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Region/Saffig

Falsch geparkt: 3 Meter müssen für Rettungswagen frei bleiben

Schmale Straßen mit falsch abgestellten Autos gibt es nicht nur in dem kleinen Pellenz-Ort Saffig. Aber die Friedrichstraße dient als gutes Beispiel für eine allgemeingültige Regel: Wer an engen Stellen auf der Straße parkt, sodass weniger als 3 Meter Durchfahrt bleiben, begeht eine Ordnungswidrigkeit. Die Verbandsgemeinde Pellenz knüpft sich jetzt verstärkt Parksünder in dieser Einbahnstraße vor. Die RZ hat nachgefragt, warum.

Wer an engen Stellen parkt, sodass für die Durchfahrt weniger als 3 Meter Platz bleiben, behindert im Notfall die Rettungswagen.
Wer an engen Stellen parkt, sodass für die Durchfahrt weniger als 3 Meter Platz bleiben, behindert im Notfall die Rettungswagen.
Foto: Verbandsgemeinde Pellenz

Detlef Stollenwerk ist für die Verbandsgemeinde Pellenz auf den Straßen unterwegs und kennt auch die besagte Friedrichstraße. Er erzählt: „Das Problem ist, dass nicht alle Anwohner ihre Autos in den Hof oder die Garage fahren.“ Manche haben auch gar keinen Stellplatz. „Die nutzen dann die berühmte Laternengarage.“ Allerdings führt das an engen Stellen meist dazu, dass weniger als 3 Meter Durchfahrt bleiben und Rettungswege verstellt sind.

Das aber merken die wenigsten. Denn: Auch wenn man mit Autos noch relativ geschmeidig vorbeikommt, können Einsatzwagen im Notfall vor einer unsichtbaren Barriere stehen. Und das kann bedeuten, dass Drehleiterwagen der Feuerwehr nicht durchkommen und lebenswichtige Zeit verlieren. Weniger schlimm, aber ärgerlich ist es, wenn Müllfahrzeuge rangieren müssen. Denn: Umdrehen geht in der Einbahnstraße nicht. Auch das Parken auf den Gehwegen ist verboten. „Die Leute laufen dann auf der Straße herum“, meint Stollenwerk. Zuletzt hatten sich Beschwerden bei der Verwaltung gehäuft. Nur wird dort verstärkt kontrolliert. Gehwegparker zahlen 20 Euro Bußgeld, Parker an engen Stellen 15 Euro.

Der VG-Mitarbeiter betont, dass sich Nachbarn aus schmalen Stichstraßen oft verständigen und es nicht schlimm finden, wenn Autos in schmalen Bereichen auf der Straße stehen. „Aber die vergessen, dass Rettungsfahrzeuge nicht durchkommen. Es gelten überall 3 Meter!“ Stollenwerk erklärt, dass die breitesten Fahrzeuge 2,55 Meter messen und zusätzlich ein Sicherheitsabstand eingehalten werden muss. „Wir haben bei unseren Kontrollen einen Zollstab dabei“, verrät er. Natürlich kann das von Autofahrern nicht verlangt werden. Stollenwerks Tipp: „Jeder hat ein Schrittgefühl, wie breit ein Meter ist. Das kann man abschätzen und ablaufen.“

Die Mitarbeiter der Verbandsgemeinde setzen auch präventiv darauf, Autofahrern bewusst zu machen, warum diese 3 Meter Platz so wichtig sind. So gab es bereits vor einigen Jahren in Nickenich eine Rundfahrt mit Rettungswagen durch enge Straßen. Stollenwerk erklärt: „Wir wollen in diesem Jahr noch mal so eine Aktion machen und den Leuten zeigen: Es geht nicht darum, dass Autos durchkommen, sondern große Rettungswagen mit Leitern.“

Was es bedeuten kann, wenn kein Durchkommen ist, haben Wehrkräfte in Mayen bei einer Übung 2014 erlebt. Sie mussten einen Brand im Seniorenzentrum St. Johannes im Mayener Zentrum löschen. Weil ein Auto in der schmalen Zufahrt stand und kein Durchkommen für den Drehleiterwagen war, mussten sechs Wehrleute anpacken, um den Falschparker wegzusetzen (die RZ berichtete). Als es dann 2015 tatsächlich in dem Heim brannte und das zweite Obergeschoss evakuiert werden musste, gab es glücklicherweise keine Probeme.

In der Friedrichstraße in Saffig gab es noch keinen behinderten Rettungseinsatz. Detlef Stollenwerk hofft, dass es dazu auch nie kommen wird.

Von unserer Redakteurin Katrin Steinert

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