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Mayen

Das ging schnell: Mayener Narren erobern die Kaserne im Sturm

Hilko Röttgers

So schnell ist die Oberst-Hauschild-Kaserne in Kürrenberg wohl noch nie erobert worden. Beim Kasernensturm am Mittwoch gelang es Prinz Uli I. und seinem Gefolge in Windeseile, den Widerstand der Soldaten und ihrer Mitstreiter zu überwinden und die närrische Macht an sich zu reißen. Dabei hatte ihr Angriff aufs Zentrum Operative Kommunikation der Bundeswehr gar nicht einmal besonders verheißungsvoll begonnen.

Denn erst einmal mussten sich die Narren Spott und Häme gefallen lassen. „Ist das alles, was aus Deiner Stadt kommt“, rief Oberstleutnant Kristian Schaum Prinz Uli entgegen. Zwar hatte der Prinz etliche seiner Getreuen um sich versammelt und war mit Möhnen, Husaren, Funken und Gardisten vors Kasernentor gezogen. Doch die Unterstützung aus der Mayener Bevölkerung fiel im Vergleich zu den vergangenen Jahren eher gering aus.

Und damit nicht genug. Auch die militärische Qualifikation des Prinzen zog Oberstleutnant Schaum, der die Kasernen-Verteidiger anführte, mit deutlichen Worten in Zweifel. Uli I. sei doch nur ein „armer kleiner Zeitsoldat“, stellte Schaum mit amüsiertem Unterton fest.

Aber die Belustigung war nur von kurzer Dauer. Denn Prinz Uli, der im richtigen Leben stellvertretender Wehrleiter der Feuerwehr Mayen ist, konnte nicht nur auf die Unterstützung seines närrischen Gefolges bauen, sondern auch auf die Rückendeckung seiner Kameraden von der Mayener Wehr. Die rückten mit einem Löschfahrzeug an, das der Prinz kurzerhand erklomm und sodann drohte, die Kaserne mit der Schaumkanone sturmreif zu schießen. Da wurde es aufseiten der Soldaten Zeit für Zugeständnisse: „Bevor die Ernst machen, treten wir vielleicht besser den Rückzug an“, sagte Oberstleutnant Schaum.

Der Rest war Formsache. Zwar mussten die Mayener Narren noch einen kleinen Parcours überwinden, den die Soldaten unter dem Motto „Musical“ auf dem Kasernengelände aufgebaut hatten. Doch das war schnell geschafft, und so blieb Oberst Stefan Gruhl, dem Kommandeur des Zentrums Operative Kommunikation, nur noch die Kapitulation. „Eigentlich“, sagte Gruhl, „bin ich kein Verlierertyp.“ Aber der Übermacht von Prinz Uli müsse er sich einfach ergeben.

Der Prinz wiederum wunderte sich ein bisschen über die geringe Gegenwehr: „Ich hatte gedacht, dass es schwerer wäre, hier hereinzukommen.“ Die Generalprobe für den Sturm aufs Mayener Rathaus am Schwerdonnerstag ist ihm jedenfalls bestens gelungen.

Von unserem Redakteur Hilko Röttgers

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