40.000
Aus unserem Archiv
Langenfeld/St

Grube Bendisberg: Entspannen zwischen altem Gestein

Jost – Es sind konstante 8 Grad. Eingehüllt in Decken haben sich die Besucher auf den Liegen ausgestreckt. Tief atmen sie ein und sichtbar wieder aus. In der Grube Bendisberg bei Langenfeld ist in der Tiefe des Bergwerks ein Therapiestollen entstanden. Er soll vor allem die Leiden von Allergikern oder Asthmatikern lindern.

Entspannen und tief durchatmen 150 Meter weit im Berg: Im Besucherbergwerk Grube Bendisberg bei Langenfeld hat der Förderverein einen Therapiestollen eingerichtet.
Entspannen und tief durchatmen 150 Meter weit im Berg: Im Besucherbergwerk Grube Bendisberg bei Langenfeld hat der Förderverein einen Therapiestollen eingerichtet.
Foto: Anne Fuhrmann

In dem mittleren Stollen des Besucherbergwerks in einer Kammer, in der ehemals bis zu eine Tonne Sprengstoff und 4000 Stück Sprengkapseln lagern konnten, hat der Förderverein auf 3 mal 8 Metern Platz für sechs Komfortliegen und zwei Stühle geschaffen. Umgeben von Gesteinsformationen, die rund 400 Millionen Jahre alt sind, und rund 150 Meter weit im Berg können Menschen mit Beschwerden die klare Stollenluft inhalieren.

„Die Luft ist staub- und allergenarm“, erklärt Alfred Schomisch, Vorsitzender des Fördervereins. Die Luftfeuchtigkeit beträgt nach Angaben des Fördervereins mehr als 90 Prozent. Diese positive Mischung tue vor allem Menschen mit Allergien, Haut- oder Atemwegserkrankungen wie Bronchitis oder Nasenschleimhautschwellungen gut, denn sie soll bis zu 400 Mal reiner sein als im Außenbereich. Schon nach drei bis vier Sitzungen soll sich der Krankheitszustand verbessern können. Einen medizinischen Anspruch hat der Förderverein allerdings nicht. Ein Heilzertifikat gibt es noch nicht. „Das ist der nächste Schritt.“ Zuvor müssten allerdings noch Untersuchungen angestellt werden. Unter anderem solle dabei der Radongehalt überprüft werden.

Zunächst ist der Stollen für Wellness und zum Entspannen gedacht“, betont Schomisch. Deshalb sind nicht nur kranke Besucher willkommen.
Damit es gelingt, in der Tiefe des Stollens Stress abzubauen, wird die Atmosphäre auf die Besucher abgestimmt. Ob bei absoluter Ruhe, mit entspannender Musik, zu einem Wasserplätschern oder mit Literatur, das bleibt dem Geschmack der Gäste überlassen. Wer möchte, darf sich auch Tee oder andere entspannende Dinge mit in den Berg nehmen. Bisher soll ein regulärer Bergführer dafür sorgen, dass sich die Besucher im Therapiestollen wohlfühlen. Bei anhaltendem Erfolg des Stollens will der Förderverein darüber nachdenken, einen geschulten Therapeuten einzusetzen.

Zwischen ein bis zwei Stunden, im Schnitt 90 Minuten, sollen die einzelnen Sitzungen dauern. Obwohl das Angebot noch ganz neu ist, haben schon einige Besucher den Therapiestollen genutzt. „Von Asthmatikern haben wir schon öfter gehört, dass ihnen der Aufenthalt im Stollen guttut“, sagt Schomisch. Daher ist dem Förderverein die Idee gekommen, das ehemalige Bergwerk zu Therapiezwecken zu nutzen. Denn immer wieder hätten Besucher berichtet, dass die Luft dort die Atemwege frei mache. Im Internet ist der Verein, der momentan 72 Mitglieder zählt, dann bei der Recherche auf ähnliche Angebote in anderen Bergwerken gestoßen.

Der Therapiestollen kann von Besuchern unterschiedlicher Altersklassen genutzt werden. Die Sitzungen kosten für Erwachsene 5 Euro, für Kinder von acht bis zwölf Jahren 3 Euro. Sie müssen wegen der begrenzten Plätze vorab telefonisch gebucht werden. Anmeldungen sind unter 02655/962996 möglich. Geöffnet ist von dienstags bis sonntags. Anne Fuhrmann

Mayen-Andernach
Meistgelesene Artikel
Anzeige
Anzeige
Online regional
Nina Borowski

Nina Borowski

Regio-CvD Online

 

Mail

Anzeige
Mayen: 725 Jahre Stadt
epaper-startseite
Regionalwetter
Mittwoch

3°C - 10°C
Donnerstag

2°C - 8°C
Freitag

1°C - 8°C
Samstag

-1°C - 6°C
News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach