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MayenKloster Helgoland: Bieter treiben Preis in die Höhe

Mit einem Gebot über 575.000 Euro hat ein Investor am Samstag den Zuschlag für den Kauf von Kloster Helgoland erhalten. Die Immobilie im Nettetal bei Mayen ist bei der Frühjahrsversteigerung der Westdeutschen Grundstücksauktionen AG unter den Hammer gekommen. Mehrere Interessenten lieferten sich ein Wettbieten.

Kloster Helgoland wurde jetzt in Köln versteigert.  Foto: Andreas Walz/Archiv
Kloster Helgoland wurde jetzt in Köln versteigert.
Foto: Andreas Walz/Archiv

Schauplatz der Auktion ist ein Konferenzraum im Erdgeschoss des Hilton-Hotels in Köln. Kloster Helgoland steht als 21. von 47 Objekten zur Versteigerung im Katalog. Kurz vor 14 Uhr wird das ehemalige Mutterhaus der deutschen Provinz des Ordens der Franziskanerinnen von der Heiligen Familie aufgerufen. Knapp 80 Besucher sind zu diesem Zeitpunkt im Raum, darunter – wie sich zeigen wird – auch eine Reihe von Interessenten für das Kloster. Mitarbeiter des Aktionshauses rufen weitere potenzielle Käufer an, die telefonisch an der Versteigerung teilnehmen.

Das Mindestgebot für Kloster Helgoland beträgt 365.000 Euro – ein Bruchteil des ursprünglich einmal geforderten Kaufpreises von gut 2,1 Millionen Euro. Das macht die Immobilie interessant. Und tatsächlich wurde das Mindestgebot schon vor Beginn der Auktion übertroffen. Ein Investor habe schriftlich ein Gebot von 370.000 Euro eingereicht, teilt der Auktionator mit. Für weitere Gebote hat er eine Steigerung um jeweils 5000 Euro festgesetzt.

Dann geht es Schlag auf Schlag. Zwei Interessenten am Telefon überbieten sich gegenseitig und treiben den Kaufpreis in die Höhe. Bei 430.000 Euro setzt einer zum großen Sprung an und erhöht mit einem Schlag auf 450.000 Euro- Sein Telefonkonkurrent steigt aus dem Rennen aus.

Anders als zwei Investoren im Konferenzraum, die sich bis dahin zurückgehalten haben. Für sie geht es jetzt erst richtig los. Nachdem auch der verbliebene Telefon-Bieter ausgestiegen ist, machen die beiden die Sache unter sich aus. Beim Gebot von 575.000 Euro fällt der Hammer.

Während Mitarbeiter des Auktionshauses den erfolgreichen Bieter in einen Nebenraum führen, wo er mit einem Notar die weiteren Formalitäten abwickelt, setzt im Hilton-Hotel eine kleine Völkerwanderung ein. Rund ein Viertel der Anwesenden verlässt den Konferenzraum. Offenbar waren diese Interessenten nur wegen Kloster Helgoland zur Versteigerung gekommen, hatten sich wegen des rasanten Verlaufs der Auktion aber nicht mehr selbst mit einem Gebot beteiligt.

So jedenfalls ging es einem Investor aus Mayen, der bei der Veranstaltung dabei war. Er hätte Kloster Helgoland gern zum Hotel umgebaut und hatte sich ein Limit gesetzt, bis zu dem er mitbieten wollte, sagte er im Gespräch mit der Rhein-Zeitung. Aber diese Summe sei so schnell erreicht worden, dass es für ihn aussichtslos war, das Kloster zu ersteigern. Dass die Immobilie begehrt sein würde, war dem Mann aber schon vor der Auktion klar. Er erzählt, dass sich bei einem Besichtigungstermin Anfang März neben ihm noch rund 20 weitere Interessierte das Kloster angesehen hätten. Darüber hinaus habe es noch zwei weitere Termine gegeben.

Was der neue Besitzer des Klosters mit der Immobilie vorhat, ist noch nicht bekannt. Informationen über den Käufer gibt das Auktionshaus aus Datenschutzgründen nicht bekannt. Sicher ist aber, dass eine Reihe von Nutzungen ausgeschlossen ist. Dafür sorgen Bedingungen, die der Orden gestellt und die der Käufer einzuhalten hat. Demnach darf Kloster Helgoland nicht zu Zwecken genutzt werden, die dem Wirken oder der Moral der katholischen Kirche widersprechen. Ausdrücklich ausgeschlossen sind zum Beispiel Spielhallen, Diskotheken und Sexshops sowie Zentren esoterischer Ausrichtung.

Von unserem Redakteur Hilko Röttgers

Mayen-Andernach
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