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    Ein Bierhaus für Mayen: Konzept schmeckt der Ratsmehrheit

    Soll die Stadt Mayen weiter mit den Investoren verhandeln, die im Alten Rathaus ein sogenanntes Bitburger Bierhaus einrichten wollen? Diese Frage hat der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung eindeutig mit „Ja“ beantwortet. Dem Beschluss war eine längere Diskussion vorangegangen, bei der sich fünf Ratsleute der CDU nicht von dem Vorhaben überzeugen ließen. Sie stimmten gegen weitere Verhandlungen.

    Symbolbild
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    Foto: dpa

    Das Konzept der Investoren Michael Müller und Marco Raskob sieht vor, dass das Erdgeschoss des Alten Rathauses zum Schank- und Speiseraum mit gut 40 Plätzen wird. Potenzielle Kunden sind Menschen zwischen 20 und 70 oder mehr Jahren. Im Konzept wird die Klientel als „bürgerlicher Mainstream mit Gruppen- und Genussorientierung“ beschrieben. Die Investoren bezeichnen das geplante Lokal als „gemütliche Szenegastronomie“. Ausgeschenkt wird das komplette Sortiment der Bitburger Braugruppe. Auch andere Getränke soll es geben. Das Speisenangebot reicht von Salaten über Kanapees und Vesperteller bis hin zu Wurst- und Käsespezialitäten. Warm gekocht wird im Bierhaus nicht.

    Oberbürgermeister Wolfgang Treis sprach in der Stadtratssitzung von einem schlüssigen und hochwertigen Konzept und einer wichtigen Ergänzung des gastronomischen Angebots am Mayener Markt. Positiv sei, dass das Alte Rathaus von außen gar nicht und im Innern nur geringfügig verändert werde. „Das wird eine gediegene Gastronomie“, sagte Treis. Mit einem Brauhaus oder einer „Bierschwemme“ habe das nichts zu tun. So war das geplante Bierhaus unter anderem in einem Leserbrief bezeichnet worden, den unsere Zeitung veröffentlich hat.

    Ein Bierhaus im Alten Rathaus – das schmeckt aber nicht allen Ratsleuten. „Das können Sie nicht schönreden“, hielt Hans Grünewald (CDU) dem OB entgegen. „Ich betrachte das Alte Rathaus aus einem anderen Blickwinkel.“ Für Grünewald handele es sich bei dem 300 Jahre alten Bauwerk um ein historisches Gebäude, nicht um ein wirtschaftliches Gut. Auch das Konzept der Investoren überzeugte ihn nicht: „Die Besucher werden woanders hingehen, wenn sie feststellen, dass es dort kein Schnitzel gibt.“

    Ähnlich äußerte sich Peter Wilbert (CDU). „Zu glauben, mit so einer Kneipe könnte man zusätzliches Publikum nach Mayen holen, darüber kann ich nur lachen.“ Mit der Einrichtung eines Bierhauses werde dem Alten Rathaus ein Image verliehen, das es nicht verdient. „Ich halte es für eine Zumutung, dass wir unser Altes Rathaus für so etwas hergeben sollen.“

    Die kritischen Töne waren im Rat aber nicht mehrheitsfähig. OB Treis erinnerte daran, dass es der Rat selbst war, der im April 2015 beschlossen hatte, dass die Verwaltung einen Investor für die gastronomische Nutzung des Alten Rathauses suchen solle. Ausgangspunkt war damals ein Antrag der FDP. Deren Fraktionsvorsitzender Ekkehard Raab nannte das Bierhaus-Konzept „hervorragend“. „Es gibt vergleichbare Angebote auch in anderen historischen Gemäuern“, sagte Raab, der wie weitere Ratsleute eine sachliche Diskussion anmahnte. Rolf Schäfer (SPD) formulierte das so: „Wir sollten heute nicht eine gute Gedanklichkeit, die wir mehrheitlich so gesehen haben, mit Geschmacksfragen belasten.“

    Für eine Versachlichung der Diskussion plädierte auch Bernhard Mauel (CDU). „Dazu sollten wir hier im Rat einen Beitrag leisten“, sagte er mit Blick auf die emotional geführte öffentliche Debatte über das Thema. „Die Wüstheit der Argumentation in der Bevölkerung hat mich überrascht.“

    Der CDU-Chef wies darauf hin, dass es noch offene Fragen gebe, die abgearbeitet werden müssen, etwa zu den Folgekosten für die Stadt. Das soll möglichst bis zur Ratssitzung am 21. März 2018 passieren. Dann könnte der Rat die endgültige Entscheidung zum Bierhaus treffen. Über die Erfolgsaussichten der Investoren, die eine sechsstellige Summe für das Vorhaben aufbringen wollen, sagte Mauel: „Diese Leute haben ein Ziel als Unternehmer und werden sich Gedanken gemacht haben, wie sie es erreichen.“

    Die Chancen, die das Bierhaus bietet, hoben Christoph Rosenbaum (CDU) und Natascha Lentes (Grüne) hervor. „Das ist eine tolle Chance“, sagte Lentes. „Wenn wir uns die entgehen lassen, ist uns nicht zu helfen.“ Rosenbaum ergänzte: „Nichts Neues zu wagen, das ist typisch Mayen. Dann dürfen wir uns nicht wundern, wenn wir irgendwann ein hübsches Städtchen haben – und nichts sonst.“

    Von unserem Redakteur Hilko Röttgers

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