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Mayen

Maye Mayhoh: Prinz Uli I. rockt den Markt und erstürmt das Rathaus

Hilko Röttgers

Eigentlich hat er nur vor einem Angst, scherzte Mayens Oberbürgermeister Wolfgang Treis: dass Prinz Uli I. bei der Erstürmung des Alten Rathauses die errichteten Barrikaden ganz einfach mit seiner Reibeisen-Stimme einreißt. „Er klingt, als hätte er eine große Säge dabei“, rief der OB, der sich mit seinen Getreuen auf dem Rathausbalkon verschanzt hatte. Tatsächlich hat die Stimme des Prinzen in den vergangenen Tagen hörbar gelitten. Bei der Rathaus-Erstürmung ließ Uli I. daher neben Worten vor allem Taten sprechen.

Drei Aufgaben hatten die Rathaus-Verteidiger Prinz Uli in den Weg gestellt. Der hat seine Session unter das Motto „Faasenacht, dat es ohs Freud, drüm rockt met uss ihr leewe Leut“ gestellt. OB Treis forderte daher: „Jetzt wollen wir doch mal sehen, ob du auch Leute hast, die tanzen können!“

Und der Prinz hatte. Uli I., der im echten Leben stellvertretender Leiter der Mayener Feuerwehr ist, konnte sich auf seine Wehr-Kameraden verlassen. Die legten einen astreinen Stippeföttche-Tanz hin, dem selbst OB Treis Anerkennung zollte: „Das ist für den Anfang gar nicht schlecht.“

Doch damit nicht genug. Ob er denn des Mayener Platts auch wirklich mächtig ist, wollte der OB als nächstes von Uli I. wissen. Schließlich hatte der Prinz in seinen närrischen Paragrafen ja die Einführung von Platt als Amtssprache gefordert. Beim Übersetzen von Schimpfwörtern gab sich Uli I. – mit Unterstützung von Hofnarr Pitta – allerdings keine Blöße.

Blieb die letzte Aufgabe, bei der Prinz Uli sein Motto in die Tat umsetzen sollte. OB Treis forderte: „Dann rockt jetzt mal den ganzen Marktplatz!“. Für Uli I. und sein Gefolge war das ein Leichtes. Zunächst mit dem Refrain des Queen-Klassikers „We Will Rock You“ und dann mit seinem Sessionslied „Maye Mayoh“ brachte der Prinz die zahlreichen Besucher auf dem Marktplatz zum Schunkeln und Mitsingen.

Als dann auch noch die Prinzengarde und die Möhnen mit vereinten Kräften die Palisaden vor dem Alten Rathaus durchbrachen, blieb OB Treis und seinen Mitstreitern nur noch die Kapitulation. „Der Widerstand lohnt sich nicht mehr angesichts dieser Übermacht“, gestand Treis die Niederlage ein. Ganz so leicht wollte der OB seine Stellung im Rathaus dann aber doch nicht aufgeben. Weil Uli I. nicht gut bei Stimme ist, bot sich Treis als neuer Sprecher an. Aber darauf ließ sich Uli I. nicht ein. „Ich schwätz nicht immer so“, versicherte der Prinz. „Das ist nur ein bisschen Heiserkeit.“ Die tollen Tage können für Uli I. und sein Gefolge also kommen.

Von unserem Redakteur Hilko Röttgers
Mayen-Andernach
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