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Plaidt

Integration: Wie aus Fremden Freunde werden

Christopher Weis

Die Stimmung im Land gegenüber geflüchteten Menschen hat sich geändert. Das stellt auch die Initiative „Fremde werden Freunde” immer wieder fest, die am Wochenende zahlreiche Besucher, Helfer und Menschen aus unterschiedlichen Kulturen in der Plaidter Hummerichhalle empfing, um unter dem Motto „Bunte Pellenz” ein spätsommerliches Fest im Zeichen der Integration zu feiern. Neben kulinarischen Köstlichkeiten aus fernen Ländern gab es auch einen Lebend-Kicker, in dem Sportenthusiasten gegeneinander antreten konnten.

Das Leben genießen und zusammen feiern, das tat Menschen verschiedener Kulturen gemeinsam beim Fest unter dem Motto „Bunte Pellenz“ der Initiative „Fremde werden Freunde“. Foto: Weis
Das Leben genießen und zusammen feiern, das tat Menschen verschiedener Kulturen gemeinsam beim Fest unter dem Motto „Bunte Pellenz“ der Initiative „Fremde werden Freunde“.
Foto: Weis

Die Initiative, die geflüchtete Menschen seit April 2015 dabei unterstützt, grundlegende Alltagsprobleme in ihrem neuen Umfeld zu überwinden, wird durch Zuschüsse des Bistums Trier, des Kreises Mayen Koblenz und privaten Spenden finanziert. In den vergangenen drei Jahren unterlagen die Aufgaben der ehrenamtlichen Helfer einem Wandel. Die anfangs angebotene Sprachförderung wurde durch die maßgebliche Beteiligung des Staates durch unterstützende Integrationskurse abgelöst, man fokussierte sich in der Folge auf individuellen Einzelunterricht. Auch die Freizeitgestaltung der Betreuten ist individueller und unabhängiger geworden, die Geflüchteten finden ihre eigenen Kontakte und beginnen ihr Leben im Alltag.

„Wenn wir sagen, dass wir Integration wollen – und das wollen wir –, dann ist es sehr wichtig, dass die Menschen die Feste besuchen, die außerhalb unserer Initiative stattfinden“, sagte Günter Leisch, Pastoralreferent des Dekanats Andernach/Bassenheim. Die Beweggründe der Ehrenamtlichen, einen Teil zur Integration beizutragen, sind in schwierigen Zeiten wie diesen, in denen man Gegenwind innerhalb der Gesellschaft spürt, aber so ausgeprägt wie zu Beginn.

„Die größte Motivation sind die Flüchtlinge selbst. Wir wollen dabei helfen, dass sich die Menschen bei uns wohlfühlen und Anschluss finden. Es geht darum zu signalisieren, dass sie willkommen sind. Was wir zurückbekommen, ist die Dankbarkeit der Menschen“, sagte Leisch. Nicht nur die Aufgaben der Initiative veränderten sich, auch die Stimmung der Gesellschaft unterliegt einem steten Wandel, der sich als große Herausforderung darstellt. „Inzwischen gibt es in der Gesellschaft keine positive Stimmung mehr. Damit umzugehen, ist keine leichte Aufgabe. Wir können spüren, dass uns der Rückhalt für unsere Sache fehlt“, sagte Leisch.

Von kommunaler Ebene wünscht man sich mehr Unterstützung, um die Wohnungsnot einzudämmen, in der sich viele Menschen befinden. Mehrköpfige Familien, die mit in einer Zweizimmerwohnung oder in Kellern leben, sind im täglichen Leben eingeengt und können sich nicht frei entfalten. Integration soll auch Freiräume schaffen können.

Weitere Infos unter www.fremde-werden-freun.de

Von unserem Mitarbeiter Christopher Weis
Mayen-Andernach
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