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    Fußgängerzone in Mayen: Sind Elektropoller nötig?

    Autofrei und voller Menschen – so wünschen sich die Verantwortlichen in Mayen die Fußgängerzone. Tatsächlich besteht dort aber ein erhöhtes Verkehrsaufkommen. Das soll sich in Zukunft ändern.

    Autofrei und voller Menschen – so wünschen sich die Verantwortlichen in Mayen die Fußgängerzone. Tatsächlich besteht dort aber ein erhöhtes Verkehrsaufkommen. Das soll sich in Zukunft ändern.
    Autofrei und voller Menschen – so wünschen sich die Verantwortlichen in Mayen die Fußgängerzone. Tatsächlich besteht dort aber ein erhöhtes Verkehrsaufkommen. Das soll sich in Zukunft ändern.
    Foto: Hilko Röttgers

    Die Stadt Mayen möchte die Zufahrt zur Fußgängerzone und zum Marktplatz besser regulieren. Dafür sollen nach den Vorstellungen der Stadtverwaltung neue Poller installiert werden, die im Boden versenkt und anschließend elektrisch oder elektro-hydraulisch wieder hochgefahren werden können. Über diese Idee hat der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung diskutiert. Zu einer abschließenden Entscheidung kamen die Ratsleute aber nicht. Stattdessen wurde das Thema mit großer Mehrheit vertagt.

    Dass es in der Fußgängerzone und auf dem Markt ein „erhöhtes Verkehrsaufkommen“ gibt, obwohl an den Zufahrten bereits Poller stehen, hatte die Stadtverwaltung in ihrer Vorlage für die Ratssitzung ausgeführt. Die vorhandenen Poller ließen sich nämlich mit einem handelsüblichen Dreikantschlüssel öffnen, was Unbefugte offenbar auch des Öfteren tun. Und sobald die „Poller nicht mehr stehen, fahren Lieferanten, Taxis, Handwerker, Kunden oder auch Privatpersonen außerhalb der Be- und Entladezeiten durch die Fußgängerzone“, heißt es in der Vorlage.

    Mayens Oberbürgermeister Wolfgang Treis versicherte: „Wir haben intensiv versucht, das Problem in den Griff zu bekommen.“ Allerdings ohne den gewünschten Erfolg. „Jetzt wollen wir dieses Thema noch einmal ernsthaft aufgreifen.“ Das übrigens auch aufgrund von Sicherheitsaspekten nach „Zwischenfällen mit Fahrzeugen in Fußgängerzonen“, wie es in der Sitzungsvorlage heißt.

    Umfrage
    Braucht Mayen Elektropoller?

    Die Stadt Mayen überlegt, die Fußgängerzone mit Elektropollern abzuriegeln. Das soll Unbefugte davon abhalten, mit dem Auto durch die Einkaufsstraße und auf den Marktplatz zu fahren. Die Kosten sind mit mindestens 120000 Euro veranschlagt. Ist das eine sinnvolle Investition?

    Ja, auf jeden Fall. Die Innenstadt muss um jeden Preis vom Verkehr befreit und eine reine Fußgängerzone werden. Elektropoller sind die beste Lösung.
    10%
    2 Stimmen
    Im Grunde genommen schon. Aber die Stadt sollte nach einer kostengünstigeren Lösung suchen.
    5%
    1 Stimme
    Das ist mir egal.
    5%
    1 Stimme
    Eher nicht. Statt selbst Geld in die Hand zu nehmen, sollte die Stadt diejenigen mit Bußgeldern erziehen, die sich nicht an die Regeln halten.
    57%
    12 Stimmen
    Nein, überhaupt nicht. Das Geld kann anderswo viel sinnvoller verwendet werden.
    23%
    5 Stimmen

    Die Idee: An fünf Zugängen zur Fußgängerzone sollen Elektropoller installiert werden, die übrigen sieben sollen durch Poller mit einem Doppelschließsystem dauerhaft geschlossen werden. Die Kosten werden mit mindestens 120.000 Euro beziffert. Der Stadtrat sollte die Verwaltung beauftragen, einen entsprechenden Plan auszuarbeiten und dem Rat vorzulegen. Doch dazu konnten sich die Ratsleute noch nicht durchringen. Christoph Rosenbaum (CDU) wies auf einen formalen Aspekt hin: „Wir können den Planungsauftrag wegen der Haushaltsperre nicht vergeben.“ Zudem fehlten ihm Informationen über mögliche Folgekosten sowie Erfahrungsberichte aus anderen Städten. „Schon jetzt eine Planung in Auftrag zu geben, halte ich für verfrüht.“

    Hans-Georg Schönberg (FWM) sah es ähnlich. Auch er wies auf mögliche Planungskosten hin und beantragte, das Thema zu vertagen. „In der Zwischenzeit sollte die Verwaltung mit der Hochschule in Vallendar sprechen“, riet Schönberg. „Dort gibt es viele Probleme mit Elektropollern.“ Auch das Sicherheitsargument, das die Verwaltung angeführt hatte, wollte Schönberg nicht gelten lassen. „Wir haben so viele Zugangspunkte zum Marktplatz. Da halte ich dieses Argument für schlicht falsch.“

    Aaron Lentes betonte, dass es „keinen sicheren Schutz gegen tonnenschwere Fahrzeuge gibt, die mit 80 km/h auf den Markplatz fahren wollen“. Vor diesem Hintergrund und wegen möglicher technischer Probleme mit den Elektropollern bei Frost sprach er sich dafür aus, herkömmliche, aber schwerere Poller mit einem Schließzylinder in Erwägung zu ziehen.

    Stefan Wagner (SPD) ging auf die Kosten von mindestens 120.000 Euro ein, die „mit sehr großen Bauchschmerzen verbunden“ seien. Den anderen vorgetragenen Argumenten könne man sich ebenfalls nur schwer verschließen, weswegen er sich dem Vertagungsantrag anschloss. Dass eine Lösung für das Problem gefunden werden müsse, betonte Ferd Faber (SPD): „Es kann nicht sein, wie viele Fahrzeuge da über den Markt fahren!“

    Von unserem Redakteur Hilko Röttgers

    Einwurf: Mit Irrfahrern ein ernstes Wort reden

    RZ-Redakteur Hilko Röttgers zu den Mayener Poller-Plänen

    Wer mit dem Auto in eine Fußgängerzone fährt, hat entweder ein berechtigtes Anliegen – als Lieferant oder Anlieger zum Beispiel –, oder er hat dort schlicht nichts zu suchen. Es heißt ja nicht ohne Grund Fußgängerzone. Die Irrfahrer mit Hightechpollern für mindestens 120.000 Euro aus der Fußgängerzone auszusperren, kann aber nur die allerletzte Lösung sein.

    Schließlich gibt es Regeln, an die man sich zu halten hat. Dieses Verhalten muss die Stadt einfordern – und all jene ansprechen, die die Regeln missachten. Wiederholungstäter können bestraft werden. Es geht immerhin um einen Verstoß gegen die Straßenverkehrsordnung. Natürlich macht das Arbeit. Aber es könnte der Stadt auch viel Geld sparen.

    E-Mail: Hilko.Roettgers@rhein-zeitung.net

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