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Andernach

FWG Andernach fordert: Stromanschluss für Hotelschiffe statt Krach

Martina Koch

Werden die städtischen Schiffsanleger in Andernach künftig mit Stromanschlüssen ausgestattet? Dafür macht sich der Stadtverband der FWG stark. Vermehrt hätten sich in der Vergangenheit Anwohner, insbesondere aus der Konrad-Adenauer-Allee, an die Andernacher FWG gewandt, um sich über den Lärm und die Abgase zu beschweren, die die an Bord der Personenschiffe laufenden Generatoren verursachen, erklärt der FWG-Stadtverband in einer Pressemitteilung.

In den kommenden Wintermonaten werden die städtischen Anlegestellen am Andernacher Rheinufer oft verwaist daliegen. Im Sommer sorgen die Generatoren der dort anlegenden Personenschiffe bei den Anwohnern für Verdruss, berichtet der FWG-Stadtverband.
In den kommenden Wintermonaten werden die städtischen Anlegestellen am Andernacher Rheinufer oft verwaist daliegen. Im Sommer sorgen die Generatoren der dort anlegenden Personenschiffe bei den Anwohnern für Verdruss, berichtet der FWG-Stadtverband.
Foto: Martina Koch

Nach dem Vorbild anderer Städte aus der Region, wie Koblenz und Cochem, wolle man daher an den vier städtischen Steigern Landstromverbindungen einrichten und die anlegenden Schiffe verpflichten, der Stadt den darüber verbrauchten Strom abzukaufen. Dass das nicht ganz billig wird, ist den FWG-Mitgliedern dabei bewusst: „Uns ist klar, dass die von uns geforderten Maßnahmen im ersten Moment sehr kostenintensiv sind“, erklärt der FWG-Fraktionsvorsitzende Hartmut Dressel.

Aus genau diesem Grund seien Überlegungen zur Einrichtung von Landstromanbindungen in den Vorjahren immer gescheitert, erklärt Christian Heller, Geschäftsführer der städtischen Gesellschaft Andernach.net, die für die Vermarktung der Anlegestellen verantwortlich ist: „Das Thema kam in den vergangenen Jahren immer wieder auf. Die kalkulierten Kosten waren aber so abschreckend, dass man bisher von einer Umsetzung abgesehen hat.“ Eine Millioneninvestition müsse die Stadt schultern, um die vier städtischen Steiger ans Stromnetz anzuschließen, hatte das Bauamt einmal berechnet.

Koblenz investierte am Moselufer 1,3 Millionen Euro

Zum Vergleich: Nachdem sich die Anwohner in der Koblenzer Altstadt jahrelang über Gestank und Lärm der an Bord der Hotelschiffe laufenden Generatoren beschwert hatten, investierte die Stadt Koblenz vor wenigen Jahren 1,3 Millionen Euro, um acht Landstromanschlüsse für ihre sechs Anlegestellen am Moselufer einzurichten. Dem gegenüber stehen jährliche Einkünfte im mittleren sechsstelligen Bereich durch Liegegebühren – Strom und Wasser eingeschlossen.

Auch in Andernach sei davon auszugehen, dass sich die Investition lohne, ist FWG-Fraktionsvorsitzender Dressel überzeugt: „Durch eine Abnahmeverpflichtung durch die Schiffe ist von einer mittelfristigen Amortisierung der Kosten auszugehen.“ Man müsse das bestehende Modell für die Anlegegebühren komplett überarbeiten und um Klauseln zur verpflichtenden Abnahme des Landstroms ergänzen, weiß auch Andernach.net-Chef Heller: „Wenn das von der Stadt gewünscht wird, bin ich bereit, mir ein solches Gebührenmodell zu überlegen.“

Allerdings seien ihm selbst in den vergangenen Jahren nur wenige Klagen von Anwohnern zu Ohren gekommen: „Ich glaube nicht, dass da große Lärmquellen vorhanden sind.“ Schließlich entstanden jüngst in der Nähe des Andernacher Rheinufers immer wieder hochwertige Eigentumswohnungen.

Stadt prüft den Vorschlag

Auch die Andernacher FWG steht dem mit der Personenschifffahrt verbundenen Tourismus grundsätzlich positiv gegenüber – schließlich handele es sich bei dem dadurch generierten Tourismus um einen erheblichen Wirtschaftsfaktor. „Aber wenn die Lebensqualität der Andernacher Bevölkerung unter dem Schifffahrtsboom leidet, dann ist es zwingend nötig, dass Abhilfe geschaffen wird“, heißt es seitens der FWG.

Seitens der Stadt wird der Vorschlag derzeit intern geprüft: „Man denkt darüber nach, ob das gut für die Stadt ist“, informierte Stadt-Pressesprecher Christoph Maurer auf Anfrage unserer Zeitung.

Von unserer Redakteurin Martina Koch

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