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    Ochtendung/Koblenz

    Mordversuch? Freispruch ist rechtskräftig

    Der Prozess um den angeblichen Brandanschlag auf ein Familienhaus und versuchten Vierfachmord in Ochtendung ist endgültig beendet: Der Bundesgerichtshof (BGH), das oberste deutsche Strafgericht, hat den Freispruch für den Nachbarn (42) des Familienhauses bestätigt (Az.: 3 StR 425/15). Er ist damit rechtskräftig.

    Von unserem Redakteur Hartmut Wagner

    Rückblick: Das Landgericht Koblenz hatte den Mann, der 185 Tage in Untersuchungshaft saß, Mitte 2015 nach dem Grundsatz "Im Zweifel für den Angeklagten" freigesprochen. Die Staatsanwaltschaft hielt ihn für schuldig, forderte neun Jahre Gefängnis und legte Revision ein. Aber: Der BGH wies sie ab.Stefan Schmidt, der Anwalt des Mannes, freute sich im RZ-Gespräch: "Mein Mandant ist sehr froh!" Der Anwalt betonte, dass es sich um einen rechtskräftigen Freispruch handelt - nicht um eine Einstellung des Strafverfahrens. Sein Mandant habe kein Tatmotiv gehabt, die Vorwürfe seien ohne jede Grundlage gewesen.

    Am 9. Dezember 2014 gegen 3.30 Uhr brannte plötzlich die Tür des Familienhauses. Dessen jetzt freigesprochener Nachbar erlebte die Nacht nach eigener Aussage so: Er leidet unter Schlafproblemen, steht nachts oft auf und geht mit seinem Hund. Er läuft immer dieselbe Strecke, immer vorbei am Haus der Nachbarfamilie - so auch in jener Nacht. Als er zu dem Haus kommt, bemerkt er Qualm und sieht den Familienvater (38), wie er etwas austritt. Er fragt: "Was kokelst du denn da?!" Der aber beschimpft ihn und ruft: "Mach dich vom Acker!" Der Mann geht weiter.

    Täter noch immer unbekannt

    Als er zurückkommt, ist die Feuerwehr da. Er sagt zu den Einsatzkräften: "Ich hab dem doch eben schon gesagt, dass es da raucht." Er gerät in Streit mit dem Familienvater und dessen Frau - seiner Ex-Freundin. Ein Polizist erteilt ihm einen Platzverweis. Dennoch sagt er später zu dem Paar: "Euch zwei würde mal besser einer abfackeln." So lautete die Aussage des Angeklagten im Prozess. Er beteuerte seine Unschuld, räumte aber ein, 2014 eine Scheibe der Haustür der Familie eingeschlagen zu haben - im Streit mit seiner Ex.

    Laut Anklage griff der - bis heute unbekannte - Täter in der Tatacht durch die noch nicht reparierte Scheibe der Haustüre und zündete eine Jacke an. Das Feuer soll dann auf die Tür übergegriffen haben. Die Hausbewohner erwachten durch den Rauch, dämmten den Brand ein und riefen die Polizei.

    Das Landgericht vernahm 2015 im Prozess mehrere Zeugen, konnte letztlich aber nur feststellen, dass der Mann, zehn Minuten nachdem der Brand entdeckt wurde, am Tatort war.

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