern schräg aufgesetzte Melone.


    Im grauschwarzen, damals humanistischen „Pennal“ in der Alleestraße, heute St.-Veit-Straße, bestand Geiermann im Jahr 1932 das Abitur. Es schloss sich eine journalistische Ausbildung an. Viele Jahre arbeitete er als Reporter und Redakteur in Andernach und Mayen.
    Erst im Sommer 1947 kehrte er aus Krieg und Gefangenschaft heim. Als Redakteur wirkte er zunächst bei der Rhein-Zeitung in Koblenz, absolvierte außerdem eine Buchhändlerlehre. Danach eröffnete er eine Buch- und Kunsthandlung in Mayen. In der Stadt und im Landkreis Mayen hatte der überzeugte Katholik langjährig verschiedene politische Ehrenämter inne. Von 1951 bis 1967 gehörte er der CDU-Fraktion im Stadtrat an und erwarb sich mit seiner ausgleichend-humorigen Art über die Stadt hinaus einen guten Ruf. Die Stadt Mayen ehrte ihn am 29. Januar 1964 mit der Goldenen Verdienstplakette.

    Geiermann blieb journalistisch tätig: Er arbeitete mit an Rundfunk- und Fernsehsendungen, veröffentliche zahlreiche Aufsätze zur Heimatgeschichte, schrieb ein Schauspiel mit dem Titel „Das Wahrzeichen (1950)“, um den Aufbau der St.-Clemens-Kirche voranzubringen, verfasste zum Beispiel das Stück „Liebevoller Gang durch Mayen“, den Text- und Bildband Mayen (1974) und das umfassende Standardwerk „Die Stadt Mayen mit ihren Jahrtausenden zwischen Vulkanen und Autobahnen (1978)“.
    Geiermann war es, der das Stein- und Burgfest als Vorsitzender (1950–1957) des Geschichts- und Altertumsvereins für Mayen und Umgebung (GAV) ersonnen hat. Weil „er schon immer das Fehlen eines speziellen Heimatfestes in Mayen“ neben Schützenkirmes und Lukasmarkt bemängelt habe, für ihn Grund genug, zur Finanzierung des Museumsausbaues ein solches Fest vorzuschlagen. Und das wurde sogleich bis heute ein „käär“, also echtes Mayener Fest. Was viele nicht wissen: Der umgänglich-schalkhafte Mann war 1937 der Schöpfer des Fastnachtsrufes Mayoh. Auch als Mundartdichter trat er auf, viel umfassender aber als Mundartschreiber in gemütlichen Wochenendplaudereien: „Dutt on datt – off Mayener Platt“, die er – flugs bei den Städtern zum Begriff geworden – zeichnete mit dem Namen „De Kiebietz aus da Wäiherschbach“ – ein großartiger Beitrag zur Dialektpflege.

    Für seine geistige Heimat, die „Huuh Schuir“, blieb Geiermann bis zuletzt rührig: Er gehörte 1953 zu den Gründern der bis heute bestehenden „Vereinigung ehemaliger Schülerinnen und Schüler des Mayener Gymnasiums und Lyzeums“. Er war ihr Zweiter Vorsitzender, hatte zuvor schon die Jubiläumsschrift der Schule 1950 herausgegeben, war verantwortlich für die von 1960 zum 50. Abitur, blieb bis 1977 der Verfasser der zu Weihnachten verschickten „Jahresbriefe“ für die Mitglieder seiner Vereinigung in aller Welt; kultivierte Zeilen und begeisternde Anhänglichkeit für die Schul- und Vaterstadt.

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