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    Kruft/Koblenz

    Horrorüberfall auf Krufter Senioren: Zehn Jahre Haft für Drahtzieher

    Er war der letzte der mutmaßlichen Täter vor Gericht, die am 11. Juni 2013 in ein Haus in Kruft eingebrochen waren und später am Tag dann die über 80-jährigen Hausbewohner überwältigten, um einen Tresorschlüssel zu erpressen. Das Landgericht Koblenz verurteilte den 51-jährigen Mann jetzt zu zehn Jahren Haft, darüber hinaus muss er mehr als 18.000 Euro Wertersatz an seine Opfer leisten.

    Rentnerpaar in Kruft brutal überfallen
    Ein Krufter Ehepaar wurde im Sommer 2013 brutal überfallen.
    Foto: Andreas Walz

    Die drei Mittäter waren in der Zwischenzeit zu Jugendstrafen von sechseinhalb, sechs beziehungsweise zweieinhalb Jahren verurteilt worden. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der jetzt verurteilte Angeklagte der vierte Täter war, zugleich auch der Drahtzieher des gesamten Einbruchs. Der Mann wurde seit Juni 2014 mit europäischem Haftbefehl gesucht, war aber in Polen untergetaucht. Dort wurde er im Januar festgenommen und zwei Monate später an die deutsche Justiz überstellt.

    Der Angeklagte hatte bisher zu den Vorwürfen geschwiegen. In einem sehr emotionalen Plädoyer in eigener Sache betonte er aber am letzten Prozesstag seine Unschuld. Er sei zur Tatzeit in Polen gewesen, dafür habe er auch ein Alibi. Noch dazu sei der Tattag der Geburtstag einer seiner Söhne gewesen. „Ich habe geheult wie ein Hund, weil ich nicht da war“, versicherte der 51-Jährige.

    Für diesen Aufenthalt in Polen hatte die Verteidigung im Laufe des Prozesses eine Zeugin präsentiert, eine Psychiaterin und Neurologin aus Bydgoszcz, die den Angeklagten just zu dieser Zeit wegen psychischer Probleme behandelt haben wollte. Diese ließ die Staatsanwaltschaft Koblenz aber noch im Gerichtssaal wegen des Vorwurfs der Falschaussage festnehmen. Den Antrag auf Vernehmung zweier weiterer Zeugen aus Polen, darunter die Tante des Angeklagten, bei der er zu der Zeit gewohnt haben will, lehnte die Kammer um Richterin Katja Major ab, weil sie hier eine weitere mögliche Gefälligkeitsaussage vermutete und die Kammer von der Tatbeteiligung des Mannes überzeugt war.

    Zwei Komplizen hatten im Prozess ausgesagt, einer davon per Videoschalte aus den Niederlanden, und beide hatten den 51-Jährigen eindeutig belastet. Beim vierten Mittäter handelt es sich um einen Sohn des Angeklagten. Dieser hatte während der Tat im Auto gewartet.

    Strafverschärfend wertete das Gericht den Wert der Beute, so Schmuck im Wert von etwa 40.000 Euro und 30.000 Euro Bargeld. Darüber hinaus die Tatsache, dass der Mann eine maßgebliche Rolle bei der Planung der Tat spielte, die psychischen Folgen für seine Opfer gravierend waren und hier drei Straftaten in einer vorlagen. Daher sah die Kammer wegen erpresserischen Menschenraubes in Tateinheit mit besonders schwerem Raub in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung eine Haftstrafe von zehn Jahren als tat- und schuldangemessen an.

    Die Verteidigung hatte Freispruch gefordert. In punkto Wertersatz hatte die Staatsanwaltschaft die Erstattung von 55.730 Euro beantragt, hier entschied die Kammer jedoch, dass nur die jeweiligen Anteile, die die Täter erhalten haben, zugrunde gelegt werden dürfen. In diesem Fall also 18.730 Euro, da die Anteile am erbeuteten Schmuck nicht nachweisbar waren. Als Schlusswort gab Richterin Major dem Angeklagten noch einen Rat mit: „Jeder ist seines Glückes Schmied. Bei der Beweislage hätten Sie die Flucht nach vorne antreten müssen. Sie zogen es aber vor, zu schweigen.“

    Der 51-Jährige protestierte nach der Urteilsverkündung lautstark gegen die gegen ihn verhängte Strafe. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

    Von unserem Mitarbeiter Thomas Krämer

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