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    Andernach

    Hütten oder Haas: Zwei Andernacher kandidieren für das Amt des Oberbürgermeisters

    Keine zwei Monate nach der Bundestagswahl werden die Andernacher ein weiteres Mal zu den Wahlurnen gerufen: Am Sonntag, 19. November, bestimmen die Bürger, wer Oberbürgermeister der Stadt wird. Dass sie dabei tatsächlich eine (Aus-)Wahl haben, dafür sorgt Franz Haas. Der vielen Andernachern als Mitarbeiter des städtischen Bauhofs gut bekannte 54-Jährige tritt als unabhängiger Bewerber gegen Amtsinhaber Achim Hütten (SPD) an.

    Eine Frau steckt einen Stimmzettel in eine Wahlurne
    Foto: dpa

    Der Wahlausschuss der Stadt war am Donnerstagabend zusammengetreten und hat beide Kandidaten zur Wahl des Oberbürgermeisters zugelassen. Weitere Bewerber für das Amt hatten sich im Vorfeld nicht gemeldet: Weder die CDU, die mit 14 Mitgliedern die größte Fraktion im Stadtrat stellt, noch die anderen Parteien schickten eigene Kandidaten ins Rennen.

    Dabei mangele es dem Stadtverband der CDU keineswegs an möglichen Gegenkandidaten, erklärte die Andernacher CDU in einer von der Vorsitzenden Mechthild Heil und ihren Stellvertretern Gerhard Masberg und Bärbel Schäfgen unterzeichneten schriftlichen Stellungnahme: Vielmehr halte man es für ein aussichtsloses Unterfangen, gegen den von einer Mehrheit der Andernacher geschätzten OB Hütten anzutreten. „In einer solchen Lage kann jeder andere Kandidat nur verlieren. Zudem erfahren nicht gewählte Kandidaten eher Spott und Häme statt Anerkennung für die Bereitschaft zur Kandidatur und werden für weitere Aufgaben öffentlich als ungeeignet abgestempelt“, heißt es in dem Schreiben.

    Mit dieser Einschätzung stehe man im Parteienspektrum im Übrigen nicht allein da, argumentiert der CDU-Stadtverband weiter. Auch bei der Bürgermeisterwahl in Mendig und der Landratswahl im Kreis Mayen-Koblenz habe es kaum Gegenkandidaten zu den langjährigen Amtsinhabern gegeben.

    Hartmut Dressel, Fraktionsvorsitzender der Freien Wählergruppe (FWG) im Stadtrat, bedauert es, dass die Andernacher am 19. November nicht viele Wahlmöglichkeiten haben: „Demokratie heißt Auswahl. Ich hätte es gern gesehen, wenn man noch jemand anderes gehabt hätte.“Als vergleichsweise kleine Partei sei es aber schwierig, geeignete Kandidaten in den eigenen Reihen zu finden. Des Weiteren seien es auch die mit dem Amt verbundenen Anforderungen, die manche potenziellen Bewerber abschrecken: „OB ist kein 40-Stunden-Job. Das muss man mit Haut und Haaren sein.“

    Auch bei den Andernacher Grünen entschied man sich nach kurzer Diskussion dafür, keinen eigenen Kandidaten aufzustellen: „Da hat keiner von uns die Ressourcen für“, bedauerte der Fraktionsvorsitzende der Grünen im Stadtrat, Christoph Henrichsen. Mit dem Amtsinhaber Hütten könne man zudem gut leben, allerdings habe sich während der langen Amtszeit eine gewisse gewohnheitsmäßige Routine eingeschlichen.

    Allein Franz Haas fasste sich als unabhängiger Kandidat ein Herz und entschloss sich, gegen OB Hütten anzutreten: „Was haben wir schon zu verlieren? Nichts!“, motiviert der 54-jährige Andernacher seine Unterstützer. Bereits vor acht Jahren habe er mit dem Gedanken gespielt, für das Amt zu kandidieren – nicht weil er ein Problem mit dem Amtsinhaber habe, er wolle lediglich eigene politische Themen auf die Agenda bringen: „Das ist schon traurig, dass andere Parteien niemanden aufstellen.“

    Von unserer Redakteurin Martina Koch

    Wer nicht kämpft, hat schon verloren

    Überzeugte Demokraten muss die anstehende Oberbürgermeisterwahl in Andernach ratlos bis frustriert zurücklassen. Dabei ist es neben der Tatsache, dass keine der im Stadtrat vertretenen Parteien einen Gegenkandidaten aufstellt, vor allem die Argumentation der größten Fraktion, die Fragen aufwirft. Neben einem erfolgreichen Oberbürgermeister, wie Achim Hütten es sei, „kann jeder andere Kandidat nur verlieren“, heißt es in einer Stellungnahme des CDU-Stadtverbands. Klar: Ein Wahlkampf kostet in erster Linie Kraft, Zeit und Geld. Aber er bietet auch die Bühne, öffentlichkeitswirksam mit den Andernacher Mitbürgern darüber zu diskutieren, wie die Stadt sein soll, in der man miteinander lebt. Er bietet die Chance, eigene thematische Schwerpunkte zu setzen und in einen Wettstreit um das beste Konzept für die Zukunft Andernachs zu treten. Auch Kandidaten wie Hans-Peter Ackermann (Grüne) bei der Koblenzer OB-Wahl oder Stephan Retterath (Grüne) bei der Bürgermeisterwahl in der VG Mendig haben im Vorfeld bestimmt nicht auf einen Wahlsieg spekuliert. Beide sicherten sich aber respektable Achtungserfolge, weil sie sich der Herausforderung stellten. Hier trifft einmal mehr das alte Sprichwort zu: „Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren.“

    E-Mail: martina.koch@rhein-zeitung.net

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