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Gierschnach

Katzenproblem in Gierschnach: Verbandsgemeinde will jetzt durchgreifen

Anne Fuhrmann

Es sind Zustände, die so manchem Tierfreund seit Längerem Bauchschmerzen bereiten: Etwa 20 bis 30 verwilderte Hauskatzen, die von Flöhen und Würmern befallen sind, streunen in Gierschnach herum und vermehren sich unkontrolliert. Nun soll konsequenter als bislang durchgegriffen werden, um an dieser Situation etwas zu ändern.

Tagsüber sind die verwilderten Hauskatzen in den Straßen von Gierschnach nur schwer zu entdecken. Vorwiegend in den frühen Morgen- und in den Abendstunden lassen sich die Tiere blicken, die sich unkontrolliert vermehren und in dem Ort Unmut hervorrufen. Foto: Heinz Israel
Tagsüber sind die verwilderten Hauskatzen in den Straßen von Gierschnach nur schwer zu entdecken. Vorwiegend in den frühen Morgen- und in den Abendstunden lassen sich die Tiere blicken, die sich unkontrolliert vermehren und in dem Ort Unmut hervorrufen.
Foto: Heinz Israel

Sieben Paragrafen umfasst die neue Katzenschutzverordnung, die die Verbandsgemeinde Maifeld nun erlassen hat. Sie tritt zum 1. Januar 2018 in Kraft. Deren Zweck ist es, „die Anzahl frei lebender Katzen in der Verbandsgemeinde Maifeld, bei denen erhebliche Schmerzen, Leiden oder Schäden festzustellen sind, zu minimieren.“ Sie sieht Regelungen für Tiere vor, die einen Halter haben. Als Letzterer gilt demnach auch jemand, der freilaufenden Katzen regelmäßig Futter zur Verfügung stellt – was unter anderem auf die Situation in Gierschnach zutrifft.

In der neuen Verordnung heißt es: „Katzenhalter, die ihrer Katze außerhalb ihres Grundstücks oder ihrer Wohnung unkontrollierten, freien Auslauf gewähren, haben diese von einem Tierarzt auf eigene Kosten kastrieren und kennzeichnen zu lassen. Die Kastration ist spätestens mit dem Beginn des sechsten Lebensmonats der Katze durchführen zu lassen.“ Eine Ausnahme von dieser Pflicht ist nur per Antrag für Zuchttiere möglich. Bei Verstößen kann die Behörde entsprechende Anordnungen treffen.

Die ersten Reaktionen auf die neue Verordnung sind positiv. „Die Katzenschutzfreunde Rhein-Ahr-Eifel atmen auf. War doch all unser Mühen und Plagen, bis die Mühlen der Obrigkeit sich endlich in Bewegung setzten, nicht umsonst“, heißt es in einer Stellungnahme des Vereins, der in Gierschnach bereits mehr als 35 Tiere eingefangen hat, um sie zu kastrieren und medizinisch zu versorgen. „Es ist sehr schade, dass die Verordnung erst jetzt kommt, da ihr Fehlen unsere Tierschutzarbeit in der Vergangenheit schwer blockiert hat. Wir hätten so manche Katze vielleicht doch noch retten können. Aber besser spät als nie“, schreiben die Katzenschutzfreunde. Im Gespräch mit der Rhein-Zeitung hatte die Vorsitzende, Andrea Brezina, kürzlich kritisiert, dass die betroffenen Katzen in Gierschnach nicht artgerecht gehalten würden und sich das Elend durch die unkontrollierte Vermehrung vergrößere. Damit man sich bei den Fangaktionen in einem rechtlich sicheren Rahmen bewegt, ist die Katzenschutzverordnung notwendig, sagte Brezina.

Auch für Kreisveterinärin Dr. Simone Nesselberger ist dies der richtige Schritt. Eine solche Verordnung ist „dringend notwendig“, meint sie. Nach dem Tierschutzgesetz ist es nämlich nur möglich, an die Halter heranzutreten. Durch die neuen Regelungen wird es nun auch in Fällen wie Gierschnach möglich, eine Kastration und Registrierung zu verlangen. „Es ist gut, dass die Verbandsgemeinde nun tätig geworden ist“, sagt Nesselberger.

Ebenso begrüßt Ortsbürgermeister Manfred Görgen die neue Regelung. „Wir hoffen, dass die Verordnung abschreckend wirkt und ein Druckmittel ist“, erklärt er. Es gehe darum, eine Handhabe zu haben, um gegen die katastrophalen Zustände vorgehen zu können.

In seiner Sitzung am Montagabend hat der Gemeinderat Gierschnach beschlossen, sich mit 700 Euro an den Kosten der Katzenschutzfreunde zu beteiligen. Das Gremium sprach sich einstimmig für die Spende aus. „Wir wollten damit Danke sagen. Wir sind froh, dass wir geholfen bekommen“, sagt Görgen. Für die ehrenamtlichen Tierschützer wird es immer schwieriger, die Fangaktionen alleine zu stemmen – sowohl in personeller als auch finanzieller Hinsicht. Eine weitere steht kurz bevor.

Von unserer Redakteurin Anne Fuhrmann

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