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    Gnädiger Richter: Bewährungsstrafe für Cannabis-Anbauer aus Region Mayen

    Das Amtsgericht Mayen hat zwei Männer aus der Region zu Bewährungsstrafen verurteilt.

    Foto: dpa

    Ein Jahr lang haben sie in einem Ort in der Region Mayen eine Cannabisplantage betrieben. Nach einem anonymen Hinweis und aufwendigen Ermittlungen der Polizei konnten die Männer im Frühjahr festgenommen werden. Nun standen ein 63- und ein 45-Jähriger vor dem Amtsgericht Mayen – und kamen noch mal mit einem blauen Auge davon. Da der Ertrag der Plantage bis zum Zeitpunkt der Festnahme eher gering war und aufgrund besonderer Umstände, wurde der 63-Jährige zu zwei Jahren auf Bewährung, sein jüngerer Komplize zu 23 Monaten auf Bewährung verurteilt.

    So manches an dem Fall ist außergewöhnlich. So hatte die Haftrichterin die Männer schon nach kurzer Untersuchungshaft wieder auf freien Fuß gesetzt. Die beiden kennen sich seit Jahren, teilten ein Hobby und führten ein unauffälliges Leben.

    Den Jüngeren plagte Geldnot. Er hatte ein Haus erworben, das wegen eines großen Sanierungsbedarfes viel Geld verschlang. Der Ältere leidet seit Jahren unter den Spätfolgen eines unverschuldeten, schweren Verkehrsunfalls. Dabei erlitt er lebensgefährliche Verletzungen, wurde arbeitsunfähig, ist heute frühverrentet und lebt von der Grundsicherung. Eine Erkrankung, ebenfalls durch den Unfall verursacht, lässt ihn nicht schlafen, weshalb er bereits seit einigen Jahren zur Linderung illegal Cannabis konsumierte.

    Diese beiden Lebenswege führten die Männer schließlich zu dem Entschluss, eine Cannabis-Plantage anzubauen. Der Ältere hätte somit dauerhaft Zugang zu den Drogen gehabt, die er benötigt, und der Verkauf sollte die Geldsorgen des Jüngeren lindern. Im Internet besorgten sie 105 Pflanzen sowie mehrere Lampen, Lüftungsrohre und Kabel. Insgesamt hatte die Plantage eine Größe von etwa 60 Quadratmetern und hätte eine Cannabis-Ernte von bis zu 2,9 Kilogramm bringen können.

    „Ich war erleichtert, als die Polizei uns schließlich noch rechtzeitig entdeckt hatte“, sagte der 45-Jährige vor Gericht. Die Polizeiarbeit war aufwendig und führte nach langem Suchen mit Hubschrauber und Wärmebildkamera schließlich zu seinem Haus. Ein Polizeibeamter sagte aus, der Zugang zu den Kellerräumen sei durch eine verschiebbare Sauna gut versteckt gewesen. Selbst die Familie des Angeklagten wollte nichts von der Plantage bemerkt haben.

    Der Ältere konnte dem Gericht unter Vorsitz von Richter Joachim Anheier glaubhaft machen, dass nur der Cannabiskonsum ihn zur Ruhe bringe.

    Die Staatsanwaltschaft hatte den jüngeren Angeklagten auch noch wegen illegalen Strom-Abzapfens angeklagt. Der Stromanbieter hatte festgestellt, dass mit dem Anbringen eines Supermagnets die Zähler manipuliert worden waren. Das Betreiben der Plantage kostete offenbar viel Strom. Dabei sollen Kosten von 23 000 Euro innerhalb eines Jahres entstanden sein. Jedoch gab der Staatsanwalt dem Verteidiger recht, dass diese Rechnung nicht plausibel sei, und stellte schließlich diesen Anklagepunkt wegen der ohnehin zu erwartenden Verurteilung ein. Das Urteil ist rechtskräftig. Katrin Weber

    Mayen-Andernach
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